Ausgezeichnetes ehrenamtliches Engagement

Manfred Bender hat die Ehrennadel des Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart erhalten. Es ist einer von insgesamt vier Personen, die für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement geehrt wurden.

v.l.n.r.: Regierungspräsidentin Susanne Bay, Manfred Bender und Konrad Epple MdL, Foto: Regierungspräsidium Stuttgart

„Heimat lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Die diesjährigen Trägerinnen und Träger der Ehrennadel bewahren nicht nur Traditionen, sondern entwickeln sie weiter und machen sie für kommende Generationen erlebbar. Ihr ehrenamtliches Engagement stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und zeigt, dass Heimat dort erlebbar wird, wo Menschen sich mit Herz und Tatkraft für ihre Mitmenschen und ihre Region einsetzen“, sagte Regierungspräsidentin Susanne Bay.

Zuverlässiger Ansprechpartner in der Wegearbeit

Manfred Bender ist seit 1984 in verschiedenen Bereichen des Schwäbischen Albvereins aktiv. Derzeit engagiert er sich als Fachwart für Wege im Hohenloher Gau und als Ortsgruppenvorsitzender der Ortsgruppe Untersteinbach. Er war zudem als Ortsgruppen-Internetwart, Gauinternetwart und Ortsgruppen-Jugendwart tätig. Von 2021 bis 2025 war Manfred Bender Beisitzer im Vorstand des Schwäbischen Albvereins.

Vor allem in der Wegearbeit ist Manfred Bender ein wichtiger Ansprechpartner für die Engagierten im Verein und bei externen Kooperationspartner, etwa bei der Erstellung von Wegekonzeptionen. Auch bei der Erarbeitung von Leitlinien für die Wegearbeit und deren Umsetzung war er beteiligt. Auf dessen Grundlage wurde ein Ausbildungskonzept für die Wegearbeit entwickelt, das maßgeblich dazu beiträgt, dass die Wanderwege im Vereinsgebiet gut markiert und gepflegt sind. Manfred Bender führt in seinem Gau und darüber hinaus regelmäßig Schulungen für Wegepaten und Wegewarte durch.

Begeisterter Volkstänzer und Fahnenschwinger

Manfred Bender ist zudem aktiv in der Volkstanzgruppe im Hohenloher Gau, der er seit vielen Jahren angehört. Bei unzähligen Auftritten ist er als Tänzer und Fahnenschwinger mit dabei. Bei wichtigen Veranstaltungen des Schwäbischen Albvereins wird ihm die Standarte anvertraut.

Herzlichen Glückwunsch an Manfred Bender zur Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege! Vielen herzlichen Dank für das langjährige Engagement für den Schwäbischen Albverein.

v.r.n.l. Wegereferentin Martina Steinmetz, Fachwart für Wege Manfred Bender und seine Partnerin Hannelore, Wanderreferentin Karin Kunz. Foto: Schwäbischer Albverein

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Wandern für den Seelenfrieden

Martin Ruppert ist weit gewandert. Fünf Hauptwanderwege des Schwäbischen Albvereins hat der 42-Jährige Familienvater aus dem Schönbuch schon bewältigt. Außerdem den Westweg im Schwarzwald und verschiedene lange Routen im europäischen Ausland. Warum geht er gerne Fernwandern? Wie bereitet er sich vor? Und warum ist er gerne alleine unterwegs? Darüber haben wir mit dem Albvereinsmitglied gesprochen.

Was reizt Sie am Fernwandern?

Ich wandere gerne in der Natur. Beim Fernwandern lernt man zudem eine Region gut kennen. Und man trifft auch immer wieder interessante und wirklich hilfsbereite Menschen. Auf dem HW5 habe ich einmal einen Herrn kennengelernt, an dessen Haus der Weg vorbeiführte. Ich wohne selber auch ganz nah am HW5. Wir waren also quasi Nachbarn, zwar 150 Kilometer voneinander entfernt, aber beide am HW5 wohnend. Das war ein total nettes Gespräch.

Wie bereiten Sie sich vor?

Für die Hautpwanderwege habe ich mich erst mal beim Schwäbischen Albverein auf der Website informiert. Danach schaue ich mir Wanderkarten an. Und zwar immer noch gerne auch gedruckte Karten. Da markiere ich mir immer wichtige Punkte wie Schutzhütten, etwaige Ausstiegsmöglichkeiten, auch Gaststätten und Friedhöfe, weil man sich da mit Wasser versorgen kann usw. und schreibe mir Entfernungsangaben in die Karte. Wenn man sich im Vorfeld gut mit der Strecke beschäftigt, dann gibt es in der Regel unterwegs keine Überraschungen. Unterwegs navigiere ich mit einem GPS-Gerät mit digitalem Kartenmaterial. Die Wanderkarte habe ich aber trotzdem für den Notfall immer dabei. Für den Rucksack habe ich Packlisten je nach Jahreszeit, die ich immer wieder überarbeite und nach denen dann der Rucksack gepackt wird. Und gute Schuhe sind wichtig!

