Deutschlands schönster Wanderweg 2026: Abstimmen für „hochgehpilgert“

Das Wandermagazin sucht wieder „Deutschlands schönsten Wanderweg 2026“. In der Kategorie Tagestouren ist in diesem Jahr die HOCHGEHBERGE-Tour »hochgehpilgert« in Zwiefalten nominiert.

Der Premiumwanderweg zeigt auf seinen 13 Kilometern die ganze landschaftliche und kulturelle Vielfalt der Schwäbischen Alb. Wacholderheiden, Weiden, Wälder, Felsen, Quellen und kleine Schluchten – die Tour lässt keinen landschaftlichen Höhepunkt aus. Das ehemalige Benediktinerabtei Kloster Zwiefalten beeindruckt mit seinem Münster im Rokoko-Stil. Ein weiteres besonderes Erlebnis bietet die Wimsener Höhle – die einzige mit dem Boot befahrbare Wasserhöhle Deutschlands.


Jetzt abstimmen!

Bis zum 30. Juni könnt Ihr noch Eure Stimme für diese wunderbare Wandertour abgeben unter www.wandermagazin.de/wahlstudio.


Wer die Tour vorher gerne noch abwandern möchte, findet hier eine Wegbeschreibung und den GPX-Track.

Neuer Wanderführer zum HW 4 erschienen

Aus der Wanderführerreihe zu den Hauptwanderwegen, die der GWP Verlag gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein herausgibt, ist eine neue Ausgabe erschienen. Sie umfasst den südlichen Teil des Main-Donau-Bodensee-Wegs Süd. In zwölf Etappen geht es von Heidenheim bis nach Friedrichshafen am Bodensee.

Das ostwürttembergische Heidenheim liegt nahezu exakt in der Mitte des Main-Donau-Bodensee-Wegs. Dadurch lässt sich der Main-Donau-Bodensee-Weg (HW 4) nicht nur landschaftlich, sondern auch technisch in zwei Hälften teilen. Die Südroute beginnt am Ufer der Brenz auf der Schwäbischen Alb. Naturbelassene Flussläufe wie das Lonetal, in dessen Höhlen die ältesten Kunstwerke der Menschheit gefunden wurden, leiten an den Südrand des Gebirges und auf die weiten Riedlandschaften an der Donau. Dort liegt die schwäbische Metropole Ulm.

Entlang der Iller zieht der HW 4 Oberschwaben entgegen. Ausgedehnte Wälder wechseln sich mit einer sanften, grünen Hügellandschaft ab. In ihr liegen das beeindruckende Kloster Ochsenhausen und das pittoreske Wolfegg. Es markiert den Rand des Allgäus. Die Alpen bilden fortan eine majestätische Kulisse am Horizont. Gleich in der Nachbarschaft steht die Waldburg. Sie ist eine der am besten erhaltenen und wichtigsten Burgen in Süddeutschland. Von ihr geht es zwischen die Hopfen- und Obstgärten um Tettnang. Ziel ist das Schwäbische Meer. Friedrichshafen empfängt seine Gäste in mediterraner Atmosphäre am Ufer des blauen Bodensees.


Länge 198 Km | Aufstieg 3490 m, Abstieg 3580 m | Tiefster Punkt: Bodenseeufer, Friedrichshafen 398 m, Höchster Punkt: Sebastianskapelle, Haisterkirch 758 m


Dieser Band kann nicht nur als Wanderführer unterwegs genutzt werden. Er bietet mit seinen detaillierten Informationen zum Weg auch eine ideale Planungshilfe vorab mit seinem Gaststättenverzeichnis, mit Hinweisen für Unterkünfte, Kontaktadressen und Öffnungszeiten. Dazu gibt es detaillierte Informationen zu touristischen Höhepunkten, zu ÖPNV-Verbindungen, Höhenprofile und Fotos sowie GPS-Tracks zum Download via QR-Code oder Link. Für schwierige Situationen stehen Koordinaten im WGS84 Format zur Verfügung.

Hier geht es zu einer Leseprobe.

Der Wanderführer kostet 21,90 Euro und kann im Lädle des Schwäbischen Albvereins oder in unserem Online-Shop erworben werden.

Der zweite Teil des Wanderführers zur Nordroute des HW 4 ist in Planung. Das Erscheinungsdatum steht noch nicht fest.

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25 Jahre Heimat- und Wanderakademie

2001 gründeten der Schwäbische Albverein und der Schwarzwaldverein die gemeinsame Wanderakademie gründeten. Im Jubiläumsjahr 2026, blickt die Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg (HWA) auf 25 erfolgreiche Jahre zurück. Was als Initiative zur Professionalisierung der ehrenamtlichen Arbeit begann, ist zu einer festen Größe in der Bildungslandschaft im Bereich Wandern in Baden-Württemberg geworden.

Wie alles begann

Die Wurzeln der HWA reichen bis ins Jahr 1998 zurück, als die Wanderführerausbildung beider Vereine vom Kultusministerium anerkannt wurde. Wandernde werden anspruchsvoller, so war die Erkenntnis, und eine einheitliche, hochwertige Ausbildung für Tourguides war nötig. Im März 2001 startete die HWA dank einer Anschubfinanzierung des Landes offiziell durch. Von Beginn an war klar: Es geht um mehr als Wandern. Es geht um Bildung und die Qualifizierung Ehrenamtlicher, um Verantwortung und Begeisterung für Natur und Heimat.

