Tipps zur Tourenplanung an heißen Sommertagen

Unsere Sommer sind heißer als früher – daran gibt es sicher keinen Zweifel mehr. Das hat Auswirkungen darauf, wie wir Natursportarten wie Wandern oder Radfahren ausüben können und sollen. Karin Kunz, Wanderreferentin beim Schwäbischen Albverein gibt Tipps, was bei der Tourenplanung in der heißen Jahreszeit zu beachten ist.

Wandern und Radfahren zu „Randzeiten“

Hitze im Sommer kann uns den Aufenthalt in der Natur verleiden und sogar gesundheitliche Probleme verursachen. „Mit einem frühen Start am Morgen oder einer kürzeren Tour in den Abendstunden vermeidet man die Mittags- und Nachmittagshitze“, erklärt Karin Kunz. Auch sollte man nicht an den heißesten Tagen im Jahr ein Weitwanderung oder eine weite Fahrradtour planen. Eine gemütliche Wanderung oder eine leichte Fahrradrunde im schattigen Wald lässt sich auch bei höheren Temperaturen noch gut bewältigen.

Leichte und atmungsaktive Sommerkleidung

Luftige Kleidung und guter Sonnenschutz sind wichtig, um einen Hitzschlag, Hitzeerschöpfung oder einen Sonnenstich zu vermeiden. „Es gibt sehr gute atmungsaktive, leichte Outdoorkleidung für den Sommer“, erklärt Karin Kunz. Manche Kleidungsstücke haben sogar einen eingebauten UV-Schutz. Alle Körperstellen, die nicht bedeckt sind, sollten in regelmäßigen Abständen mit Sonnencreme eingecremt werden – dabei die Ohren und den Nacken nicht vergessen. Ein Sonnenhut oder eine Basecap und eine Sonnenbrille schützen Kopf und Augen.

Wanderrucksack im Sommer

Eine leichte Regenjacke gehört auch im Sommer in den Wanderrucksack. Denn Schauer sind in unseren Breiten immer möglich. Dazu kommen genügend Getränke wie Mineralwasser oder Saftschorle sowie ein leichtes Vesper, gerne auch wasserreiches Obst oder Gemüse. Und falls die Getränke ausgehen, hat Karin Kunz einen Tipp: „Auf Friedhöfen gibt es außer in den Wintermonaten immer frisches Trinkwasser.“ Immer im Gepäck sein sollte ein kleines Erste-Hilfe-Set, ein Stück Schnur – falls der Schnürsenkel reißt – sowie eine geladene Powerbank für den Fall, dass der Handyakku unterwegs schlapp macht.

Gute Schuhe auch im Sommer

Gutes Schuhwerk mit Profilsohle ist zu jeder Jahreszeit wichtig. Nach einem Gewitter können die Wege auch im Sommer rutschig sein. Auch Wanderstöcke sind ein Gerät für jede Jahreszeit. Sie bieten eine gute Unterstützung gerade in steilem Gelände.

Wichtig: Gewitterwarnungen ernst nehmen!

„Der Blick in die Wettervorhersage vor einer Tour ist ein Muss“, betont Wanderexpertin Karin Kunz. Gewitter können einen in sehr gefährliche Situationen bringen. Besser dann eine Tour abkürzen oder gar nicht erst loslaufen oder losradeln.

Wenn man trotz sorgfältiger Planung im Freien in ein Gewitter gerät, dann ist es im Wald grundsätzlich sicherer als auf freier Fläche, wo man selbst schnell die höchste Erhebung ist. Da schlägt der Blitz nämlich bevorzugt ein. Sich unter einen freistehenden Baum zu retten, ist keine gute Idee. Besser kauert man sich in gebührendem Abstand zu seinen Mitwandernden in eine Bodenmulde oder einen Graben, die Füße eng zusammengestellt. Wichtig ist auch, bei Gewitter Abstand von Metall zu halten, erklärt Karin Kunz. „Also weg vom Fahrrad, weg mit Wanderstöcken, Regenschirmen oder dem Handy!“

