Achtsam wandern – Konzert im Grünen

Das Rauschen eines Baches, das Zwitschern eines Vogels oder das Säuseln des Windes können sehr entspannend sein. Warum bei einer Wanderung nicht einstimmen in das Konzert der Natur. Machen Sie mit!

Naturkonzert mit Naturmaterialien

Hölzer, Blätter, Steine kann man zum Klingen bringen! Man kann Steine aufeinander reiben oder gegeneinander klopfen, mit Blättern rascheln oder knistern, mit Hölzern gegeneinander oder auf Baumstämme trommeln – alleine oder gemeinsam. Man kann Klangimpulse der anderen aufnehmen und weitergeben, kürzer oder länger, mit Pause oder ohne, laut oder leise. Man kann den Rhythmus wechseln und dabei beobachten, welche Bilder vor dem inneren Auge entstehen oder einfach nur lauschen.

Die dürren Äste einer Fichte eignen sich als Zupfinstrument. Wenn wir einen Draht oder ein Gummiband sehr straff über zwei bis drei dünne Zweige spannen, kann daran gezupft werden. Die Musik überträgt sich über den Stamm, wer das Ohr an den Stamm legt, hört die Melodie.


Baumtelefon für Kinder

Auf der einen Seite eines abgesägten Baumstammes klopft und kratzt eine Person mit dem Finger in unterschiedlichen Stärken und Rhythmen. Auf der anderen Seite lauscht der Partner den Zeichen, indem er das Ohr an die Schnittfläche legt. Es kann sich auch eine nonverbale Kommunikation oder ein kleines Lied entwickeln. Oder ihr nutzt das Morsealphabet aus dem Internet, um Euch tatsächlich zu unterhalten.


Und wer lieber zuhört anstatt selber zu musizieren, findet auch dazu in der Natur viele Gelegenheiten:

Konzert im Grünen

Ein Heupferd streicht die Cellosaiten,
zwei Grillengeigen stimmen ein.
Ich möchte nicht durch lautes Schreiten
Zerstörer des Konzertes sein,
das über Blütenköpfen schwebt.

So lausche ich den schrillen Klängen
im Sitzen. Hummelkontrabass
und sanfte Bienenbratschen mengen
sich ein und ohne Unterlass
erklingt das Spiel – der Grünhalm bebt.

Von Ferne schmeicheln Flötentöne,
wohl Fitis- oder Zilpzalplied.
Die Symphonie erhält noch schöne,
Ergänzung her vom dichten Ried,
wo sangesfroh der Laubfrosch lebt.

(Aus der Sammlung Tiere. Von Ingo Baumgartner, 2014)


Weitere Achtsamkeitsübungen finden Sie hier.

Waldsterben 2.0

Umgestürzte Bäume, starke dürre Äste am Boden und lichte Baumkronen: Dem Wald geht es nicht gut. Nach dem sauren Regen in den 1980ern macht nun der Klimawandel den Wäldern in Baden-Württemberg zu schaffen. Försterin und Gaunaturschutzwartin des Albvereins, Waltraud Leinen, dazu im Interview.

 

Wie geht es den Wäldern in Baden-Württemberg?

Nicht gut. Nach zwei Trockenjahren in Folge ist der Wald geschwächt. Die Bäume sind auf tiefe Wasserressourcen angewiesen. Aber das Grundwasser ist nach den heißen und trockenen Sommer einfach sehr niedrig. Schädlingsbefall ist ein Problem. Und an bestimmten Bäumen gibt es Verbrennungsschäden aufgrund der beiden extrem heißen Wochen im Sommer 2019. Es kommt also einiges zusammen.

Welche Baumarten sind besonders betroffen?

Die Fichte. Sie leidet sehr unter dem Borkenkäfer. Dieses Jahr ist er schon seit Ostern in großer Anzahl unterwegs, weil es so warm war und weil er sich durch die Hitze in den letzten beiden Jahren so gut vermehren konnte. Das setzt den Fichten sehr zu. Viele Bäume sind vorgeschädigt. Bei den Laubbäumen ist es die Buche, die leidet. Wir hatten ja gehofft, dass sie als einheimische und angepasste Baumart gut durch die heißen Sommer kommt. Aber auch bei ihr haben wir im Herbst 2019 extreme Schäden vor allem an den Kronen festgestellt. Die verbrennen unter der starken Sonnenstrahlung. In der Folge setzt sich ein Pilz rein und die Äste sterben langsam ab. Das macht uns wirklich Sorgen.