Enge Zusammenarbeit der Wandervereine

Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Akademie ist die enge Zusammenarbeit zwischen Schwäbischem Albverein und Schwarzwaldverein. Diese Partnerschaft ermöglicht ein breites, qualitativ hochwertiges Bildungsangebot.

In einem gemeinsamen Grußwort zum Jubiläum der Heimat- und Wanderakademie betonen Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, bis Januar 2026 Präsident des Schwäbischen Albvereins, und Meinrad Joos, Präsidenten des Schwarzwaldvereins: „Die Akademie ist ein Ort, an dem Wissen vertieft, Haltung vermittelt und Begeisterung geweckt wird – für Landschaften, für kulturelle Zusammenhänge und für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.“

Stimmen zum Jubiläum: Das bedeutet uns die Akademie

Ausbildung zur zertifizierten Wanderführer*in als Herzstück

Aushängeschild der Akademie ist die Ausbildung zum zertifizierten Wanderführer bzw. Wanderführerin. Tourenplanung, Wissen über Natur und Kulturlandschaften, Geschichte und Traditionen in Baden-Württemberg sowie Kommunikation und Erlebnispädagogik sind die Inhalte der Ausbildung.

Die Absolventinnen und Absolventen der insgesamt neuntägigen Ausbildung sind mehr als nur „Vorwegläufer*innen“. Sie sind Botschafterinnen und Botschafter für das Wandern im Verein, für Natur, Heimat und nachhaltiges Handeln. Sie machen jede Gruppentour für die Teilnehmenden zum Erlebnis.

Quo vadis, Wanderakademie?

Jedes Jubiläum lädt nicht nur zu einer Rückschau, sondern auch zu einem Blick in die Zukunft ein. Wohin entwickelt sich die Heimat- und Wanderakademie? Um der modernen Lebensrealität mit seinen Herausforderungen u.a. in der Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Ehrenamt gerecht zu werden, bieten die Vereine mittlerweile eine Hybrid-Ausbildung an – Theorie online, Praxis vor Ort. Die Montagsakademie, ein Online-Format mit kurzen Fortbildungsimpulsen, erfreut sich großer Beliebtheit. Ein Grundlehrgang Radwandern ist neu im Programm. Ab 2027 plant der Schwarzwaldverein zudem einen modularen, neuen Ausbildungsgang zum „Tourguide“. Zielgruppe sind junge, erlebnisorientierte Menschen. Digitale Lernplattformen und Themen wie KI in der Vereinsarbeit oder der Einsatz der Sozialen Medien sollen das Portfolio erweitern.

Karin Kunz, Geschäftsführerin der Akademie und seit Jahrzehnten beim Albverein tätig, formuliert ihre Hoffnung für die Zukunft der Wanderakademie so: „Ich wünsche mir, dass wir auch in den nächsten 25 Jahren kreativ und flexibel auf die Bedürfnisse der Vereine eingehen. Dass wir Menschen die Freude an der Natur nahebringen, dass wir Wanderführerinnen und Wanderführer ausbilden, die mit erlebnisreichen Touren unsere Vereine repräsentieren.“

Interview mit Karin Kunz: Gemeinsam sind wir stärker

www.wanderakademie.de


Save the date! Einladung zum Mitfeiern auf und um dem Hohenneuffen

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Heimat- und Wanderakademie laden wir alle Mitglieder des Schwäbischen Albverein und des Schwarzwaldvereins zu einem Wanderwochenende auf und rund um den Hohenneuffen ein.

Am 17. und 18. Oktober 2026 gibt verschiedene Wander- und Radtouren zur Auswahl. Außerdem bieten wir einen geschichtlichen Samstagnachmittag auf der Festungsruine an. Am Samstagabend treffen wir uns dann in Grabenstetten zu einem genussvollen und gemütlichen Alb-Abend.

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Zitterpappel – Baum des Jahres 2026

Am 25. April ist der Tag des Baumes in Deutschland. Bäume und Wälder erfüllen nicht nur eine wichtige ökologische Funktion. Sie sind auch Kulturgut. Sie haben eine starke Wirkung auf das Landschaftsbild, sind Symbole des Lebens. Sie werden in Gedichten und Liedern besungen. Und sie geben uns Menschen Ruhe und Entspannung. Anlässlich des Tags des Baumes möchten wir den Baum des Jahres 2026 näher vorstellen.

Zitterpappel als Solitär. Foto: R. Fenner (Quelle: Baum des Jahres)

Woher kommt eigentlich das sprichwörtliche „Zittern wie Espenlaub“? Nun, es geht auf das Laub der Espe oder Aspe zurück. Der Baum ist bei uns besser bekannt als Zitterpappel. Seine herzförmigen Blätter mit dem seitlich abgeflachten Blattstiel fangen schon bei der kleinsten Briese an zu „zittern“.