Waldbrandgefahr im Sommer

Die meisten Wald- oder Wiesenbrände werden durch Unachtsamkeit ausgelöst. „Bitte beachtet die Warnungen des Forstes“, appelliert Karin Kunz an alle Naturbesucherinnen und -besucher. Lagerfeuer sind nur an offiziellen Grillstellen möglich, bei anhaltender Trockenheit aber meist komplett verboten. Ebenso wie Rauchen. Auch spiegelnde Gegenstände wie Glasscherben oder Alufolie stellen eine Gefahr da. Deshalb allen Müll mit nach Hause nehmen bzw. spiegelnde Gegenstände aufsammeln. Auch ein Auto kann durch Funkenflug einen Brand verursachen, wenn es an einem verdorrten Wiesenrand abgestellt ist. „Parkt deshalb nur auf ausgewiesenen Parkplätzen oder reist am besten mit dem ÖPNV zum Tourstart an“, empfiehlt Karin Kunz.Schwäbischer Albverein gibt praktische Tipps zur Tourenplanung.


Tipp für alle, die gerne mit anderen Menschen zusammen wandern

Der Schwäbische Albverein und seine Ortsgruppen bieten auch im Sommer viele Wanderungen an, die von geschulten Wanderführerinnen und Wanderführern geleitet werden. Sie haben nicht nur die Wetterbedingungen im Blick, sondern kennen auch die Wandergebiete, wissen viel über Geschichte und Geschichten, Natur und Landschaft in ihrer Region. Dazu kommt die Geselligkeit der Wandergruppe. Ideal für Menschen, die gerne in Gesellschaft wandern. Nichtmitglieder sind herzlich willkommen!

Hier geht es zu unserem Wanderprogramm.

Ehrennadel 2025 für ehrenamtliches Engagement

Zwei Ehrenamtliche des Schwäbischen Albvereins sind mit der Ehrenadel 2025 des Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart ausgezeichnet worden: Svea Betz aus Neckartaifingen und Heike Krieg aus Markröningen. Die Ehrennadel erhalten Personen, die sich in besonderer Weise um die Heimatpflege verdient gemacht haben.


Konrad Epple (MdL), Svea Betz (Neckartaiflingen), Sigrun von Strauch (Regierungsvizedirektorin), Reinhold Frank (Vorsitzender Sing-, Tanz- und Spielkreise in Baden-Württemberg

Svea Betz ist von Kindesbeinen an im Volkstanz in ihrem Heimatort Neckartailfingen aktiv. Im dortigen Ortsverein des Schwäbischen Albvereins ist sie seit 1995 Jugendwartin und seit 2014 Familienwartin. Sie leitet die wöchentlichen Gruppenabende, organisiert Beiträge zum örtlichen Sommerferienprogramm, Auftritte der Jugendgruppe bei Ortsgruppenveranstaltungen sowie Ausflüge und Lehrgangsteilnahmen. Sie ist Mitglied in der Volkstanzgruppe und im Volksmusikkreis sowie Mitbegründerin von NANU, dem Familienarbeitskreis des Schwäbischen Albvereins für Neckartailfingen, Aichtal, Neckarhausen und Unterensingen.

In der Arbeitsgemeinschaft der Sing-, Tanz- und Spielkreise in Baden-Württemberg e. V. arbeitet sie seit 2002 mit. Sie ist dort seit Jahren verantwortliche Leiterin für Familienarbeit und organisiert und leitet sie Seminare und Freizeiten für Familien.


Heike Krieg hat 2008 an der Wanderführerausbildung des Schwäbischen Albvereins teilgenommen und diese mit dem Zertifikat Natur- und Landschaftsführerin abgeschlossen. Seither hat sie schon unzähligen Wandergruppen die Region nähergebracht und ihre Liebe zur Natur und Kultur weitergegeben. Gleich nach ihrer Ausbildung wurde sie Teil des Ausbildungsteams und unterrichtet seither selbst in der Wanderführerausbildung der Heimat und Wanderakademie Baden-Württemberg, einer gemeinsamen Bildungseinrichtung des Schwäbischen Albvereins und des Schwarzwaldvereins. Seit 2016 gehört sie zudem der Prüfungskommission der Heimat- und Wanderakademie an und wird ab dem kommenden Jahr deren Vorsitz übernehmen.


