Frühblüher als wichtige Nahrungsquelle – mit dem Mähen warten

Wildbienen, Hummeln und sogar einige Schmetterlinge sind bei warmen Frühlingstemperaturen bereits unterwegs. Sie sind dringend auf Nahrung aus Wiese, Wald und Flur angewiesen. Naturschutzreferentin Katharina Heine ruft deshalb alle Garten- und Grundstücksbesitzer dazu auf, nicht zu früh schon mit dem Mähen von Grünflächen zu beginnen.

„Wildbienen und Falter, die in Deutschland überwintern, brauchen den Nektar der Frühlingsblumen. Deshalb ist es wichtig, diese ausblühen zu lassen.“ Und auch die Zugvögel, die in den nächsten Wochen aus ihren Winterquartieren zurückkehren, sind auf Samen und Insekten angewiesen, die sich vorrangig auf Blühflächen finden.

Gänseblümchen und Co.

Artenreiche Blumenwiesen – vor wenigen Jahrzehnten noch weit verbreitet – sind mittlerweile rar geworden. „Umso wichtiger ist es deshalb, im eigenen Garten wilde Ecken zu belassen, Wildblumen stehen und aussamen zu lassen“, erklärt Heine. „Etwa Gänseblümchen, Braunelle, Weißklee, Wegerich, Ehrenpreis, Gundermann oder kriechendes Fingerkraut.“ Diese Wildpflanzen liefern Nektar und Pollen und bieten zudem noch bunte Frühlingsfreuden für das Auge von Naturliebhabern.

Blumeninseln und Blühstreifen

„Wer dennoch mähen möchte, sollte zumindest Blumeninseln oder Blühstreifen stehen lassen“, erklärt Katharina Heine. Das sei nicht nur im Frühjahr wichtig, um Nahrung für Insekten und Vögel bereitzustellen. Wiesenflächen mit heimischen Wildblumen und -gräsern sind generell weniger arbeitsintensiv. Sie müssen nur zwei- bis dreimal pro Jahr gemäht werden, Rasenflächen bräuchten wesentlich häufiger einen Schnitt.

Tipps zu einer Gartengestaltung, die nachhaltig Lebensräume für viele verschiedene Tiere und Pflanzen schafft, gibt es in unserer Broschüre „Naturschutz vor der Haustür“.


Lust auf mehr Naturschutz? Vor allem auf Blumenwiesen? Am Samstag, 21. März, lädt der Schwäbische Albverein in Stuttgart zu seinem Naturschutztag ein. Das Thema: „Artenreiche Wiesen – europäisches Naturerbe im Ländle“. Anmeldung noch bis zum 10. März. Hier gibt es alle Informationen.

 

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HW 7 – Vom Remstal an den Bodensee

Am Samstag, 21. März, starten wir mit der ersten von 12 Tagestouren auf und rund um den Schwäbische Alb-Oberschwaben-Weg (HW 7). Der HW 7 gehört zu den unbekannteren Hauptwanderwegen des Schwäbischen Albvereins. Er führt von Lorch im Remstal durch das Stauferland und das Filstal hinauf auf die Albhochfläche, quer durch Oberschwaben mit seinen Mooren bis nach Friedrichshafen am Bodensee.

Die erste Tour am 21. März führt auf dem Irene von Byzanz-Weg von Lorch nach Hohenstaufen zum Teil auf und zum Teil abseits des HW 7.  Bis Oktober folgen dann weitere Strecken- und Rundtouren geführt von unseren erfahrenen Tourguides

Hier gibt es alle Termine und Infos.


Und zur Inspiration berichtet Martin Ruppert, begeisterter Fernwanderer und Albvereinsmitglied, von seinen Erlebnissen auf dem HW7.

Das Notizbuch ist schon etwas „verlebt“. Der Umschlag ist verschlissen, die Seiten wellig von zu viel Feuchtigkeit. Einige gepresste Blüten und Blätter stecken in dem Büchlein – und viele Erinnerungen. Martin Ruppert führt Tagebuch auf seinen „Märschen“, wie er es nennt. Der Berufssoldat hat bereits fünf Hauptwanderwege des Schwäbischen Albvereins erwandert. Während Corona den HW 1 und den HW 2 – „um die Runde um die Schwäbische Alb voll zu machen“, sagt er. Des Weiteren die Hauptwanderwege 4, 5 und 7. Um den HW 7 soll es hier gehen.