Laub der Zitterpappel. Foto: H.-R. Müller (Quelle: Baum des Jahres)

Die Zitterpappel ist ein unbesungener Baum – nicht zu vergleichen mit Eiche, Buche oder Linde. Ihre Bedeutung für die heimischen Wälder ist sicher wichtiger als für das heimische Liedgut. So ist Espe eine Anpassungskünstlerin, weit verbreitet in fast ganz Europa, in weiten Teilen Asiens und sogar im nördlichen Afrika. Sie verbessert den Boden und bietet vielen Tieren Lebensraum. Über 60 Schmetterlingsarten, nutzen sie als Futterpflanze. Und auch Vögel suchen sie gerne nach Insekten ab.

Die Forstwirtschaft schätzt die Espe vor allem als Pionierbaum, weil sie karge Flächen schnell wieder begrünt. Das liegt vor allem durch ihr weit verzweigtes Wurzelsystem, durch das sie sich schnell vermehren kann.

Mit 15 bis 25 Metern Höhe ist die Zitterpappel ein mittelgroßer Baum, ihr Stamm ist schlank. Sie wächst schnell und hat bald eine rundliche Krone. Im Frühjahr hat sie männliche purpurfarbene und weibliche grünliche Kätzchen. Im Herbst leuchtet ihr Laub goldgelb. Man findet sie häufig an Waldrändern und auf Kahlschlägen, in lichten Wäldern oder als Einzelbaum in offener Landschaft. Auch als Alleebäume werden Espen geschätzt.

Seit 1989 kürt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung jährlich einen Baum des Jahres. Ziel ist es, dadurch das Bewusstsein für den Wert und Schutz unserer Bäume in Wäldern, in Städten und in der Landschaft zu stärken.

www.baum-des-jahres.de

 

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Jetzt Albvereins-App laden

Mit www.albverein-erleben.de und der neuen Albvereins-App macht das Planen von Wanderungen und das Wandern selber noch mehr Spaß. Albvereins-Mitglieder erhalten einen Rabatt für die Pro-Versionen. Die Website basiert auf einer Zusammenarbeit mit dem Wanderportal Outdooractive. 

Sie finden die Apps zum Download für iOS im Apple-Store sowie für Android im Google Play Store.

Im Wanderportal des Schwäbischen Albvereins auf Outdooractive gibt es unsere Wandertipps, aber auch Touren aus der gesamten Outdooractive Community zum Nachwandern. Dazu kommen wichtige Informationen zur Gastronomie am Weg, ÖPNV, touristisch interessante Punkten, sogenannte Points of Interest (POIs) und vieles mehr. Diese Informationen sind mit guten Tourenvorschlägen verknüpft.

Eigene Touren können am PC geplant und aufs Handy übertragen werden. Auch lassen sich Wanderungen bequem unterwegs aufzeichnen und im Anschluss bearbeiten.

Unterwegs ist jederzeit der aktuelle Standort auf dem Handy zu ermitteln – kein Verlaufen mehr! Man sieht sofort, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. So wird die Navigation unterwegs zum Kinderspiel.


Mitgliederrabatt für Pro-Versionen

Die Basic-Mitgliedschaft von Outdooractive bzw. www.albverein-erleben.de ist kostenlos. Diese ist nötig, um von den Wandertipps und Veranstaltungen auf Outdooractive zu profitieren, also etwa GPX-Tracks laden zu können. Einfach mit E-Mail und einem eigenen Passwort registrieren und schon ist man dabei. Kartengrundlage ist bei der Basic-Version übrigens OpenStreetMaps.

Die kostenpflichtige Pro-Version basiert auf der Outdooractive-Karte, die OpenStreetMaps mit amtlichen Geodaten und POIs verknüpft. Außerdem ist hier das Wegenetz des Schwäbischen Albvereins enthalten. Das ist bei der Basis-Version nicht der Fall. Das Kartenmaterial lässt sich sowohl online als auch offline nutzen.
Die Pro-Version kostet für Albvereins-Mitglieder 24,99 Euro pro Jahr (statt 29,99 Euro).

In der Pro+-Version sind zusätzlich die Karten des Deutschen Alpenvereins (DAV) und des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) sowie ADFC-Radtourenkarten und die Karten des Kompass-Verlags enthalten. Albvereinsmitglieder zahlen für die pro+-Variante 49,99 Euro pro Jahr (statt 59,99 Euro).

Albvereinsmitlgieder erhalten den Rabatt nur, wenn sie ihr Abo über www.albverein-erleben.de abschließen!


So erhalten Sie Ihren Mitgliederrabatt:

www.albverein-erleben.de öffnen und unter „Jetzt anmelden“ klicken. Sie finden den Link oben rechts in der Kopfzeile. Dann erscheint folgende Aufforderung:

Bitte jetzt Ihre E-Mail eingeben, auf „weiter“ klicken und dann ein Passwort vergeben. Jetzt sind Sie Basis-Mitglied und können diese Mitgliedschaft zu einer Pro- oder Pro+-Mitgliedschaft erweitern.

Dafür in der Kopfzeile von www.albverein-erleben.de ganz rechts „Pro kostenlos testen“ anklicken.