Regierungsvizepräsidentin Sigrun von Strauch würdigte bei der Preisverleihung am 28. Juli das ehrenamtliche Engagement der insgesamt fünf Preisträgerinnen und Preisträger: „Mit Ihrer ehrenamtlichen Arbeit geben Sie ein lebendiges Beispiel dafür, wie man sein eigenes direktes Umfeld durch Engagement und Leidenschaft gestalten kann. Sie beweisen mit ihrem langjährigen und tatkräftigen Einsatz, dass es sich lohnt, sich für unser kulturelles Erbe einzusetzen.“ In ihrer Rede betonte von Strauch, dass die Bereitschaft seine Kultur zu pflegen, unsere von großer Vielfalt geprägte Gesellschaft zusammenhält, sie formt und menschlich und lebenswert macht.

Herzlichen Glückwunsch an unsere Ehrenamtlichen und vielen Dank für Eurer unermüdliches Engagement!

Veröffentlicht unter Thema

Messerverbot im ÖPNV – Auswirkungen für Wandernde und Radelnde

Der Ministerrat hat in seiner Sitzung am Dienstag, 22. Juli, 2025 beschlossen, dass man in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Messer mit sich führen darf. Das betrifft alle Messer – egal welcher Art und welche Klingenlänge.

Wandernde oder Radelnde, die mit Bus und Bahn zum Ausgangspunkt ihrer Tour anreisen, müssen dennoch nicht auf ein Taschenmesser für ihr Vesper verzichten, wenn sie bestimmt Regeln beachten.

-> Kein Taschenmesser in der Hosentasche oder im Außenfach des Rucksacks oder einer Tasche transportieren!

-> Das Taschenmesser muss laut Verordnung „nicht zugriffsbereit“ verpackt sein und darf nur mit mehr als drei Handgriffen erreicht werden.

Packt das Taschenmesser also in Eure Vesperdose, in ein Reisverschlussfach im Rucksack oder in ein Extra-Säckchen oder Behältnis und transportiert es dann im ganz verschlossenen Rucksack. Dann seid Ihr auf der sicheren Seite.

Nehmt das Messerverbot nicht auf die leichte Schulter. Es darf nämlich verdachtsunabhängige Kontrollen geben. Ein Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet werden.

Kinofilm „Was die Alb uns erzählt“

Atemberaubende Naturaufnahmen und spektakuläre Drohnenbilder von den Burgen und Felsen der Schwäbischen Alb, dazu Geschichten über die Menschen, Tieren und Pflanzen – das ist der Kinofilm „Was die Alb uns erzählt“. Er kommt in den kommenden Wochen und Monaten in die Kinos.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

Die Premiere des Films fand Ende Juni mit vielen geladenen Gästen auf der Burg Hohenneuffen statt. Filmemacher Dietmar Nill betonte dort, dass das Biosphärengebiet Schwäbische Alb eine einmalige Natur- und Kulturlandschaft zu bieten hat und sich die Menschen glücklich schätzen können einen solchen „Schatz“ direkt vor der Haustüre zu haben. Drei Jahre lang hat er an dem 90-minütigen Film gearbeitet.

Der Kinofilm wird in den kommenden Wochen und Monaten in den Kinos der Region und im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen zu sehen sein.

Am Freitag, 29. August, um 20:15 Uhr wird der Film im Mössinger Kino „Lichtspiele Mössingen“ gezeit. Filmemacher Dietmar Nill wird vor Ort sein, in den Film einführen und Fragen beantworten.

Ein weiterer Termin ist am Samstag, 6. September, ab 19:30 Uhr im Open-Air-Kino am Löwensteinplatz in Mössingen.

Weitere Termine folgen in Kürze unter: https://www.biosphaerengebiet-alb.de/veranstaltungen

 

Landschaftpflegetage auf dem Füllmenbacher Hofberg – Freiwillige gesucht!