Gibt es regionale Unterschiede?

Nicht wirklich. Selbst im Schwarzwald, der normalerweise recht feucht ist, war es in den vergangenen Jahren viel zu trocken. Ostdeutschland hat es allerdings noch viel übler getroffen als uns. Da sterben ganze Wälder ab. Das hatten wir in dem Ausmaß bisher hier noch nicht.

Wie kann man als Laie die Schäden erkennen? Denn momentan sieht alles grün und schön aus.

Das ist in der Tat sehr schwierig. Gerade im Sommer sieht man ja nicht in die Kronen, wo oft sehr starke Äste abgestorben sind. Bei starkem Wind können die herunterfallen und Menschen gefährden. Im Winter erkennt man Schäden noch schlechter. In öffentlichen Wäldern, die von uns Förstern betreut werden, versuchen wir, möglichst alle Bäume, die eine Gefahr darstellen zu fällen. Aber wir können nicht überall gleichzeitig sein.

Was raten Sie Wanderern und Radfahrern?

Wenn ein Sturm oder Orkanböen angesagt sind, vorrangig im Winter, dann ist es im Wald gefährlich. Da muss man wirklich aufpassen. Das gilt vor allem für ältere Wälder, weil da viel runterbrechen kann. Im Sommer sind Sommergewitter gefährlich. Die kann man oft nicht so vorhersehen und das ist das Problem. Wenn Sie also in ein Gewitter kommen, dann nicht unter alten Bäumen Schutz suchen. Lieber irgendwo hingehen, wo die Bäume kleiner und niedriger sind. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass ein ganzer Baum umfällt. Aber auch morsche Kronenteile und dürre Äste sind höchst gefährlich und auch faktisch vorher nicht sichtbar.

Was müsste die nächsten Jahre passieren, damit der Wald sich erholen kann?

Mehr Regen und moderate Sommertemperaturen. Aber die extremen Jahre häufen sich. Das ist ein Fakt. Von forstwirtschaftlicher Seite arbeiten wir seit dem Sturm Wiebke Anfang der 1990er Jahren an einem Waldumbau. Damals sind viele Fichten entwurzelt worden, weil sie mit ihren flachen Wurzeln nicht sturmstabil sind. Aber jede Veränderung im Wald dauert seine Zeit. Bäume wachsen eben langsam.

Wie muss man sich diesen „Umbau“ vorstellen?

Wir setzen bei der Aufforstung auf eine gute Durchmischung im Wald. Ein gesunder Mischwald hält Klimaveränderungen am besten aus. Das ist das eine. Zum anderen müssen wir aber auch den Waldbestand, der da ist schützen, indem wir zum Beispiel den Borkenkäfer im Zaum halten. Das ist im Sommer oft ein Wettlauf mit der Zeit. Leider haben wir dafür oft nicht genug Personal. Wir bräuchten dringend mehr Förster und Waldarbeiter – sowohl für die Aufforstung als auch für die Überwachung und Eindämmung von Schädlingen.

Werden denn schon Baumarten zugemischt, die hier nicht heimisch sind?

Ja. Die Douglasie etwa. Sie stammt eigentlich aus Nordamerika und hat sich in trockenen Sommern bewährt. Sie wurde allerdings schon vor gut hundert Jahren hier eingeführt, ist also nicht mehr ganz neu. Bei Laubholzbaumarten ist man noch nicht so weit. Die forstwirtschaftliche Versuchsanstalt sucht hier nach Lösungen. Aber das ist nicht so einfach. So ein Baum muss im Sommer Trockenheit aushalten, im Winter aber viel Feuchte. Also einfach Palmen pflanzen, weil es wärmer wird, funktioniert nicht. Momentan pflanzen wir vor allem da einheimische Eichen nach, wo Buchen Probleme haben. Eichen halten die Hitze und die Trockenheit bisher ganz gut aus.

Was kann der Schwäbische Albverein für den Wald tun?

Um die Klimaerwärmung zu stoppen und den Wald zu erhalten, ist die gesamte Gesellschaft gefordert. Der Schwäbische Albverein und seine Mitglieder können vor allem informieren, durch waldpädagogische Maßnahmen ein Bewusstsein für den Klima- und Naturschutz schaffen und die Forstwirtschaft kritisch begleiten.

Waltraud Leinen ist Försterin und leitet im Landkreis Schwäbisch-Hall das Forstrevier Spielbach des Forstbezirks Tauberfranken. Im Schwäbischen Albverein ist sie als Naturschutzwartin im Burgberg-Tauber-Gau aktiv.