Dann erscheint folgende Darstellung:

Achtung: Nicht das erste rote Feld „Pro kostenlos testen“ anklicken, sondern weiter nach unten scrollen bis zum Feld „Mitgliedervorteil anfordern“. Das sieht dann so aus:

Jetzt das rote Feld „Mitgliedervorteil anfordern“ anklicken. Dann werden Sie aufgefordert, Ihre 7-stellige Mitgliedsnummer des Schwäbischen Albvereins einzugeben. Wenn Ihre Nummer kürzer ist mit 0 oder 00 beginnen.

Und auf weiter klicken.

Nun können Sie den Rabatt-Gutschein anfordern. Bitte Pro oder Pro+ auswählen. Der Gutschein wird per Mail zugeschickt. Diese Mail enthält einen Link, über den das Abo bestätigt werden muss.

Und schon kann es losgehen!


Falls es Fragen gibt, erreichen Sie uns per Mail an .

 

 

 

 

Artenreiche Wiesen: schutzwürdig wie das Wattenmeer

Sie sind eine Arche für viele gefährdete Tiere und Pflanzen – die Wiesen im Ländle. Entstanden über mehrere Jahrtausende bilden sie eine reiche Kulturlandschaft, die es in Europa kaum woanders gibt. Doch ihr Bestand ist gefährdet, ihr Schutz eine wichtige Aufgabe. Beim diesjährigen Naturschutztag des Schwäbischen Albvereins in den Räumlichkeiten des CVJM Stuttgart sprachen Fachleute über „Artenreiche Wiesen – europäisches Naturerbe im Ländle“.

Mehr als hundert interessierte Teilnehmende erfuhren Wissenswertes über die Geschichte der Wiesen, ihre unterschiedlichen Ausprägungen, ihren Artenreichtum und ihre Bedeutung in Europa, aber auch die Herausforderungen bei der Bewirtschaftung.

Knapp 70.000 Hektar FFH-Mähwiesen gibt es in Baden-Württemberg. FFH steht für Flora-Fauna-Habitat und bezieht sich auf die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, ein Abkommen der Europäischen Union zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen auf europäischer Ebene. Sie wurde 1992 in Kraft gesetzt und ist die erste umfassende europäische Grundlage im Arten- und Biotopschutz.

Wiesen ebenso schutzwürdig wie das Wattenmeer

FFH-Mähwiesen sind extensiv genutzte, artenreiche Heuwiesen. Sie gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. „Wir haben eine besondere Verantwortung, sie zu erhalten“, erklärte Jens Nagel von der Abteilung 7 Naturschutz im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Er vergleicht diese Wiesen in ihrer Bedeutung und Schutzwürdigkeit mit dem Wattenmeer.

Im Südwesten Deutschlands dominieren magere Glatthaferwiesen. Sie sind Lebensraum für eine Vielzahl an Tierarten wie Falter, Insekten, Reptilien und Vögel sowie typische Wiesenblumen wie Margerite, Acker-Witwenblume oder Labkraut, um nur einige zu nennen. „Diese Wiesen sind Kulturlandschaften“, betonte Nagel. „Das heißt man muss sich um sie kümmern, sonst werden sie langfristig zu Wald.“

Vom Neolithikum bis in die Neuzeit – die wechselvolle Geschichte der Wiesen

Biologieprofessor Dr. Peter Poschlod von der Universität Regensburg nahm die Teilnehmenden des Naturschutztags mit auf eine Reise durch die Geschichte der Weidekultur und damit der Kulturlandschaft Wiesen. Sie entstand im Neolithikum in Anatolien und verbreitete sich von dort aus Richtung Mitteleuropa. Die ersten schriftlichen Nachweise über Wiesen stammen aus der Römerzeit. In dieser Periode kamen auch viele Arten nach Süddeutschland – oft durch das Heu, dass die Römer als Futter für ihre Pferde mitführten.

Im Mittelalter gab es vor allem rund um die Höfe Wiesen, auf denen die Tiere frei herumliefen. Äcker hingegen waren eingezäunt. In der Neuzeit entstand sogar ein neuer Beruf – Wiesenbaumeister beschäftigten sich mit der Bewirtschaftung von Wiesen, um deren Erträge zu steigern. Im 19. Jahrhundert entstanden dann große Mähwiesen. Generell, so erklärt Poschlod, habe es immer wieder Wechsel von Ackerbau zu Wiesenwirtschaft und umgekehrt gegeben.

Der Biologieprofessor plädiert deshalb dafür, sich bei der Bewirtschaftung von Wiesen mehr an der Geschichte dieser Kulturlandschaft zu orientieren. „Wiesen waren immer einem Wandel unterworfen. Es gab lange die Tradition von Wechselwiesen. Heute gibt es ein Umbruchverbot bzw. das Nichtverschlechterungsgebot. Das ignoriert die Tatsache, dass man Wiesen immer wieder nachsähen muss“, sagte Poschlod.


Unsere Referentinnen und Referenten

   

   

Jens Nagel, Prof. Dr. Peter Poschlod, Kathrin Voigt, Jasmin Weißschuh, Harald Mayer, Frederik Amann-Bräuer (v.l.n.r., zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken)


Auf dem Heuschober Samen zusammenfegen oder Saatgut kaufen?