Im Naturschutzgebiet Füllmenbacher Hofberg bei Sternenfels-Diefenbach (Enzkreis) findet vom 24. bis 27. September ein großer Landschaftspflegeeinsatz statt. Der Schwäbische Albverein ist dabei auf viele helfende Hände von freiwilligen Helferinnen und Helfern angewiesen. Alle Ehrenamtlichen können in diesem Zeitraum gemeinsam mit dem Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins im Wanderheim Füllmenbacher Hof übernachten.

Hier geht es zum Bericht über den Arbeitseinsatz im Vorjahr.

Das Naturschutzgebiet

Der Füllmenbacher Hofberg besteht vorrangig aus artenreichen Trockenrasenflächen, die von Weinbergen und Waldflächen umrahmt werden. Das Gebiet ist ein optimaler Lebensraum für zahlreiche gefährdete Tiere und Pflanzen, wie zum Beispiel das Purpur-Knabenkraut – eine heimische Orchideenart. Damit dieser südexponierte Trockenrasen in seiner einzigartigen Struktur erhalten bleibt ist eine regelmäßige Pflege notwendig. Nur so kann eine Verbuschung verhindert werden. Der Landschaftspflegetrupp des Schwäbischen Albvereins sorgt gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helfern aus den Ortsgruppen seit über 30 Jahren für diese Pflege.


Der Einsatz

Der Pflegetrupp mäht vor ab die Flächen und schneidet zugewucherte Areale aus. Die Aufgabe der Freiwilligen ist dann, das angehäufte Schnitt- und Mähgut mit Rechen und Heugabeln an den Fuß des Berghangs zu schaffen, wo es von einem Landwirt zur Kompostierung abgeholt wird.

Neben dem aktiven Einsatz für den Naturschutz, erfahren die Ehrenamtlichen mehr über die Bedeutung der Landschaftspflege zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften. Zusätzlich bieten wir eine Exkursion an, bei der die Teilnehmenden mehr über die Flora und Fauna vor Ort und die Geschichte des Biotops erfahren.

Eckdaten

  • Arbeitseinsatz von Mittwoch bis Samstag, 24. bis 27. September
  • Arbeitszeit von 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr, kann je nach Wetter abweichen
  • Ende am Samstag gegen 15 Uhr.
  • Anzahl der Teilnehmenden: 10 Personen für den gesamten Zeitraum.
  • Mindestalter für die Teilnahme: 18 Jahre

Anreise

Mit dem Pkw am Mittwoch, 24. September, bis 9:30 Uhr bis zum Wanderheim Füllmenbacher Hof. Bei Anreise mit der Bahn ist der Treffpunkt um 9 Uhr am Bahnhof Mühlacker.


 Unsere Leistungen

  • Unterkunft in unserem Wanderheim Füllmenbacher Hof
  • Übernachtung in Gruppenräumen, Vollverpflegung (Mithilfe bei der Küchenarbeit erwünscht).
    Bitte bei Anmeldung angeben, ob vegetarische Verpflegung erwünscht ist bzw. ob Allergien vorhanden sind.
  • Naturkundliche Exkursion
  • Naturgenuss und eine befriedigende Arbeit im Freien bei der Landschaftspflege

Mitbringen
Feste Schuhe und Arbeitskleidung
Handschuhe und Arbeitsmaterial (Rechen, Heugabeln etc.) werden gestellt.


Kosten
Der Schwäbische Albverein übernimmt alle Kosten für Übernachtung und Mahlzeiten. Die Teilnehmenden kümmern sich selbst um ihre Anreise.


Anmeldung beim Referat Naturschutz unter 0711 22585 -14 / -34, naturschutz@schwaebischer-albverein.de

Seminar zum Thema Datenschutz für Ortsgruppen

Am Freitag, 18. Juli, von 17.30 bis 20.00 Uhr bietet unser Datenschutzbeauftragter Florian Wuttke eine Datenschutzschulung an.Sie erfahren an diesem Abend wie Sie mit Ihren Daten in der Ortsgruppe richtig umgehen und können konkret Fragen an den Referenten stellen.

Anmeldung unter info@schwaebischer-albverein.de
Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt.