Ihre Etappen sind ja recht lang – Sie laufen rund 40 Kilometer am Tag. Haben Sie da nicht auch mal Muskelkater?

In den Beinen eigentlich nicht. Die sind gut trainiert. Aber ich merke, dass mir mein Rucksack mittlerweile oft schwer wird. Da tun mir dann die Schultern schon weh oder ich habe Druckstellen oder kleine Wunden an der Hüfte vom Hüftgurtgurt. Da hilft Zinksalbe gut. Die habe ich immer dabei. Wahrscheinlich muss ich mir doch mal angewöhnen, etwas weniger mitzunehmen. Am Ende ist also nicht der Muskelkater ein „Showstopper“.

Wie halten Sie es mit den Pausen?

Das ist tatsächlich ein schwieriges Thema, wenn man alleine unterwegs ist. Der Körper braucht oft eine Pause, der Kopf aber nicht. Und dann geht man einfach weiter. Aber gerade bei einer Fernwanderung sind regelmäßige Pausen wichtig. Meine Lösung ist eine lange Mittagspause. Aber dazu muss ich mich wirklich zwingen. Andere finden vielleicht mehrere kürzere Pausen angenehmer. Da muss jeder seinen Rhythmus finden.

Stichwort „alleine wandern“ – was ist daran der Reiz für Sie?

Wandern ist für mich ganz wichtig für meinen Seelenfrieden. Vor allem nach einem schweren Einsatz in Afghanistan habe ich gemerkt, wie gut mir das lange Gehen getan hat, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Wer alleine wandert, muss sich mit sich selber beschäftigen, kann seine Gedanken ordnen. Ich merke in der Regel nach zwei Tagen, dass ich neue Ideen habe. Ohne Dauerberieselung, wie man sie im Alltag hat, kann man plötzlich kreativ werden. Ich habe zum Beispiel einmal in meinem Kopf ein Gartenhaus designt. Und dann nach der Rückkehr tatsächlich auch gebaut. Aber man beschäftigt sich auch mit Lebensfragen. Und das ist für die Seelenhygiene unglaublich wertvoll. Ich kann also alleine wandern nur empfehlen.

Ist es aber nicht schwierig, sich zu motivieren, wenn man über Tage alleine unterwegs ist?

Meiner Erfahrung nach, hat man kurz nach der Hälfte der Wegstrecke einen Durchhänger. Egal ob der Fernwanderweg 150 oder 300 Kilometer lang ist. Und da kommen dann schon die Gedanken, dass man doch mal einen Pausentag einlegen oder morgens mal ausschlafen könnte. Mich packt dann in der Regel doch der Stolz und ich laufe dann weiter. Auch wenn es manchmal schwerfällt. Zudem ist meine Zeit knapp. Ich habe Familie und kann mir nicht unbegrenzt frei nehmen, um alleine loszuziehen. Und am Ende bin ich glücklich, wenn ich mich überwunden habe. Ich bin noch nie am Ziel angekommen und habe gesagt, hätte ich mal besser vor vier Tagen aufgegeben. Je mehr Fernwanderwege man geht, desto stärker wird man auch mental. Ich kann nur alle ermutigen, es auch zu versuchen. Es müssen ja keine 40 Kilometer-Etappen sein. Man kann auch mit leichtem Gepäck kürzere Mehrtagestouren machen.

Noch ein Tipp für angehende Fernwanderer?

Schaut Euch Eure Heimat an. Es gibt wunderschöne Ecken hier. Man muss nicht nach Übersee fliegen, um die beste Zeit seines Lebens zu verbringen. Tolle Outdoorerlebnisse kann man auch in der Region haben.

Das Interview führte Ute Dilg, Pressereferentin Schwäbischer Albverein.

Mundartfeschd uff dr Burg Derneck

Humorvoll, lyrisch und immer radikal schwäbisch – beim Mundartfeschd des Schwäbischen Albvereins am Samstag, 18. Juli, um 17 Uhr auf der Burg Derneck präsentieren Claudia Pohel und Matthias Flad „vielsaitige“ und vielseitige Melodien, mal groovig-rockig, mal romantisch oder jazzig. Die Texte sind hintersinnig schwäbisch, handeln vom Alltag und seinen Absurditäten und laden zum Lachen und Nachdenken ein.

Nach dem großen Erfolg im Vorjahr ist dies die zweite Auflage des Mundartfeschds uff dr Burg Derneck. Bei der Burg Derneck handelt es sich um eines der schönsten Wanderheime des Schwäbischen Albvereins. Sie ist malerisch gelegen im Tal der Großen Lauter mitten auf der Schwäbischen Alb und bietet eine wunderbare Kulisse für diesen schwäbischen Liederabend.