Jens Nagel gibt allerdings zu bedenken, dass sich andere Tier- und Pflanzenarten einstellen, wenn man eine Wiese länger und ohne größere Störungen wie eben einen Umbruch bewirtschaftet. Er zeigt ein Merkblatt für Landwirtinnen und Landwirte aus seinem Ministerium, dass die Bedeutung der Wiesen erklärt und die richtige Bewirtschaftung erläutert, nämlich ein bis zwei Schnitte pro Jahr bei moderater Düngung und mit Abräumen des Mahdguts. Außerdem könne eine Nachsaat nötig sein. Allerdings nur mit dem richtigen, für die Gegend charakteristischen Saatgut. Da können Samen sein, die man wie früher im eigenen Heuschober zusammengefegt hat oder eben Saatgut aus dem richtigen Ursprungsgebiet von einer Saatgutfirma, wie Harald Mayer von der BRAKEMA GbR erklärte. BRAKEMA entstand aus einem Modellprojekt zur Gewinnung von artenreichem Mähwiesen-Saatgut. Heute ist die Firma zertifiziert und drischt Saatgut auf artenreichen Blumenwiesen für Privatleute und landwirtschaftliche Betriebe.

Trotz ihrer Bedeutung als wertvoller Naturraum sind die FFH-Mähwiesen in ihrem Bestand bedroht. Katrin Voigt vom Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Tübingen zeigte eine Tabelle zu ihrem Erhaltungszustand mit einem Zeitstrahl seit 2007 – unverändert ist dieser mit der Signalfarbe rot eingefärbt. Dennoch gebe es Hoffnung, berichtete Voigt, zeigte sich doch der Gesamttrend 2025 als „sich verbessernd“ nach oben.

FFH-Mähwiesen sind in Baden-Württemberg mittlerweile ein zentraler Teil des Biotopverbunds. Sie sind nicht nur essenziell für die Artenvielfalt, sondern nach den Mooren auch effektive CO2-Speicher. Und es sind wichtige landwirtschaftliche Flächen. 87,5 Prozent werden laut Voigt bewirtschaftet. Das sei eine gute Nachricht, sagte sie, denn 70.000 Hektar Fläche seien zu groß, als dass der Naturschutz sie alleine bewahren könnte. „Die Landwirtschaft muss hier mit ins Boot.“ Wiesen könnten zudem der Schlüssel sein für eine klimaresistentere Landwirtschaft, da sie widerstandsfähiger seien. Die Landwirte sollten sie also auch in ihrem eigenen Interesse bewirtschaften.

Wiesenschutz durch extensive landwirtschaftliche Nutzung

Das tut Bauersfamilie Weißschuh aus Sachsenheim, die einen Milchviehbetrieb im Kirbachtal betreibt. „Mähwiesen verschwinden nicht, weil Bauern keine Lust darauf haben“, betonte Jasmin Weißschuh. „Sie sind einfach nicht so wirtschaftlich.“ Und der wirtschaftliche Druck auf die Bauern sei enorm. Viele geben auf. Tierhaltende Betriebe werden weniger. Damit gehe eine Vielfalt an Wirtschaftsweisen und Wissen verloren. Viele Bauernfamilien hätten Angst davor, dass sich auf ihren Flächen etwas Schützenswertes finden, weil sie dann Einschränkungen befürchteten. „Eigentlich müsste man die Menschen motivieren, naturnah zu wirtschaften und sie dafür zu belohnen“, erklärte Weißschuh. Sie plädierte für weniger Bürokratie bei der Beantragung von Fördergeldern und eine faire Honorierung, die auch die Biodiversitätsleistung und die Mehrkosten berücksichtigt, die eine extensive Wirtschaftsweise bedeutet.

„Wie viel Wildnis wollen wir zulassen?“

Wildnispädagoge Frederik Amann-Bräuer sprach zum Ende der Veranstaltung über die Schönheit von Wiesen und ihre entspannende Wirkung auf uns Menschen. Er fragte: „Wie viel Wildnis wollen wir zulassen?“ und plädierte dafür, mehr rauszugehen und die Natur einfach wahrzunehmen. In diesem Zusammenhang erläuterte er noch verschiedene pädagogische Möglichkeiten mit Kindern die Natur zu erleben.


Die Wiesen des Schwäbischen Albvereins

Im gesamten Vereinsgebiet besitzt der Schwäbische Albverein knapp 100 Hektar Wiesen. Insgesamt gehören dem anerkannter Naturschutzverband knapp 170 Hektar Naturschutzflächen. Fünf Wiesenflächen des Vereins sind Teil des Projekts „Archewiesen“. Sie werden als Spenderflächen für die Samenernte genutzt. Sieben weitere Grundstücke werden noch auf ihre Eignung geprüft.


Moderiert wurde der Naturschutztag in diesem Jahr von Albvereins-Vizepräsident Thomas Keck. Er dankte allen Teilnehmenden für die angeregten Diskussionen und Rückfragen sowie für ihre ehrenamtlichen Einsatz für den Natur- und Artenschutz.