Veranstaltungsort: Wanderheim Wolfschlugen, Benzstraße 18, 72649 Wolfschlugen

Wir freuen uns auf viele Teilnehmende.

Sonderaktion Genuss aus der Region – ab 1. Juni im Online-Shop

Kennen Sie schon unsere Rubrik Hoflädle in unserem Online-Shop? Dort finden Sie Leckereien von verschiedenen regionalen Produzenten – etwa Linsen von der Zollernalb, Hägenmark und andere Fruchtaufstriche aus Bad Boll, Mühlensenf aus Tübingen und Lamm-Produkte aus Owen/Teck.

Bei allen vom 1. bis 30. Juni eingehenden Bestellungen, die mindestens einen Artikel aus der Rubrik Hoflädle unseres Online-Shops beinhalten, erhalten Sie kostenlos einen Unverpacktbeutel für Obst, Gemüse und Brot im Wert von 2,50 Euro.

Kontakt: Jürgen Dieterich, Waltraud Deters, Verkauf & Vertrieb, , Telefon 0711 22585-21 oder -22

 

Kuriose Blumennamen und singende Insekten

Was hat die Kuckucks-Lichtnelke mit dem Kuckuck zu tun? Und warum häutet sich das Grünen Heupferd sieben Mal? Auch beim diesjährigen Blumenwiesenfest ging es um interessante und auch kuriose Details aus unserer Flora und Fauna.

Rund 55 große und kleine Naturinteressierte hatten sich am Samstag, 24. Mai, dafür auf der Glatthaferwiese Mönchswaldfeld in Mainhardt-Mönchsberg versammelt. Mit zwei Fachleuten, Becherlupen, Fangnetzen und Bestimmungsbüchern ging es auf die Wiese.

Heuschrecken in verschiedenen Größen

Zuerst zum Grünen Heupferd – einer Spezies, die von den Kindern und Erwachsenen mit dem Fangnetz aufgesammelt wurde. Es ist die größte europäische Heuschrecke. Die Männchen werden bis zu 3,6 Zentimeter lang, die Weibchen sogar bis zu 4,2 Zentimeter. Diese Heuschreckenart ist immer noch sehr weit verbreitet und gilt deshalb glücklicherweise nicht als gefährdet.

Die Weibchen legen ihre Eier in den Boden mithilfe einer kräftigen Legeröhre – 200 bis 600 Stück. Dort bleiben sie zwischen eineinalb und fünf Jahren, bevor daraus winzige kleine, flügellose Heuschrecken schlüpfen. Das passiert immer Ende April bis Anfang Mai. Bis Ende Oktober häuten sich die Jungtiere sieben Mal. Das bedeutet, sie legen mit dem Wachstum das zu klein gewordene Außenskelett aus Chitin ab. Nach sieben Häutungen ist das Große Heupferd nicht nur ausgewachsen, es hat auch seine Flügel entwickelt und kann fliiieeegen. Das Fliegen ist ihnen aber kein Bedürfnis wie einem Vogel, Heupferde bleiben lieber auf Pflanzen sitzen. Geflogen wird nur, wenn sie aufgeschreckt werden.

Männchen singen für die Weibchen

Die Männchen brauchen ihre Vorderflügel auch, um zu „singen“. Sie reiben sie aneinander. Das Schwirren soll die Damen beeindrucken. Schließlich wollen sich die Heuschrecken auch wieder vermehren. Besonders gut ist der „Gesang“ an lauen Sommerabenden bis in die Nacht hinein zu hören.

Neben dem Grünen Heupferd ging den Besucherinnen und Besuchern des Blumenwiesenfests auch Roeseliana roeselii ins Netz – zu Deutsch Roesels Beißschrecke. Auch sie zählt zu den Laubheuschrecken. Sie ist etwa halb so groß wie das Grüne Heupferd. Sie ist grün-olive-braun und an den Seitenlappen gelblich. Auch sie durchlebt sieben Stadien bis zum adulten Tier.

Übrigens: Alle Insekten wurden nach ihrer Bestimmung wieder freigelassen.