Das Interview führte Ute Dilg.

Weitere Informationen:

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Neue Wanderführerreihe zu Hauptwanderwegen

2020 hat der GWP Verlag in Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Albverein eine neue Wanderführerreihe gestartet. Aufgearbeitet werden alle zehn Hauptwanderwege des Albvereines – optimiert für die An- und Abreise mit dem ÖPNV sowie für die Nutzung mit dem Smartphone oder GPS-Gerät. Bereits erschienen sind die Wanderführer zum HW1 (Albsteig), zum HW3 Süd und Nord (Main-Neckar-Rhein) und zum HW6 (Limeswanderweg). Sie sind im Lädle und im Online-Shop des Schwäbischen Albvereins erhältlich.

QR-Code für aktuelle Informationen

Die Wanderführer im Taschenbuchformat (120 mm x 190 mm) bieten neben einer Beschreibung der Wanderroute viele Informationen zu Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten und sehenswerten Punkten. Für sich schnell ändernde Angaben wird auf Webadressen verwiesen. Diese sind bequem und schnell per QR-Code abrufbar und werden von Tourismusverbänden und Kommunen aktuell gehalten.

Koordinaten helfen bei der Orientierung

An neuralgischen Stellen finden die Nutzer zudem im Text geografische Koordinaten zur Prüfung des eigenen Standortes mit Google Maps und ähnlichen Apps. Alle Etappen sind optimiert für eine An- und Abreise mit Bus und Bahn. Dazu kommen hochwertiges Bildmaterial und virtuelle Rundgänge zum Abruf via Smartphone oder PC.

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Tag der Artenvielfalt: Obstbaumwiesen als Biotope schützen

Anlässlich des Internationalen Tags der Artenvielfalt am 22. Mai fordert der Schwäbische Albverein Obstbaumwiesen stärker zu schützen und im Naturschutzgesetz als „Geschützte Biotope“ zu verankern.

„Obstbaumwiesen bilden nicht nur wichtige und schön anzusehende Grüngürtel um Ortschaften, sondern sind vor allem auch wichtiger Lebensraum für eine Vielzahl von Wiesenpflanzen, Kleinsäugern, Vögeln und Insekten“, betont die Katharina Heine, Naturschutzreferentin des Schwäbischen Albvereins. Mit einer Aufnahme ins Naturschutzgesetz wären für Kommunen und Grundstücksbesitzer auch finanzielle Anreize wie Zuschüsse zur Erhaltung und Pflege wichtiger Bestände verbunden.

Artenreiche Lebensräume gefährdert

Obstbaumwiesen, häufig auch „Streuobstwiesen“ genannt, haben in Baden-Württemberg eine lange Tradition. Ab dem 15. und 16. Jahrhundert begann man Obstbäume in der Landschaft zu „streuen“, daher stammt der Begriff „Streuobstwiese“. Obstbaumwiesen gehören mit bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen Europas. Bedingt durch den Bau von Straßen, Gewerbe- und Wohngebieten sowie einer Umnutzung der Flächen und die damit verbundene Zerschneidung der Landschaft haben sich die Bestände seit den 1960er Jahren fast halbiert.

„Viele Obstbaumwiesen werden außerdem nicht mehr fachgerecht bewirtschaftet“, beklagt Heine. „Ihre Pflege ist zeitaufwändig und macht viel Arbeit. Das ist vielen Besitzer aus Altersgründen oft zu viel.“ Bei den nachfolgenden Generationen fehle oft das Wissen, die Zeit und das Engagement die Obstbaumwiesen so zu betreuen, dass diese Biotope auch langfristig erhalten bleiben. Die Folge: Die Obstbaumwiesen wachsen zu, die Bäume sehen ungepflegt aus. Um die Pflege von Obstbaumwiesen zu gewährleisten müssen die aus Obstbaumwiesen gewonnenen Produkte stärker durch regionale Vermarktung unterstützt werden, fordert Heine. Etwa Apfelsaft aus heimischen Streuobstwiesen.