Frühblüher als wichtige Nahrungsquelle

Wildbienen, Hummeln und sogar einige Schmetterlinge sind bei warmen Frühlingstemperaturen bereits unterwegs. Sie sind dringend auf Nahrung aus Wiese, Wald und Flur angewiesen. Naturschutzreferentin Katharina Heine ruft deshalb alle Garten- und Grundstücksbesitzer dazu auf, nicht zu früh schon mit dem Mähen von Grünflächen zu beginnen.

„Wildbienen und Falter, die in Deutschland überwintern, brauchen den Nektar der Frühlingsblumen. Deshalb ist es wichtig, diese ausblühen zu lassen.“ Und auch die Zugvögel, die in den nächsten Wochen aus ihren Winterquartieren zurückkehren, sind auf Samen und Insekten angewiesen, die sich vorrangig auf Blühflächen finden.

Gänseblümchen und Co.

Artenreiche Blumenwiesen – vor wenigen Jahrzehnten noch weit verbreitet – sind mittlerweile rar geworden. „Umso wichtiger ist es deshalb, im eigenen Garten wilde Ecken zu belassen, Wildblumen stehen und aussamen zu lassen“, erklärt Heine. „Etwa Gänseblümchen, Braunelle, Weißklee, Wegerich, Ehrenpreis, Gundermann oder kriechendes Fingerkraut.“ Diese Wildpflanzen liefern Nektar und Pollen und bieten zudem noch bunte Frühlingsfreuden für das Auge von Naturliebhabern.

Blumeninseln und Blühstreifen

„Wer dennoch mähen möchte, sollte zumindest Blumeninseln oder Blühstreifen stehen lassen“, erklärt Katharina Heine. Das sei nicht nur im Frühjahr wichtig, um Nahrung für Insekten und Vögel bereitzustellen. Wiesenflächen mit heimischen Wildblumen und -gräsern sind generell weniger arbeitsintensiv. Sie müssen nur zwei- bis dreimal pro Jahr gemäht werden, Rasenflächen bräuchten wesentlich häufiger einen Schnitt.

Tipps zu einer Gartengestaltung, die nachhaltig Lebensräume für viele verschiedene Tiere und Pflanzen schafft, gibt es in unserer Broschüre „Naturschutz vor der Haustür“.

 

 

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HW 7 – Vom Remstal an den Bodensee

Am Samstag, 21. März, starten wir mit der ersten von 12 Tagestouren auf und rund um den Schwäbische Alb-Oberschwaben-Weg (HW 7). Der HW 7 gehört zu den unbekannteren Hauptwanderwegen des Schwäbischen Albvereins. Er führt von Lorch im Remstal durch das Stauferland und das Filstal hinauf auf die Albhochfläche, quer durch Oberschwaben mit seinen Mooren bis nach Friedrichshafen am Bodensee.

Die erste Tour am 21. März führt auf dem Irene von Byzanz-Weg von Lorch nach Hohenstaufen zum Teil auf und zum Teil abseits des HW 7.  Bis Oktober folgen dann weitere Strecken- und Rundtouren geführt von unseren erfahrenen Tourguides

Hier gibt es alle Termine und Infos.


Und zur Inspiration berichtet Martin Ruppert, begeisterter Fernwanderer und Albvereinsmitglied, von seinen Erlebnissen auf dem HW7.

Das Notizbuch ist schon etwas „verlebt“. Der Umschlag ist verschlissen, die Seiten wellig von zu viel Feuchtigkeit. Einige gepresste Blüten und Blätter stecken in dem Büchlein – und viele Erinnerungen. Martin Ruppert führt Tagebuch auf seinen „Märschen“, wie er es nennt. Der Berufssoldat hat bereits fünf Hauptwanderwege des Schwäbischen Albvereins erwandert. Während Corona den HW 1 und den HW 2 – „um die Runde um die Schwäbische Alb voll zu machen“, sagt er. Des Weiteren die Hauptwanderwege 4, 5 und 7. Um den HW 7 soll es hier gehen.

 

Der Rucksack ist gepackt

Für Martin Ruppert ist Wandern ein Hobby, aber auch Therapie. Wandern hat geholfen ihm geholfen, über schwierige Erlebnisse bei Auslandseinsätzen hinwegzukommen. Jetzt lebt er wieder dauerhaft im Schönbuch und wandert einfach weiter. „Den HW 7 fand ich interessant, weil er quer über die Schwäbische Alb führt“, erzählt er, „und nicht wie HW 1 und 2 an der Albkante entlang.“ Los geht es in Lorch im Remstal. Ziel ist Friedrichshafen am Bodensee.

Den Rucksack hat er nach seiner festen Packliste gepackt, die er über die Zeit immer wieder ergänzt und überarbeitet hat. „Man lernt durch Schmerzen“, sagt der 42-Jährige. Übernachtet wird draußen in der Natur, in Schutzhütten oder unter freiem Himmel. Das Biwak-Bauen hat er schon als Kind bei den Pfadfindern gelernt. Auch dass man hinter sich aufräumt und keine Spuren in der Natur hinterlässt. Nur manchmal gönnt sich Ruppert ein Bett in einem Gasthof, Wanderheim oder Hotel.