Neben Umweltpädagoge Thomas Klingseis, der in bewährt unterhaltsamer, dabei trotzdem fachlicher Manier in die Welt der Insekten einführte, war in diesem Jahr William Tóth mit von der Partie. Er ist Naturparkführer im Schwäbisch-Fränkischen Wald. In seiner Gruppe wurden Pflanzen gesammelt. Ein großes Leintuch lag am Boden, auf die die Funde ausgebreitet wurden. Eine der Wildblumen war die Kuckucks-Lichtnelke.

Ein rosa Blütenmeer aus Nelken

Optisch hat die Kuckucks-Lichtnelke mit dem Vogel rein gar nichts zu tun. Sie gehört zur Familie der Nelkengewächse. Ihre Blütenblätter sind rosa und wunderbar filigran. Sie mag feuchte Wiesen und bildet mitunter ein richtiges Blütenmeer. Wildbienen lieben sie für ihren Nektar, ebenso verschiedene Schmetterlinge. Vor allem sie sind für die Bestäubung der Nelke zuständig ist. Dafür braucht es nämlich ihren langen Rüssel.

Das erklärt aber noch nicht den Kuckuck im Namen. Das kommt daher: Auch die Schaumzikaden mögen diese Nelkenart. Sie bilden im Frühjahr in deren Blattachseln ihre Nester, die im Volksmund „Kuckucksspeichel“ genannt werden. Und weil im Frühjahr auch der Kuckuck zurück aus dem Winterquartier kommt, ist der Name an der Nelke hängengeblieben – es ist wirklich etwas weit hergeholt.

Gemütliches Beisammensein und Basteleien

Nach viel fachlichem und unterhaltsamen Input über Insekten und Wildpflanzen hatten sich die Teilnehmenden beim Blumenwiesenfest eine Stärkung verdient. Die Ortsgruppe Mainhardt hatte Bänke aufgestellt, den Grill angeworfen und Getränke mitgebracht. Ehrenamtliche der Familiengruppe beteiligten sich mit Bastelangeboten. So konnten die Kinder Bilderrahmen mit gepressten Blüten verzieren, Kräutersalz mischen oder Grasmännchen binden.

Es war ein rundum gelungenes Fest bei bestem Wetter. Dank dafür gebührt der Ortsgruppe Mainhardt für ihre Unterstützung sowie unseren Fachleuten Thomas Klingseis und William Thóth.

Und der Stiftung Franz und Rosina Greiling, die die Unkosten für die Referenten und die Verpflegung finanzierte und für jedes Kind einen Kinder-Naturführer und eine Becherlupe spendierte. Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Neuer Wanderführer für den HW5

Der Schwarzwald-Schwäbische Alb-Allgäu-Weg (HW 5) gehört zu den langen Fernwanderwegen des Schwäbischen Albvereins. Start ist in Pforzheim, das Ziel erreicht man nach 305 Kilometern auf dem Schwarzen Grat im Allgäu. Dort angekommen hat man 7296 Höhenmeter im Aufstieg und 6445 Höhenmeter im Abstieg bewältigt. Am 1. Juni erscheint ein ein neuer Wanderführer für diese anspruchsvolle Route.

Der HW5 ist eine Route der Kontraste. Sie beginnt südlich von Pforzheim am Ufer der Würm. Bereits im ersten Drittel bilden die dichten Forste des Schwarzwalds und des Schönbuchs einen interessanten Gegensatz zur offenen Landschaft des dazwischenliegenden Heckengäus. Südöstlich des Neckars erklimmt der Weg die Höhe der Schwäbischen Alb. Es geht vorbei an der Nebelhöhle und dem Schloss Lichtenstein, durch das Große Lautertal mit seinen Burgen bis an die Donau und weiter nach Oberschwaben. Dort finden sich stille Moore, grüne Riede und kleinn Städtchen. Zum Schluss durchstreift man das Allgäu und kann sich an an einer schönen Aussicht auf die Gipfel der Alpen freuen. Ziel ist der Schwarze Grat. Er ist mit 1118 Höhenmetern der höchste Berg des ehemaligen Königreichs Württemberg.