Der Eintritt kostet 15 Euro. Kartenreservierung und Vorverkauf unter Telefon 0711 / 22585-0 oder per E-Mail unter hmueller@schwaebischer-albverein.de.

Das Thema „Mundart“ hat beim Schwäbischen Albverein Tradition. Der Mundartkünstler Helmut Pfitzer hob im Jahr 2000 die Idee aus der Taufe, regelmäßige Kleinkunstveranstaltungen mit mundartbezogener Musik und Literatur zu etablieren. Auf rund 12 Mundartbühnen gibt es regelmäßig unterhaltsame Kleinkunst auf hohem Niveau zu genießen.

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Der Schwäbische Albverein hat einen neuen Präsidenten

Die Mitglieder des Hauptausschusses des Schwäbischen Albvereins haben bei ihrer Sitzung in Sigmaringendorf am Samstag, 13. Juni, einen neuen Präsidenten gewählt. Thomas Keck, der bisher gemeinsam mit Regine Erb als Vizepräsident tätig war, übernimmt für die verbleibenden drei Jahre der Wahlperiode den Vorsitz des Vorstandsgremium. Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß war im Januar als Präsident zurückgetreten. Deshalb wurde die Nachwahl nötig.

Der Vorstand des Schwäbischen Albvereins v.l.n.r.: Hauptjugendwart Mats Thiele, die Beisitzenden Ursula Geister, Tanja Waidmann und Steffen Kaltenmark-Theus, Präsident Thomas Keck, Beisitzer Volker Korte, die beiden Vizepräsidenten Regine Erb und Claus Bayer. Foto: Schwäbischer Albverein

Der 63-jährige Keck ist seit 1993 ehrenamtlich im Schwäbischen Albverein engagiert. Über 25 Jahre war er Vorsitzender der Ortsgruppe Betzingen. Von 2005 bis 2021 engagierte er sich zudem als Gauvorsitzender des Lichtenstein-Gaus. Seit 2017 bestimmte er die Geschicke des Gesamtvereins als Vizepräsident mit.

Alle sollen sich im Verein wohlfühlen – gute Zusammenarbeit im Vorstand

„Ich wünsche mir einen modernen und schlank aufgestellten Schwäbischen Albverein, in dem sich alle, die gerne Outdoor-Sport betreiben, denen unsere Natur und eine gute Gemeinschaft wichtig ist, wohl fühlen. Wir wollen noch offener sein gegenüber Neuem, gleichzeitig aber positive Traditionen weiterleben“, erklärt Thomas Keck. „Dafür möchte ich mich als Präsident des Schwäbischen Albvereins einsetzen.“ Er berichtet von der guten Zusammenarbeit im Vorstand, der seit etwa einem Jahr nach dem Ressortprinzip aufgestellt ist und damit die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Dies sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Familienarbeit ein Stück Zukunft für den Verein

Als große Herausforderung sieht Keck den demographischen Wandel. Mitgliederzahlen gingen zurück, auch finanzielle Zuwendungen von staatlicher Seite seien weniger geworden. „Wir müssen den Verein konsolidieren. Das heißt aber nicht nur sparen, sondern vor allem auch Strukturen überarbeiten und Dinge vereinfachen.“ Als ein wichtiges „Stück Zukunft für den Verein“ sieht Keck die Familien- und Jugendarbeit, die er weiter ausbauen möchte.

Ehrenamt wertschätzen und sichtbar machen

„Herzstück des Schwäbischen Albvereins ist das Ehrenamt“, betont Keck. Die vielen freiwillig Engagierten brächten ein enormes Know-How in den Bereichen Wandern und Outdoor-Sport, Wegearbeit, Naturschutz sowie schwäbischer Kultur mit. „Das müssen wir in der Gesellschaft sichtbarer machen“, betont Keck.

Neuer Vizepräsident Claus Bayer will den direkten Austausch mit Mitgliedern

Mit der Wahl von Thomas Keck zum Präsidenten war auch das Amt eines der beiden Vizepräsidenten neu zu besetzen. Bei der Nachwahl setzte sich Claus Bayer gegen Steffen Kaltenmark-Theus aus Villingen-Schwenningen und Ulrich Löchner aus Leinfelden-Echterdingen durch. Bayer ist derzeit Beisitzer im Gesamtvorstand, Gauvorsitzender des Oberer-Donau-Gaus und Vorsitzender der Ortsgruppe Sigmaringendorf. „Mein Ziel ist eine Vereinsführung, die den Menschen nahe ist – offen, unbürokratisch und im direkten Austausch mit unseren Mitgliedern“, erklärte Bayer in seiner Bewerbung für das Amt.

Ursula Geister will als Beisitzerin den Natur- und Artenschutz vorantreiben

Bayers freigewordenen Beisitzerposten übernimmt Ursula Geister aus Blaubeuren-Seißen. Die zertifizierte Wanderführerin ist Vorsitzende der Ortsgruppe Seißen und Teil des Vorstandsteams des Donau-Blau-Gaus. Ihr liegt vor allem der Naturschutz am Herzen für den sie sich in vielerlei Projekten des Albvereins und darüber hinaus einbringt. Als Vorstandsmitglied des Schwäbischen Albvereins wird sie das Thema Natur- und Artenschutz vorantreiben.