Bewußtsein für Naturschutz und Artenkenntnis fördern

Wichtig für einen dauerhaften Erhalt der Obstbaumwiesen ist zudem die heimische Artenkenntnis zu fördern. Es müsse bereits in der Schule oder sogar in Kindertageseinrichtungen angesetzt werden, um ein Basiswissen an heimischen Arten zu schaffen, betont Heine. „Nur so können Kinder einen Bezug zu Natur und Umwelt entwickeln. Wer nicht weiß, welche Funktion eine Obstbaumwiese hat und wie wichtig sie für uns ist, weiß auch nicht, was durch ihre Vernachlässigung verloren geht.“ Heine berichtet in diesem Zusammenhang von einem Arbeitseinsatz von Schülerinnern und Schüler der Landern-Grundschule in Markgröningen im Herbst 2019. Gemeinsam mit der dortigen Ortsgruppe und der fachkundigen Anleitung des hauptamtlichen Pflegetrupps legten sie eine neue Obstbaumwiese an.

Im Rahmen der Familien- und Jugendarbeit finden zudem regelmäßig Apfelaktionen statt, bei denen Kinder selbst Äpfel auf einer Obstbaumwiese auflesen und anschließend ihren eigenen Apfelsaft pressen können. „ Ganz nebenbei bekommen die Kinder so nützliches Wissen rund um die Obstbaumwiesen vermittelt“, berichtet Heine. „Und es macht ihnen Spaß.“ und sind mit Spaß an der Arbeit dabei.


Lesen Sie mehr über die Geschichte von Obstbaumwiesen, ihrem Schutz und die schützenswerte Fauna und Flora in unserer Broschüre Obstbaumwiesen – typisch schwäbisch!. Als Schmankerl gibt es darin auch einen Wandervorschlag

Weitere Naturschutzbroschüren zu geschützten und schützenswerten schwäbischen Landschaften finden Sie unter hier.

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Videoserie zur Wanderkarte

Wanderkarten sind gerade der Verkaufsschlager im Albverein-Online-Shop. Doch was bedeuten all die Linien und Symbole? Und was hat es mit digitalen Karten auf sich? Eine Videoserie des Deutschen Wanderverband zum Thema Kartenkunde bietet Antworten.

In Zeiten der Corona-Pandemie sind die Menschen gerne in der Natur unterwegs. Doch wie sich orientieren im Wald. Eine Möglichkeit sind Wanderkarten – derzeit der Verkaufsschlager im Albverein-Online-Shop. Viele wagen sich so weg von vorgefertigten Rundwanderwegen und suchen sich ihre eigenen Routen im Wald.

Aber eine Wanderkarte richtig lesen zu können, ist gar nicht so einfach. Der Deutsche Wanderverband hat deshalb ein Online-Tutorial mit derzeit sechs Teilen zusammengestellt, um Wanderneulingen und fortgeschrittenen Wanderern, das Kartenlesen zu erleichtern. Themen sind unter anderem die Legende (Zeichenerklärung), Geländedarstellungen, der Maßstab und das UTM-Gitternetz. Außerdem gibt es Informationen zur digitalen Tourenplanung am Computer und zum Pro und Contra von Papier- und digitaler Karte.

Hier geht es zum Kartenkurs.

Auch in Corona-Zeiten möglich: Kilometersammeln für das Wanderabzeichen

Kilometersammeln für das Deutsche Wanderabzeichen ist nun auch bei Wanderungen allein, zu zweit oder in der Familie möglich. Diese Sonderregelung gilt zunächst bis zum 30. Juni 2020.

Wandern ist gesund. Bewegung draußen fördert die Fitness und träg zum psychischen Wohlbefinden bei. Als Anreiz, im Rahmen von Gruppenwanderungen Deutschland zu erkunden, gibt der Deutschen Wanderverbands (DWV) das Deutsche Wanderabzeichen heraus. Was aber nun tun, in Corona-Zeiten – wenn Gruppenwanderungen verboten sind?

Mit einer Sonderregel macht es der DWV nun möglich, auch bei Wanderungen allein, zu zweit oder in der Familie Kilometer für das Deutsche Wanderabzeichen zu sammeln. Diese Regel gilt vom 1. März bis zunächst 30. Juni 2020. Gewertet werden können bis zu 20 km pro Monat, das gilt für Erwachsene, Jugendliche und Kinder.

Drucken Sie das Extrablatt aus. Tragen Sie Ihre Wanderungen ein und geben Sie ihn mit dem Wander-Fitness-Pass am Ende des Jahres bei uns in der Hauptgeschäftsstelle ab.

Viel Spaß beim Wandern und Kilometersammeln. Bleiben Sie gesund!

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Naturschutzfonds: Ausschreibungsfrist verlängert bis 1. Juli

Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg hat die Ausschreibungsfrist für ihre Projektförderung für 2021 verlängert. Verbände, Hochschulen, Kommunen, Privatpersonen oder Vereine – auch die Ortsgruppen und Gaue des Schwäbischen Albvereins – können nun bis zum 1. Juli Anträge einreichen. Zudem können Fördergelder aus Ersatzzahlungen beantragt werden.