 

Der Rucksack ist gepackt

Für Martin Ruppert ist Wandern ein Hobby, aber auch Therapie. Wandern hat geholfen ihm geholfen, über schwierige Erlebnisse bei Auslandseinsätzen hinwegzukommen. Jetzt lebt er wieder dauerhaft im Schönbuch und wandert einfach weiter. „Den HW 7 fand ich interessant, weil er quer über die Schwäbische Alb führt“, erzählt er, „und nicht wie HW 1 und 2 an der Albkante entlang.“ Los geht es in Lorch im Remstal. Ziel ist Friedrichshafen am Bodensee.

Den Rucksack hat er nach seiner festen Packliste gepackt, die er über die Zeit immer wieder ergänzt und überarbeitet hat. „Man lernt durch Schmerzen“, sagt der 42-Jährige. Übernachtet wird draußen in der Natur, in Schutzhütten oder unter freiem Himmel. Das Biwak-Bauen hat er schon als Kind bei den Pfadfindern gelernt. Auch dass man hinter sich aufräumt und keine Spuren in der Natur hinterlässt. Nur manchmal gönnt sich Ruppert ein Bett in einem Gasthof, Wanderheim oder Hotel.

Durch das Stauferland

Spätestens um 7 Uhr ist Ruppert auf der Strecke. Mittags wird eine Stunde gerastet. Bevor es dunkel wird, richtet er sich seinen Nachtplatz ein. 40 Kilometer am Tag schafft er so ungefähr. Die 233 Kilometer des Schwäbische-Alb-Oberschwaben-Weg, wie der HW 7 auch genannt wird, hat er in sechs Tagen bewältigt. Oder besser die real gelaufenen 254 Kilometer – ein paar Abstecher, z.B. ins Wurzacher Ried, gönnte er sich als Zugabe.

Start also in Lorch am S-Bahnhof. Dort gibt es eine Albvereins-Tafel für das erste Foto. Der erste Teil der Strecke führte Ruppert durchs Stauferland. „Die Aussicht war phänomenal“, schwärmt er. Die drei Kaiserberge prägen das Bild. Und in der Ferne zeigt sich die blaue Wand der Schwäbischen Alb.

Der HW 7 führt über den Hohenstaufen weiter bis nach Göppingen, dann durch liebliche Landschaften mit Streuobstwiesen bis nach Bad Boll. Da kommt Martin Ruppert zum ersten Mal richtig ins Schwitzen. „Der Aufstieg zum Boßler war echt heftig“, erinnert er sich. Und die Wasserflasche war zu diesem Zeitpunkt leer. „Ich bin dann quasi ins Filstal wieder runtergefallen und dort dann bei einem Feuerwehrfest eingekehrt“, grinst er. Da gab es was zu Trinken. Nach rund 50 Kilometer dann endlich Nachtruhe in einer Schutzhütte bei Wiesensteig.

Quer über die Schwäbische Alb, hinunter nach Oberschwaben

Dass die Schwäbische Alb sehr lang ist, aber dafür überhaupt nicht breit, stellte Ruppert am zweiten Wandertag fest: „Als sportlicher Mensch kann man sie quasi an einem Tag zu Fuß durchqueren.“ Es geht über die Albhochfläche vorbei an der Laichinger Tiefenhöhle und der Sontheimer Höhle ins wildromantische Bärental. Dann durch die Lutherischen Berge, eine evangelische Enklave im sonst katholischen Gebiet.

Einen längeren Eintrag im Notizbuch von Ruppert gibt es über das Wolfstal („Ganz arg toll“) und die Querung des Großen Lautertals („Da bin ich gerne.“). Der lange Weg durch Oberschwaben war dann Neuland für den Wanderer. Hinauf ging es auf den Bussen, den heiligen Berg der Region. „Es ist schon sehr höflich, dass da jemand einen Berg hingestellt hat, mit Aussicht auf die Alb und über die Ebene bis zu den Alpen“, meint Ruppert augenzwinkernd. Letztere versteckten sich allerdings im Dunst. Weiter ging es Richtung Federsee. Und dort war es nach mehreren Wandertagen Zeit für eine Dusche und ein Bett in einem Gasthof.