Weitere Mitglieder des siebenköpfigen Vorstands sind Vizepräsidentin Regine Erb sowie die Beisitzenden Volker Korte, Steffen Kaltenmark-Theus, Mats Thiele und Tanja Waidmann.

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Sonderausstellung „Andenken fürs Herz“

Das Württembergische Trachtenmuseum Pfullingen präsentiert persönliche Erinnerungsstücke aus einer vergangenen Zeit. Das Museum und die Ausstellung sind bis zum 25. Oktober an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Schwäbische Albverein betreibt dieses Museum gemeinsam mit der Stadt Pfullingen.

Die Ausstellung präsentiert unter anderem Schmuck und Bilder aus Haar, Poesiealben, Erinnerungsbilder und vieles mehr als Zeugnisse materieller Erinnerungskultur.

Haarschmuck hatte im 19. Jahrhundert eine besondere Funktion als Erinnerungsobjekt und wurde sowohl zu Lebzeiten als auch im Zusammenhang mit Tod und Trauer angefertigt. Poesiealben bewahrten Widmungen, Sinnsprüche und persönliche Einträge, während Bilder oder Gegenstände mit Widmung an Ereignisse wie Hochzeit, Kommunion, Konfirmation, Jubiläen oder Ausbildung erinnerten.

Die Ausstellung veranschaulicht, wie Erinnerungen in materieller Form festgehalten und innerhalb von Familien über Generationen hinweg weitergegeben wurden. Sie bietet Einblicke in gesellschaftliche Vorstellungen von Familie, Identität und Andenken.

Öffnungszeiten des Museums: an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr.

Weitere Informationen über das Württembergische Trachtenmuseum Pfullingen

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25 Jahre Heimat- und Wanderakademie

2001 gründeten der Schwäbische Albverein und der Schwarzwaldverein die gemeinsame Wanderakademie gründeten. Im Jubiläumsjahr 2026, blickt die Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg (HWA) auf 25 erfolgreiche Jahre zurück. Was als Initiative zur Professionalisierung der ehrenamtlichen Arbeit begann, ist zu einer festen Größe in der Bildungslandschaft im Bereich Wandern in Baden-Württemberg geworden.

Wie alles begann

Die Wurzeln der HWA reichen bis ins Jahr 1998 zurück, als die Wanderführerausbildung beider Vereine vom Kultusministerium anerkannt wurde. Wandernde werden anspruchsvoller, so war die Erkenntnis, und eine einheitliche, hochwertige Ausbildung für Tourguides war nötig. Im März 2001 startete die HWA dank einer Anschubfinanzierung des Landes offiziell durch. Von Beginn an war klar: Es geht um mehr als Wandern. Es geht um Bildung und die Qualifizierung Ehrenamtlicher, um Verantwortung und Begeisterung für Natur und Heimat.

Enge Zusammenarbeit der Wandervereine

Ein entscheidender Erfolgsfaktor der Akademie ist die enge Zusammenarbeit zwischen Schwäbischem Albverein und Schwarzwaldverein. Diese Partnerschaft ermöglicht ein breites, qualitativ hochwertiges Bildungsangebot.

In einem gemeinsamen Grußwort zum Jubiläum der Heimat- und Wanderakademie betonen Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, bis Januar 2026 Präsident des Schwäbischen Albvereins, und Meinrad Joos, Präsidenten des Schwarzwaldvereins: „Die Akademie ist ein Ort, an dem Wissen vertieft, Haltung vermittelt und Begeisterung geweckt wird – für Landschaften, für kulturelle Zusammenhänge und für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.“

Stimmen zum Jubiläum: Das bedeutet uns die Akademie

Ausbildung zur zertifizierten Wanderführer*in als Herzstück

Aushängeschild der Akademie ist die Ausbildung zum zertifizierten Wanderführer bzw. Wanderführerin. Tourenplanung, Wissen über Natur und Kulturlandschaften, Geschichte und Traditionen in Baden-Württemberg sowie Kommunikation und Erlebnispädagogik sind die Inhalte der Ausbildung.

Die Absolventinnen und Absolventen der insgesamt neuntägigen Ausbildung sind mehr als nur „Vorwegläufer*innen“. Sie sind Botschafterinnen und Botschafter für das Wandern im Verein, für Natur, Heimat und nachhaltiges Handeln. Sie machen jede Gruppentour für die Teilnehmenden zum Erlebnis.

Quo vadis, Wanderakademie?