 

Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg startet ihre Projektförderung für 2021. Unter dem Motto „Wir fördern Vielfalt“ investiert die Stiftung in Projekte, die zur Stärkung der biologischen Vielfalt beitragen. „Auch die Ortsgruppen und Gaue des Schwäbischen Albvereins sind aufgerufen, sich mit Ideen für Naturschutzprojekte an den Fonds zu wenden“, erklärt Katharina Heine, Naturschutzreferentin des Vereins.

„Umweltbildung, Artenschutz oder Forschung – wir freuen uns auf innovative Vorschläge, die dem Naturschutz und dem Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen zugutekommen“, betonte Umweltminister Franz Untersteller zu Beginn der Ausschreibung. Möglich ist eine Förderung von bis zu vier Jahren, Die Gesamtkosten des Projekts darf 5.000 Euro nicht unterschreiben. Förderanträge können bis zum 1. Juli eingereicht werden.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Projekte über Ersatzzahlungen finanzieren zu lassen. Ersatzzahlungen müssen diejenigen Kommunen oder Landkreise usw. leisten, die aufgrund von Infrastrukturmaßnahmen in die Natur eingreifen und diesen Eingriff nicht durch eigene Naturschutzmaßnahmen kompensieren können. Für Projekte aus Ersatzzahlungen ist die Antragsfrist der 1. Juli 2020. Diese Anträge müssen über die Referate 56 der Regierungspräsidien gestellt werden.

Weitere Informationen sowie Bewerbungsunterlagen finden Sie unter www.stiftung-naturschutz.landbw.de/ausschreibung.

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Langeweile zu Hause? Nicht mit uns! Familienaktionen in Zeiten der Kontaktsperre

Alle Brettspiele gespielt? Die Bilderbücher können auch schon alle auswendig? Und die Malsachen rufen auch nur noch ein müdes Gähnen bei den Kindern hervor? Bei der Albvereinsfamilie gibt es Abhilfe.

Zweimal pro Woche werden bieten wir Familien mit Kindern in der nächsten Zeit neue Ideen für drinnen und draußen. Basteln mit Naturmaterialien, Fühl- und Klangerlebnisse im Wald oder Bewegungsspiele im Freien – für jeden ist etwas dabei.

Klickt rein und macht mit!

Und wer den neuesten Post direkt ins E-Mail-Postfach bekommen möchte, kann sich für unseren Familien-Newsletter anmelden: Einfach an sbeier@schwaebischer-albverein.de schreiben.

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Zustand des Waldes besorgniserregend

Am 21. März ist Tag des Waldes. Grund, sich einmal mehr mit dem Zustand der Wälder in Baden-Württemberg zu beschäftigen. Naturschutzwart Manfred Hagen vom Schwäbischen Albverein jedenfalls ist alarmiert: „Wir müssen endlich weg von Monokulturen hin zu naturnahen Mischwäldern.“

   

Weg von Monokulturen, hin zu naturnahen Mischwäldern

Baden-Württemberg zählt mit rund 14.000 Quadratkilometer Wald zu den waldreichsten Bundesländern in Deutschland. Das entspricht gut 38 Prozent der Landesfläche. Im Waldzustandsbericht der Landesregierung für 2019 werden 43 Prozent davon als „stark geschädigt“ eingestuft. Monokulturen sind besonders anfällig bei Stürmen und Schädlingsbefall. Die zunehmende Trockenheit bedingt durch den Klimawandel werten Wissenschaftler zudem ein deutliches Signal dafür, dass es mehr Vielfalt braucht.

Erhöhte Vorsicht beim Aufenthalt in Wäldern nötig

Was bedeutet das für Wanderer? Zum einen, dass sie künftig vorsichtiger sein müssen beim Waldspaziergang. Die vielen Stürme in den vergangenen Wochen und der starke Borkenkäferbefall bedingt durch zwei sehr trockene und heiße Sommer haben auch den Wälder in Baden-Württemberg stark zu schaffen gemacht. Aufgrund der Vorschädigung vieler Bäume sei mit Brüchen zu rechnen, warnt Albereinspräsident Hans-Ulrich Rauchfuß. Zum anderen gebe es Beeinträchtigung beim Zugang zu Wanderwegen aufgrund von verstärkte Waldarbeiten und Umforstungsmaßnahmen.