Durch das Stauferland

Spätestens um 7 Uhr ist Ruppert auf der Strecke. Mittags wird eine Stunde gerastet. Bevor es dunkel wird, richtet er sich seinen Nachtplatz ein. 40 Kilometer am Tag schafft er so ungefähr. Die 233 Kilometer des Schwäbische-Alb-Oberschwaben-Weg, wie der HW 7 auch genannt wird, hat er in sechs Tagen bewältigt. Oder besser die real gelaufenen 254 Kilometer – ein paar Abstecher, z.B. ins Wurzacher Ried, gönnte er sich als Zugabe.

Start also in Lorch am S-Bahnhof. Dort gibt es eine Albvereins-Tafel für das erste Foto. Der erste Teil der Strecke führte Ruppert durchs Stauferland. „Die Aussicht war phänomenal“, schwärmt er. Die drei Kaiserberge prägen das Bild. Und in der Ferne zeigt sich die blaue Wand der Schwäbischen Alb.

Der HW 7 führt über den Hohenstaufen weiter bis nach Göppingen, dann durch liebliche Landschaften mit Streuobstwiesen bis nach Bad Boll. Da kommt Martin Ruppert zum ersten Mal richtig ins Schwitzen. „Der Aufstieg zum Boßler war echt heftig“, erinnert er sich. Und die Wasserflasche war zu diesem Zeitpunkt leer. „Ich bin dann quasi ins Filstal wieder runtergefallen und dort dann bei einem Feuerwehrfest eingekehrt“, grinst er. Da gab es was zu Trinken. Nach rund 50 Kilometer dann endlich Nachtruhe in einer Schutzhütte bei Wiesensteig.

Quer über die Schwäbische Alb, hinunter nach Oberschwaben

Dass die Schwäbische Alb sehr lang ist, aber dafür überhaupt nicht breit, stellte Ruppert am zweiten Wandertag fest: „Als sportlicher Mensch kann man sie quasi an einem Tag zu Fuß durchqueren.“ Es geht über die Albhochfläche vorbei an der Laichinger Tiefenhöhle und der Sontheimer Höhle ins wildromantische Bärental. Dann durch die Lutherischen Berge, eine evangelische Enklave im sonst katholischen Gebiet.

Einen längeren Eintrag im Notizbuch von Ruppert gibt es über das Wolfstal („Ganz arg toll“) und die Querung des Großen Lautertals („Da bin ich gerne.“). Der lange Weg durch Oberschwaben war dann Neuland für den Wanderer. Hinauf ging es auf den Bussen, den heiligen Berg der Region. „Es ist schon sehr höflich, dass da jemand einen Berg hingestellt hat, mit Aussicht auf die Alb und über die Ebene bis zu den Alpen“, meint Ruppert augenzwinkernd. Letztere versteckten sich allerdings im Dunst. Weiter ging es Richtung Federsee. Und dort war es nach mehreren Wandertagen Zeit für eine Dusche und ein Bett in einem Gasthof.

Den Bodensee im Blick

Die Moränenlandschaft Oberschwabens empfand Ruppert eher als „Mogelpackung“. „Man denkt immer, es geht eigentlich nur noch bergab bis zum Bodensee. Und dann kommt noch eine Steigung und noch eine Steigung.“ Da wird der Rucksack dann doch ziemlich schwer. Vom Gehrenbergturm aus ist das Ziel dann aber schon zum Greifen nah.

In Friedrichshafen warteten dann Rupperts Frau und seine vier Kinder auf den Fernwanderer. Und ein kühles Bier? „Nein“, lacht Ruppert. „Wenn ich mir was gönnen will, dann gibt es eine Cola.“ Das ist so ein Kinderheitsding – Cola hat er nämlich als Junge nie bekommen.

Lieblich, rau, reich und grün – die Landschaft am HW 7 hat viele Gesichter

Und was war jetzt am schönsten auf dem HW 7? Ruppert muss nicht lange überlegen. „Mich hat besonders beeindruckt, wie sich der Charakter der Landschaft auf einer Strecke mehrfach so sehr verändern kann.“ Vom lieblichen Filstal, wo die Felder schon abgeerntet waren, auf die karge Alb, wo das Getreide noch reif werden musste. Und von dort in das reiche und grüne Oberschwaben. „Ich bin mir vorgekommen, wie wenn ich ins Auenland laufe.“ Und schließlich dann der Bodensee mit dem Blick auf die Berge.

Ruppert macht sein Notizbüchlein wieder zu. Er hat mittlerweile mehrere davon mit Wandererlebnissen gefüllt. 2026 hat er sich den HW 9 vorgenommen, der vom Großen Heuberg in Spaichingen zum Schwarzen Grat ins Allgäu führt. Er will ihn mit seinem Sohn laufen. Nicht am Stück, sondern in einzelnen kurzen Etappen. Und 2027 soll es dann wieder alleine auf Tour gehen – auf den Main-Neckar-Rhein-Weg, 413 Kilometer von Wertheim bis nach Lörrach. In einem Rutsch. Ob da ein Notizbuch reicht?

Ute Dilg

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Wandern und Kultur vereint im Hirschguldenweg

Dass Kultur und Wandern gut zusammenpassen, zeigt der Hirschguldenweg. Er führt auf landschaftlich reizvoller Strecke durch geschichtsträchtiges Gebiet. Start und Ziel ist das Haus der Volkskunst in Balingen-Dürrwangen. Mundartkünstler Pius Jauch hat einen Film über den Rundwanderweg gedreht – und selbst in Mundart eingesprochen.