Jedes Jubiläum lädt nicht nur zu einer Rückschau, sondern auch zu einem Blick in die Zukunft ein. Wohin entwickelt sich die Heimat- und Wanderakademie? Um der modernen Lebensrealität mit seinen Herausforderungen u.a. in der Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Ehrenamt gerecht zu werden, bieten die Vereine mittlerweile eine Hybrid-Ausbildung an – Theorie online, Praxis vor Ort. Die Montagsakademie, ein Online-Format mit kurzen Fortbildungsimpulsen, erfreut sich großer Beliebtheit. Ein Grundlehrgang Radwandern ist neu im Programm. Ab 2027 plant der Schwarzwaldverein zudem einen modularen, neuen Ausbildungsgang zum „Tourguide“. Zielgruppe sind junge, erlebnisorientierte Menschen. Digitale Lernplattformen und Themen wie KI in der Vereinsarbeit oder der Einsatz der Sozialen Medien sollen das Portfolio erweitern.

Karin Kunz, Geschäftsführerin der Akademie und seit Jahrzehnten beim Albverein tätig, formuliert ihre Hoffnung für die Zukunft der Wanderakademie so: „Ich wünsche mir, dass wir auch in den nächsten 25 Jahren kreativ und flexibel auf die Bedürfnisse der Vereine eingehen. Dass wir Menschen die Freude an der Natur nahebringen, dass wir Wanderführerinnen und Wanderführer ausbilden, die mit erlebnisreichen Touren unsere Vereine repräsentieren.“

Interview mit Karin Kunz: Gemeinsam sind wir stärker

www.wanderakademie.de


Save the date! Einladung zum Mitfeiern auf und um dem Hohenneuffen

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Heimat- und Wanderakademie laden wir alle Mitglieder des Schwäbischen Albverein und des Schwarzwaldvereins zu einem Wanderwochenende auf und rund um den Hohenneuffen ein.

Am 17. und 18. Oktober 2026 gibt verschiedene Wander- und Radtouren zur Auswahl. Außerdem bieten wir einen geschichtlichen Samstagnachmittag auf der Festungsruine an. Am Samstagabend treffen wir uns dann in Grabenstetten zu einem genussvollen und gemütlichen Alb-Abend.

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Neuer Wanderführer zum HW 4 erschienen

Aus der Wanderführerreihe zu den Hauptwanderwegen, die der GWP Verlag gemeinsam mit dem Schwäbischen Albverein herausgibt, ist eine neue Ausgabe erschienen. Sie umfasst den südlichen Teil des Main-Donau-Bodensee-Wegs Süd. In zwölf Etappen geht es von Heidenheim bis nach Friedrichshafen am Bodensee.

Das ostwürttembergische Heidenheim liegt nahezu exakt in der Mitte des Main-Donau-Bodensee-Wegs. Dadurch lässt sich der Main-Donau-Bodensee-Weg (HW 4) nicht nur landschaftlich, sondern auch technisch in zwei Hälften teilen. Die Südroute beginnt am Ufer der Brenz auf der Schwäbischen Alb. Naturbelassene Flussläufe wie das Lonetal, in dessen Höhlen die ältesten Kunstwerke der Menschheit gefunden wurden, leiten an den Südrand des Gebirges und auf die weiten Riedlandschaften an der Donau. Dort liegt die schwäbische Metropole Ulm.

Entlang der Iller zieht der HW 4 Oberschwaben entgegen. Ausgedehnte Wälder wechseln sich mit einer sanften, grünen Hügellandschaft ab. In ihr liegen das beeindruckende Kloster Ochsenhausen und das pittoreske Wolfegg. Es markiert den Rand des Allgäus. Die Alpen bilden fortan eine majestätische Kulisse am Horizont. Gleich in der Nachbarschaft steht die Waldburg. Sie ist eine der am besten erhaltenen und wichtigsten Burgen in Süddeutschland. Von ihr geht es zwischen die Hopfen- und Obstgärten um Tettnang. Ziel ist das Schwäbische Meer. Friedrichshafen empfängt seine Gäste in mediterraner Atmosphäre am Ufer des blauen Bodensees.


Länge 198 Km | Aufstieg 3490 m, Abstieg 3580 m | Tiefster Punkt: Bodenseeufer, Friedrichshafen 398 m, Höchster Punkt: Sebastianskapelle, Haisterkirch 758 m


Dieser Band kann nicht nur als Wanderführer unterwegs genutzt werden. Er bietet mit seinen detaillierten Informationen zum Weg auch eine ideale Planungshilfe vorab mit seinem Gaststättenverzeichnis, mit Hinweisen für Unterkünfte, Kontaktadressen und Öffnungszeiten. Dazu gibt es detaillierte Informationen zu touristischen Höhepunkten, zu ÖPNV-Verbindungen, Höhenprofile und Fotos sowie GPS-Tracks zum Download via QR-Code oder Link. Für schwierige Situationen stehen Koordinaten im WGS84 Format zur Verfügung.

Hier geht es zu einer Leseprobe.

