DWV-Herbstfachwartetagung: Zukunft im Blick

Regionale Identität, Familien als Zielgruppe, digitale Medien, verlässliche Wegemarkierung: Eine Zukunft haben Wandervereine nur, wenn sie den Wandel der Gesellschaft und die daraus entstehenden Bedürfnisse von Wanderinnen und Wanderern ernst nehmen. Das ist ein Ergebnis der Herbstfachwartetagung des Deutschen Wanderverbandes in Aalen.     

Wenn Wandervereine eine Zukunft haben wollen, werden sie um zeitgemäße Websites und Facebook nicht herum kommen. Das ist Ergebnis einer Studie, die Erik Neumeyer, stellvertretender Geschäftsführer des Deutschen Wanderverbandes (DWV) während der Großen DWV-Herbstfachwartetagung vorgestellt hat. Die Tagung führte rund 140 Vertreterinnen und Vertreter der DWV-Mitgliedsorganisationen vom 26. bis 28. Oktober 2018 nach Aalen, um den Dialog in den Fachbereichen Wandern, Wege, Medien, Familie, Kultur und Naturschutz zu führen und darüber zu diskutieren, was passieren muss, um die DWV-Mitgliedsvereine fit zu machen für die Zukunft.

Neumeyer sagte in Aalen, dass beim Wandern zunehmend eine Individualisierung zu beobachten sei. „Viele Menschen gehen heute lieber alleine, mit dem Partner, Freunden oder der Familien raus“, so Neumeyer. Dabei habe das Thema Wandern als Erlebnis für viele Menschen einen hohen Wert. Eine Befragung von über 2.300 Wanderinnen und Wanderern im Rahmen des Projektes „Natursport.Umwelt.Bewusst“ habe gezeigt, dass diese idealerweise über Veranstaltungen sowie mobil-optimierte Websites und Facebook angesprochen werden.

In Aalen wurde auch deutlich, dass nicht nur die Medien, sondern auch die realen Angebote der Vereine hochwertig sein sollten, um mehr Menschen zu begeistern. Gerade bei Angeboten für jüngere Leute und Familien gebe es noch Nachholbedarf, so DWV- und Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Familienarbeit in den Vereinen voranzubringen, um die Zukunft der Vereine zu sichern.

Rauchfuß: „Jeder Verein sollte eine Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner benennen, der für das Thema Familie verantwortlich ist.“ Entscheidend für den Erfolg der 58 DWV-Mitgliedsvereine sei auch, hochwertige Gruppenwanderungen anzubieten. Daher setze der Verband weiter auf seine zertifizierte, anspruchsvolle Wanderführer-Ausbildung. „Neben Vermittlungskompetenz legen wir viel Wert auf Sachkompetenz bei natur- und kulturräumlichen Themen. Und natürlich beherrschen unsere bundesweit inzwischen über 7.000 Wanderführerinnen und Wanderführer auch den Umgang mit Karte, Kompass und GPS-Gerät“, so der Präsident, „es gibt nichts Schlimmeres als eine langweilige Wanderung mit fachlich falschen Informationen, bei der sich die Teilnehmer am Ende auch noch verlaufen.“

Auch war das Wegemanagement in Aalen ein großes Thema. Um die damit verbundenen Arbeiten zu erleichtern, hat der DWV die Online-Software NatursportPlaner entwickelt, die sich inzwischen im In- und Ausland großer Beliebtheit erfreut. So speichert der größte Wanderverein Deutschlands, der Schwäbische Albverein, sein gesamtes Wegenetz digital im NatursportPlaner und kann die Daten so im System des Landesvermessungsamtes integrieren. Auch die durch Deutschland verlaufenen Europa-Wege mit einer Länge von 11.000 Kilometern sind im NatursportPlaner erfasst.

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Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.