Naturschutzbeauftragter Manfred Hagen fordert von Wanderern und Erholungssuchenden außerdem, ihre Sichtweise auf den Wald zu überprüfen. Hierzulande hätten die Menschen gerne einen „aufgeräumten Wald“ oder einen Park. Gesunde, naturnahe Wälder sind aber unordentlich. „Es gibt dann eben auch Dickicht oder herumliegende Äste“, betont er.

Artenrückgang auch in den Wäldern alarmierend

Besonders besorgt ist Manfred Hagen über den Rückgang von Insektenarten in den hiesigen Wäldern. „Bisher dachte man immer, das Artensterben betreffe die Wälder weniger als Wiesen und Ackerflächen“, sagt er. Dem sei allerdings nicht so. Hagen verweist auf eine Studie zum Artensterben, die die Technische Universität München hat im vergangenen Herbst veröffentlicht hat. Dafür seien unter anderem auch Flächen auf der Schwäbischen Alb untersucht worden. Das Ergebnis ist erschreckend: Die Biomasse an Insekten in den Wäldern ist seit 2009 um 41 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Arten um 36 Prozent. „Es besteht dringender Handlungsbedarf!“, betont Hagen und widerholt die Forderung, die Naturschutzverbände schon seit längerem stellen: „Wir brauchen ein Umdenken in der Forstwirtschaft.“

Weitere Informationen:

Frauen wandern anders

Achtsames Wandern, Kräutertouren und Kartenlesen für Frauen – der Schwäbische Albverein stellt zum Weltfrauentag sein diesjähriges FrauenSpecial vor

Frauen interessieren sich oft für die Kleinigkeiten am Wegesrand. Hier eine Küchenschelle. Foto: Katharina Heine

Wanderungen nur für Frauen? Ist das nicht sexistisch Männern gegenüber? Regine Erb muss bei der Frage lachen. „Nein, natürlich nicht“, sagt die Wanderführerin. Sie sieht das ganz pragmatisch: Männer dürften ja auch ohne Frauen wandern. Sie findet die Atmosphäre in reinen Frauengruppen sehr entspannt und genießt es, ohne Leistungsdruck unterwegs zu sein. Deshalb bietet sie im Rahmen des FrauenSpecial des Schwäbischen Abvereins geführte Touren nur für Frauen an.

Programm „Frauen naturverliebt 2020“

Insgesamt zehn Frauen-Wanderungen finden sich im Programm „Frauen naturverliebt 2020“ des Schwäbische Albverein. Den Auftakt macht Regine Erb in Kohlberg am Samstag, 14. März. Sie hat bewusst den Termin kurz nach dem Internationalen Frauentag (8. März) gewählt. Bei ihrer Tour geht es um Wandern und Entspannen. Meditieren in der Natur, ein Stück alleine und schweigend gehen, kleinere Entspannungsübungen am Wegesrand – Regine Erb kommt vom Gesundheitswandern und flicht deshalb gerne derlei Elemente in ihre geführten Wanderungen mit ein. „Man bekommt so eine andere Wahrnehmung von sich und seiner Umgebung, spürt seine Füße, die jeden Tag Schwerstarbeit leisten, aber kaum beachtet werden“, sagt sie.

Frauengeschichten und Kräuterwanderungen

Karin Kunz, Wanderreferentin beim Albverein und Geschäftsführerin der Heimat- und Wanderakademie, berichtet, dass Frauen sich ihrer Erfahrung nach oft für die Kleinigkeiten am Wegesrand wie Blumen oder Schmetterlinge interessieren. „Außerdem sind sie häufig weniger an Leistung interessiert.“ Deshalb werde bei den Frauenwanderungen viel Wert auf Achtsamkeit in der freien Natur gelegt. Ein weiterer Schwerpunkt des Programms sind Exkursionen, bei denen Geschichten und Schicksale von Landfrauen auf der Alb im Mittelpunkt stehen. Beliebt sind zudem Touren, bei denen Kräuter gesammelt und anschließend zu leckeren kleinen Happen verarbeitet werden, berichtet Kunz.

Allein in der Pampa

Und manches Klischee deckt sich dann auch mit der Erfahrung: „Bei der Ausbildung an Karte und Kompass haben wir zudem festgestellt, dass viele Frauen einen anderen Zugang zu Orientierung und topografischen Karten haben als Männer“, erklärt Karin Kunz. Deshalb habe man das Seminar „Allein in der Pampa – Karten lesen für Anfängerinnen“ mit ins Programm genommen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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