Der Wanderführer kostet 21,90 Euro und kann im Lädle des Schwäbischen Albvereins oder in unserem Online-Shop erworben werden.

Der zweite Teil des Wanderführers zur Nordroute des HW 4 ist in Planung. Das Erscheinungsdatum steht noch nicht fest.

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Zitterpappel – Baum des Jahres 2026

Am 25. April ist der Tag des Baumes in Deutschland. Bäume und Wälder erfüllen nicht nur eine wichtige ökologische Funktion. Sie sind auch Kulturgut. Sie haben eine starke Wirkung auf das Landschaftsbild, sind Symbole des Lebens. Sie werden in Gedichten und Liedern besungen. Und sie geben uns Menschen Ruhe und Entspannung. Anlässlich des Tags des Baumes möchten wir den Baum des Jahres 2026 näher vorstellen.

Zitterpappel als Solitär. Foto: R. Fenner (Quelle: Baum des Jahres)

Woher kommt eigentlich das sprichwörtliche „Zittern wie Espenlaub“? Nun, es geht auf das Laub der Espe oder Aspe zurück. Der Baum ist bei uns besser bekannt als Zitterpappel. Seine herzförmigen Blätter mit dem seitlich abgeflachten Blattstiel fangen schon bei der kleinsten Briese an zu „zittern“.

Laub der Zitterpappel. Foto: H.-R. Müller (Quelle: Baum des Jahres)

Die Zitterpappel ist ein unbesungener Baum – nicht zu vergleichen mit Eiche, Buche oder Linde. Ihre Bedeutung für die heimischen Wälder ist sicher wichtiger als für das heimische Liedgut. So ist Espe eine Anpassungskünstlerin, weit verbreitet in fast ganz Europa, in weiten Teilen Asiens und sogar im nördlichen Afrika. Sie verbessert den Boden und bietet vielen Tieren Lebensraum. Über 60 Schmetterlingsarten, nutzen sie als Futterpflanze. Und auch Vögel suchen sie gerne nach Insekten ab.

Die Forstwirtschaft schätzt die Espe vor allem als Pionierbaum, weil sie karge Flächen schnell wieder begrünt. Das liegt vor allem durch ihr weit verzweigtes Wurzelsystem, durch das sie sich schnell vermehren kann.

Mit 15 bis 25 Metern Höhe ist die Zitterpappel ein mittelgroßer Baum, ihr Stamm ist schlank. Sie wächst schnell und hat bald eine rundliche Krone. Im Frühjahr hat sie männliche purpurfarbene und weibliche grünliche Kätzchen. Im Herbst leuchtet ihr Laub goldgelb. Man findet sie häufig an Waldrändern und auf Kahlschlägen, in lichten Wäldern oder als Einzelbaum in offener Landschaft. Auch als Alleebäume werden Espen geschätzt.

Seit 1989 kürt die Dr. Silvius Wodarz Stiftung jährlich einen Baum des Jahres. Ziel ist es, dadurch das Bewusstsein für den Wert und Schutz unserer Bäume in Wäldern, in Städten und in der Landschaft zu stärken.

www.baum-des-jahres.de

 

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Artenreiche Wiesen: schutzwürdig wie das Wattenmeer

Sie sind eine Arche für viele gefährdete Tiere und Pflanzen – die Wiesen im Ländle. Entstanden über mehrere Jahrtausende bilden sie eine reiche Kulturlandschaft, die es in Europa kaum woanders gibt. Doch ihr Bestand ist gefährdet, ihr Schutz eine wichtige Aufgabe. Beim diesjährigen Naturschutztag des Schwäbischen Albvereins in den Räumlichkeiten des CVJM Stuttgart sprachen Fachleute über „Artenreiche Wiesen – europäisches Naturerbe im Ländle“.

Mehr als hundert interessierte Teilnehmende erfuhren Wissenswertes über die Geschichte der Wiesen, ihre unterschiedlichen Ausprägungen, ihren Artenreichtum und ihre Bedeutung in Europa, aber auch die Herausforderungen bei der Bewirtschaftung.

Knapp 70.000 Hektar FFH-Mähwiesen gibt es in Baden-Württemberg. FFH steht für Flora-Fauna-Habitat und bezieht sich auf die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, ein Abkommen der Europäischen Union zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen auf europäischer Ebene. Sie wurde 1992 in Kraft gesetzt und ist die erste umfassende europäische Grundlage im Arten- und Biotopschutz.

Wiesen ebenso schutzwürdig wie das Wattenmeer

FFH-Mähwiesen sind extensiv genutzte, artenreiche Heuwiesen. Sie gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. „Wir haben eine besondere Verantwortung, sie zu erhalten“, erklärte Jens Nagel von der Abteilung 7 Naturschutz im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Er vergleicht diese Wiesen in ihrer Bedeutung und Schutzwürdigkeit mit dem Wattenmeer.