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Konzipiert und ausgeschildert hat den Weg die Volkstanzgruppe Frommern Schwäbischer Albverein in Zusammenarbeit mit der Stadt Balingen konzipiert. Er führt von Balingen-Dürrwangen aus steil hinauf bis zur Ruine Schalksburg nach Burgfelden sowie durch das idyllisch gelegene Hofgut Wannental. Der Weg ist bei Start am Haus der Volkskunst gut 9 Kilometer lang bei etwa 500 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Unsere Wegbeschreibung und GPX-Track starten allerdings am Bahnhof in Dürrwangen. Dann ist der Weg etwa 11 Kilometer lang.

Und so sieht das Wegzeichen aus:

Doch woher kommt eigentlich der Name? Gustav Schwab veröffentlichte die Sage 1823 nach der Erzählung eines Dürrwanger Wirts. Demnach waren die Herren von Hohenzollern und der Schalksburg so erpicht aufs Erbe, dass sie auf den Tod ihres Bruders von der Balinger Burg Hirschberg hofften. Als der von der Habgier seiner Geschwister erfährt, verkauft er seinen Besitz um einen Hirschgulden an Württemberg. Mit weitreichenden Folgen nicht nur für die enterbten Brüder.

Wer sich die Geschichte von der Schalksburg und über den Hirschguldenweg genauer und in schönstem Schwäbisch anhören möchte, der sollte Pius Jauch im Film zuhören.

 

 

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Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß tritt als Albvereinspräsident zurück

Nach 25 Jahren hat der langjährige Präsident des Schwäbischen Albvereins, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, sein Amt zur Verfügung gestellt. Rauchfuß stand dem Verein mit seinen knapp 80.000 Mitgliedern seit 2001 vor. Es sei an der Zeit, die Verantwortung weiterzugeben, erklärte der 75-Jährige bei der Hauptausschusssitzung in Wernau. Nach seinem Rücktritt vertreten die beiden Vizepräsidenten Regine Erb und Thomas Keck den Schwäbischen Albverein. Die Neuwahl für das Präsidentenamt findet im Juni 2026 statt; der Vorstand empfiehlt für die Nachfolge im Präsidentenamt den bisherigen Vizepräsidenten Thomas Keck.

Rauchfuß‘ Engagement verdient Dank, Respekt und Anerkennung

„Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß hat den Schwäbischen Albverein über ein Vierteljahrhundert hinweg geführt und geprägt. In Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen und Umbrüche stellt dies allein schon ein hohes Verdienst dar“, würdigt Vizepräsident Thomas Keck den scheidenden Albvereinspräsidenten. Er habe ein enormes Maß an Lebenszeit, Kraft und Energie in den Albverein investiert. Dies verdiene Dank, großen Respekt und hohe Anerkennung, so Keck weiter. „Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß hat entscheidende Impulse gesetzt“, erklärt Vizepräsidentin Regine Erb. „Diese greifen wir gemeinsam auf und entwickeln den Albverein mit einem starken Team offen und zukunftsfähig weiter.”

Bei der Hauptausschusssitzung am 31. Januar bedankt sich der Vorstand bei Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß für sein langjähriges Engagement. Foto: Schwäbischer Albverein

Rauchfuß seit über 50 Jahren beim Schwäbischen Albverein engagiert

Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, geboren am 1. März 1950 in Stuttgart, ist seit über 50 Jahren im Schwäbischen Albverein engagiert. Zuerst als Pressewart und Jugendbeauftragter in der Ortsgruppe Plochingen, dann als Gauvorsitzender des Esslinger Gaus und schließlich ab 2001 als Präsident des Schwäbischen Albvereins. Die Weiterentwicklung des Wanderangebots und die Naturschutzarbeit lagen ihm sehr am Herzen. Außerdem setzte er sich sehr für den Fachbereich Familie und den Aufbau von Familiengruppen in den Ortsgruppen ein. Gerade die Arbeit mit Familien, Kindern und Jugendlichen erachtete er als eine wichtige Investition in die Zukunft des Vereins.

Bis 2024 auch Präsident des Deutschen Wanderverbands (DWV)

Als Präsident des Deutschen Wanderverbands (DWV), dem er von 2007 bis 2024 vorstand, lag sein Engagement beim Erhalt und Ausbau der Wege- und Wanderinfrastruktur in Deutschland. Zuletzt setzte er sich in dieser Funktion für das freie Betretungsrecht der Wälder im Zusammenhang mit der Novellierung des Bundeswaldgesetzes ein.

Nach seinem Medizin- und Pharmaziestudium war Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß zuerst als niedergelassener Arzt, später als selbständiger Apotheker in Plochingen und später in Stuttgart tätig. An seinem Wohnort Plochingen engagierte er sich von 1991 bis 2019 als Stadtrat, für einige Zeit auch als Fraktionsvorsitzender sowie als ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister. Für sein vielseitiges Engagement wurde er 2009 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Rauchfuß ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und vier Enkel.

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