Detaillierte Etappenbeschreibungen im Wanderführer

Die Etappen sind im Buch so gewählt, dass sie einzeln gemütlich oder kombiniert sportlich erwandert werden können. Neben allen Informationen zum 305 Kilometer langen Weg sind Angaben zu touristischen Höhepunkten und persönliche Tipps des Autors enthalten. Ein Gaststättenverzeichnis und Empfehlungen zu Unterkünften mit Kontaktadressen sowie Öffnungszeiten erleichtern ebenso wie GPS-Tracks zum Download via QR-Code oder Link die persönliche Planung. Nummerierte Marken im Höhenprofil, im Textblock, auf den Fotografien und Karten ermöglichen eine leichte Nachvollziehbarkeit der Strecken. Für schwierige Situationen stehen Koordinaten im WGS84 Format zur Verfügung. Ein kurzer Einleitungsteil erläutert die Verwendung. Die schönsten Fotografien können wie die GPS-Tracks heruntergeladen und beliebig geteilt werden.

Herausgeber des neuen Wanderführer zum Schwarzwald-Schwäbische Alb-Allgäu-Weg (HW 5), ist der GWP Verlag in Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Albverein. Hier gibt es eine Leseprobe.

Zu bestellen ist der Wanderführer in unserem Online-Shop oder Sie kommen einfach selber im Lädle in der Hospitalstraße in Stuttgart vorbei.


Wanderfühererreihe zu den Hauptwanderwegen
Der Wanderführer zum HW5 ist Teil einer Wanderführerreihe des Verlags, mit der alle zehn Hauptwanderwege des Albvereines abgedeckt werden– optimiert für die An- und Abreise mit dem ÖPNV sowie für die Nutzung mit dem Smartphone oder GPS-Gerät. Hier finden Sie alle bisher erschienen Bände sowie weitere Infos zu unseren Hauptwander- und Themenwegen.

Voll was los bei der Hauptversammlung in Uhingen

Die Albvereins-Ortsgruppe Uhingen und der Filsgau hatten sich gehörig ins Zeug gelegt für die Gäste der Hauptversammlung des Schwäbischen Albvereins am Sonntag, 25. Mai in Uhingen. Drei Wanderungen, eine naturkundliche Exkursion, zwei Stadtführungen und Tanzdarbietungen der Volkstanzgruppe Süßen.

Dazu einen Tanzworkshop und ein buntes Danzfeschd am Vortag, das mit 180 Gästen hervorragend besucht war. Die Albvereinsfamilie und die Albvereinsjugend sorgten für Spiel und Spaß für die jungen Teilnehmenden. Die vielen angereisten Albvereinler und Gäste aus Uhingen freute es. Sie saßen noch lange bei Kaffee und Kuchen zusammen.

Am Vormittag versammelten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Ortsgruppen und der Gremien des Vereins sowie weitere Interessierten zur Hauptversammlung im Uditorium, wo sie vom Göppinger Landrat Edgar Wolff, dem Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger und dem stellvertretenden Gauvorsitzenden Hans-Jürgen Digel herzlich begrüßt wurden.

Albverein als soziales Netz und Ort der Begegnung

  

Landrat Edgar Wollf und Bürgermeister Matthias Wittlinger

Wolff dankte dem Schwäbischen Albverein für sein Engagement. „Sie machen mit viel Ehrenamtlichem Engagement unsere schöne Natur für Einheimische und Gäste erlebbar.“ Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Löwenpfade, ein Netz von zertifizierten Wanderwegen im Landkreis Göppingen, die es ohne das Engagement von Akteuren aus dem Filsgaus nicht geben würde.