Im Südwesten Deutschlands dominieren magere Glatthaferwiesen. Sie sind Lebensraum für eine Vielzahl an Tierarten wie Falter, Insekten, Reptilien und Vögel sowie typische Wiesenblumen wie Margerite, Acker-Witwenblume oder Labkraut, um nur einige zu nennen. „Diese Wiesen sind Kulturlandschaften“, betonte Nagel. „Das heißt man muss sich um sie kümmern, sonst werden sie langfristig zu Wald.“

Vom Neolithikum bis in die Neuzeit – die wechselvolle Geschichte der Wiesen

Biologieprofessor Dr. Peter Poschlod von der Universität Regensburg nahm die Teilnehmenden des Naturschutztags mit auf eine Reise durch die Geschichte der Weidekultur und damit der Kulturlandschaft Wiesen. Sie entstand im Neolithikum in Anatolien und verbreitete sich von dort aus Richtung Mitteleuropa. Die ersten schriftlichen Nachweise über Wiesen stammen aus der Römerzeit. In dieser Periode kamen auch viele Arten nach Süddeutschland – oft durch das Heu, dass die Römer als Futter für ihre Pferde mitführten.

Im Mittelalter gab es vor allem rund um die Höfe Wiesen, auf denen die Tiere frei herumliefen. Äcker hingegen waren eingezäunt. In der Neuzeit entstand sogar ein neuer Beruf – Wiesenbaumeister beschäftigten sich mit der Bewirtschaftung von Wiesen, um deren Erträge zu steigern. Im 19. Jahrhundert entstanden dann große Mähwiesen. Generell, so erklärt Poschlod, habe es immer wieder Wechsel von Ackerbau zu Wiesenwirtschaft und umgekehrt gegeben.

Der Biologieprofessor plädiert deshalb dafür, sich bei der Bewirtschaftung von Wiesen mehr an der Geschichte dieser Kulturlandschaft zu orientieren. „Wiesen waren immer einem Wandel unterworfen. Es gab lange die Tradition von Wechselwiesen. Heute gibt es ein Umbruchverbot bzw. das Nichtverschlechterungsgebot. Das ignoriert die Tatsache, dass man Wiesen immer wieder nachsähen muss“, sagte Poschlod.


Unsere Referentinnen und Referenten

   

   

Jens Nagel, Prof. Dr. Peter Poschlod, Kathrin Voigt, Jasmin Weißschuh, Harald Mayer, Frederik Amann-Bräuer (v.l.n.r., zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken)


Auf dem Heuschober Samen zusammenfegen oder Saatgut kaufen?

Jens Nagel gibt allerdings zu bedenken, dass sich andere Tier- und Pflanzenarten einstellen, wenn man eine Wiese länger und ohne größere Störungen wie eben einen Umbruch bewirtschaftet. Er zeigt ein Merkblatt für Landwirtinnen und Landwirte aus seinem Ministerium, dass die Bedeutung der Wiesen erklärt und die richtige Bewirtschaftung erläutert, nämlich ein bis zwei Schnitte pro Jahr bei moderater Düngung und mit Abräumen des Mahdguts. Außerdem könne eine Nachsaat nötig sein. Allerdings nur mit dem richtigen, für die Gegend charakteristischen Saatgut. Da können Samen sein, die man wie früher im eigenen Heuschober zusammengefegt hat oder eben Saatgut aus dem richtigen Ursprungsgebiet von einer Saatgutfirma, wie Harald Mayer von der BRAKEMA GbR erklärte. BRAKEMA entstand aus einem Modellprojekt zur Gewinnung von artenreichem Mähwiesen-Saatgut. Heute ist die Firma zertifiziert und drischt Saatgut auf artenreichen Blumenwiesen für Privatleute und landwirtschaftliche Betriebe.

Trotz ihrer Bedeutung als wertvoller Naturraum sind die FFH-Mähwiesen in ihrem Bestand bedroht. Katrin Voigt vom Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Tübingen zeigte eine Tabelle zu ihrem Erhaltungszustand mit einem Zeitstrahl seit 2007 – unverändert ist dieser mit der Signalfarbe rot eingefärbt. Dennoch gebe es Hoffnung, berichtete Voigt, zeigte sich doch der Gesamttrend 2025 als „sich verbessernd“ nach oben.

FFH-Mähwiesen sind in Baden-Württemberg mittlerweile ein zentraler Teil des Biotopverbunds. Sie sind nicht nur essenziell für die Artenvielfalt, sondern nach den Mooren auch effektive CO2-Speicher. Und es sind wichtige landwirtschaftliche Flächen. 87,5 Prozent werden laut Voigt bewirtschaftet. Das sei eine gute Nachricht, sagte sie, denn 70.000 Hektar Fläche seien zu groß, als dass der Naturschutz sie alleine bewahren könnte. „Die Landwirtschaft muss hier mit ins Boot.“ Wiesen könnten zudem der Schlüssel sein für eine klimaresistentere Landwirtschaft, da sie widerstandsfähiger seien. Die Landwirte sollten sie also auch in ihrem eigenen Interesse bewirtschaften.

Wiesenschutz durch extensive landwirtschaftliche Nutzung

Das tut Bauersfamilie Weißschuh aus Sachsenheim, die einen Milchviehbetrieb im Kirbachtal betreibt. „Mähwiesen verschwinden nicht, weil Bauern keine Lust darauf haben“, betonte Jasmin Weißschuh. „Sie sind einfach nicht so wirtschaftlich.“ Und der wirtschaftliche Druck auf die Bauern sei enorm. Viele geben auf. Tierhaltende Betriebe werden weniger. Damit gehe eine Vielfalt an Wirtschaftsweisen und Wissen verloren. Viele Bauernfamilien hätten Angst davor, dass sich auf ihren Flächen etwas Schützenswertes finden, weil sie dann Einschränkungen befürchteten. „Eigentlich müsste man die Menschen motivieren, naturnah zu wirtschaften und sie dafür zu belohnen“, erklärte Weißschuh. Sie plädierte für weniger Bürokratie bei der Beantragung von Fördergeldern und eine faire Honorierung, die auch die Biodiversitätsleistung und die Mehrkosten berücksichtigt, die eine extensive Wirtschaftsweise bedeutet.

„Wie viel Wildnis wollen wir zulassen?“

Wildnispädagoge Frederik Amann-Bräuer sprach zum Ende der Veranstaltung über die Schönheit von Wiesen und ihre entspannende Wirkung auf uns Menschen. Er fragte: „Wie viel Wildnis wollen wir zulassen?“ und plädierte dafür, mehr rauszugehen und die Natur einfach wahrzunehmen. In diesem Zusammenhang erläuterte er noch verschiedene pädagogische Möglichkeiten mit Kindern die Natur zu erleben.


Die Wiesen des Schwäbischen Albvereins

Im gesamten Vereinsgebiet besitzt der Schwäbische Albverein knapp 100 Hektar Wiesen. Insgesamt gehören dem anerkannter Naturschutzverband knapp 170 Hektar Naturschutzflächen. Fünf Wiesenflächen des Vereins sind Teil des Projekts „Archewiesen“. Sie werden als Spenderflächen für die Samenernte genutzt. Sieben weitere Grundstücke werden noch auf ihre Eignung geprüft.


Moderiert wurde der Naturschutztag in diesem Jahr von Albvereins-Vizepräsident Thomas Keck. Er dankte allen Teilnehmenden für die angeregten Diskussionen und Rückfragen sowie für ihre ehrenamtlichen Einsatz für den Natur- und Artenschutz.

Frühblüher als wichtige Nahrungsquelle

Wildbienen, Hummeln und sogar einige Schmetterlinge sind bei warmen Frühlingstemperaturen bereits unterwegs. Sie sind dringend auf Nahrung aus Wiese, Wald und Flur angewiesen. Naturschutzreferentin Katharina Heine ruft deshalb alle Garten- und Grundstücksbesitzer dazu auf, nicht zu früh schon mit dem Mähen von Grünflächen zu beginnen.

„Wildbienen und Falter, die in Deutschland überwintern, brauchen den Nektar der Frühlingsblumen. Deshalb ist es wichtig, diese ausblühen zu lassen.“ Und auch die Zugvögel, die in den nächsten Wochen aus ihren Winterquartieren zurückkehren, sind auf Samen und Insekten angewiesen, die sich vorrangig auf Blühflächen finden.

Gänseblümchen und Co.

Artenreiche Blumenwiesen – vor wenigen Jahrzehnten noch weit verbreitet – sind mittlerweile rar geworden. „Umso wichtiger ist es deshalb, im eigenen Garten wilde Ecken zu belassen, Wildblumen stehen und aussamen zu lassen“, erklärt Heine. „Etwa Gänseblümchen, Braunelle, Weißklee, Wegerich, Ehrenpreis, Gundermann oder kriechendes Fingerkraut.“ Diese Wildpflanzen liefern Nektar und Pollen und bieten zudem noch bunte Frühlingsfreuden für das Auge von Naturliebhabern.

Blumeninseln und Blühstreifen

„Wer dennoch mähen möchte, sollte zumindest Blumeninseln oder Blühstreifen stehen lassen“, erklärt Katharina Heine. Das sei nicht nur im Frühjahr wichtig, um Nahrung für Insekten und Vögel bereitzustellen. Wiesenflächen mit heimischen Wildblumen und -gräsern sind generell weniger arbeitsintensiv. Sie müssen nur zwei- bis dreimal pro Jahr gemäht werden, Rasenflächen bräuchten wesentlich häufiger einen Schnitt.

Tipps zu einer Gartengestaltung, die nachhaltig Lebensräume für viele verschiedene Tiere und Pflanzen schafft, gibt es in unserer Broschüre „Naturschutz vor der Haustür“.

 

 

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