Bürgermeister Wittlinger dankte den Wegewarten des Vereins für die Pflege der Wanderwege in der Region. Außerdem hob er das Engagement der Ortsgruppe Uhingen für eine Orchideenwiese in der Kommune hervor. Der Albverein sei ein soziales Netz, ein Ort der Begegnung, des Zuhörens und des Mitmachens in einer Zeit, in der viele Orientierung suchen, so Wittlinger weiter. „Herzlichen Dank dafür!“

Lebendig und humorvoll erzählte „Wanderung“ durch den Filsgau

Der stellvertretende Gauvorsitzende Hans-Jürgen Digel nahm die Teilnehmenden mit auf eine lebendig und humorvoll erzählte „Wanderung“ durch die Landschaften des Filsgaus mit seinen 29 Ortsgruppen und rund 4.500 Mitgliedern. Er dankte der Ortsgruppe Uhingen für ihre Gastfreundschaft und prägte den wahrscheinlich einprägsamste Satz des Vormittags in Zusammenhang mit dem Danzfeschds am Abend des DFB Pokalfinales: „Die Tänzerinnen und Tänzer beim Danzfeschd haben fast schöner getanzt als Angelo Stiller durch die Abwehrreihen von Arminia Bielefeld.“

Grüße und Dank der Landesregierung

Grüße der Landesregierung überbrachte die Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz, Sabine Kurtz. Sie hob den Wert des Ehrenamts und der Gemeinschaft hervor in einer Zeit, die von Vereinzelung und hohem Druck geprägt sei. Das Vereinsleben des Schwäbischen Albvereins zeige einen Kontrast zum schnelllebigen Alltag und biete einen gesunden Ausgleich. „Das hat nichts mit rückwärtsgewandter Volkstümelei zu tun“, so Kurtz weiter. Vielmehr gelte es das Gute des Heutigen mit dem Bewährten früherer Generationen zu verbinden.

Kurtz würdigte den Schwäbischen Albverein als verlässlichen Partner und hob insbesondere die enge Zusammenarbeit und die guten Gespräche des Vereins mit dem Forst BW hervor.

Herausforderungen für den Schwäbischen Albverein

Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß und Hauptjugendwart Mats Thiele berichteten nach den Grußworten über die Aktivitäten und Herausforderungen, die der Schwäbische Albverein derzeit zu bewältigen hat.

2024 sind auf Ortsgruppenebene fast 11.000 geführte Wanderungen mit rund 186.000 Teilnehmenden durchgeführt worden. Damit habe man das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht, so Rauchfuß. Aber die Zahlen weisen nach oben. Der Albvereinspräsident rief die Mitglieder auf, vor allem auch auf Gauebene wieder mehr zusammenzukommen, Netzwerke zu knüpfen und gemeinsam Ideen zu entwickeln. „Wir brauchen den Austausch“, betonte er, „und wir müssen wieder mehr an unserer Gemeinschaft arbeiten.“

Rauchfuß berichtete zudem über die Anstrengungen, den Haushalt des Vereins zu konsolidieren. Investitionen in Wanderheime würden derzeit in einer AG Konsolidierung bewertet. Er würdigte zudem auf die erfolgreichen Anstrengungen vieler Ortsgruppen hin, vor Ort Spenden für nötige Renovierungsarbeiten an Aussichtstürmen zu sammeln. Die Klimaumlage, die 2024 mit dem Mitgliedsbeitrag erhoben wurde, beläuft sich auf knapp 140.000 Euro. Dieses Geld soll für eine Photovoltaik-Anlage für das Wanderheim Burg Derneck verwendet werden. Eine mögliche Umsetzung wird von Fachleuten geprüft.

Jugend bereitet Jubiläumsjahr 2026 vor

Hauptjugendwart Mats Thiele berichtete über die vielfältigen Aktivitäten und Freizeiten in der Schwäbischen Albvereinsjugend. Außerdem stellte er das Projekt „Sichtbar im ganzen Ländle“ vor, das unter anderem die Anstrengungen der Albvereinsjugend mehr in den Ortsgruppen Fuß zu fassen, bündelt. Zudem bereite man das Jubiläumsjahr 2026 vor, so Thiele. Dann feiert die Schwäbische Albvereinsjugend nämlich ihren 100. Geburtstag. Es wird unter anderem eine zentrale Feier im Jugendzentrum Fuchsfarm in Albstadt-Onstmettingen geben.


Für die musikalische und tänzerische Umrahmung sorgte das Duo Barrique aus Uhingen und die Kindervolkstanzgruppe der Ortsgruppe Süssen.