Den Bodensee im Blick

Die Moränenlandschaft Oberschwabens empfand Ruppert eher als „Mogelpackung“. „Man denkt immer, es geht eigentlich nur noch bergab bis zum Bodensee. Und dann kommt noch eine Steigung und noch eine Steigung.“ Da wird der Rucksack dann doch ziemlich schwer. Vom Gehrenbergturm aus ist das Ziel dann aber schon zum Greifen nah.

In Friedrichshafen warteten dann Rupperts Frau und seine vier Kinder auf den Fernwanderer. Und ein kühles Bier? „Nein“, lacht Ruppert. „Wenn ich mir was gönnen will, dann gibt es eine Cola.“ Das ist so ein Kinderheitsding – Cola hat er nämlich als Junge nie bekommen.

Lieblich, rau, reich und grün – die Landschaft am HW 7 hat viele Gesichter

Und was war jetzt am schönsten auf dem HW 7? Ruppert muss nicht lange überlegen. „Mich hat besonders beeindruckt, wie sich der Charakter der Landschaft auf einer Strecke mehrfach so sehr verändern kann.“ Vom lieblichen Filstal, wo die Felder schon abgeerntet waren, auf die karge Alb, wo das Getreide noch reif werden musste. Und von dort in das reiche und grüne Oberschwaben. „Ich bin mir vorgekommen, wie wenn ich ins Auenland laufe.“ Und schließlich dann der Bodensee mit dem Blick auf die Berge.

Ruppert macht sein Notizbüchlein wieder zu. Er hat mittlerweile mehrere davon mit Wandererlebnissen gefüllt. 2026 hat er sich den HW 9 vorgenommen, der vom Großen Heuberg in Spaichingen zum Schwarzen Grat ins Allgäu führt. Er will ihn mit seinem Sohn laufen. Nicht am Stück, sondern in einzelnen kurzen Etappen. Und 2027 soll es dann wieder alleine auf Tour gehen – auf den Main-Neckar-Rhein-Weg, 413 Kilometer von Wertheim bis nach Lörrach. In einem Rutsch. Ob da ein Notizbuch reicht?

Ute Dilg

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Online einwählen und Neues lernen

Enspurt bei der Montagsakademie. Noch bis zum 16. März läuft unsere wöchentliche Online-Fortbildungsreihe. Immer Montags, immer um 19 Uhr. Hier alle Infos zu den verbleibenden Terminen:

Dozentinnen und Dozenten der Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg sowie externe Expertinnen und Experten führen durch die etwa 60 bis 90-minütigen Themenabende. Hier geht es zu allen Themen und Terminen.


Montagsakademie Zoom-Link

Immer montags bis 16. März
https://eu01web.zoom.us/j/63660501888?pwd=b0kyHiyhU1cdCYgJegEFLBxZaInx0q.1
Meeting-ID: 636 6050 1888
Kenncode: 963216


 Terminüberischt

23. Februar – Helden und Rebellen
2. März – Klimaspaziergang
9. März – Artenvielfalt
16. März –  Naturräume in Baden-Württemberg


23. Februar – Helden und Rebellen 
„Gesegnet ist das Land, das keine Helden braucht“ – und doch zeigt die Geschichte, dass es gut ist, wenn immer wieder mutige Außenseiter gegen Unrecht und Willkür aufstehen. Einige Beispiele aus Baden und Württemberg, Frauen wie Männer, beweisen dies beispielhaft.
Dozent: Hans-Jürgen Digel, stellvertretender Gauvorsitzender im Filsgau des Schwäbischen Albvereins

2. März – Klimaspaziergang
Das Wetter ist auf jeder Tour ein Thema und wir alle merken, dass das Klima sich verändert. Nach einer Einführung in die Grundlagen der Meteorologie schauen wir uns an wohin uns die Klimareise bis Ende des Jahrhunderts führt.
Dozent: Uli Kümmerle, Deutscher Wetterdienst Freiburg

9. März – Artenvielfalt
Die Artenvielfalt ist schwindet. Die Landesregierung hat ein ein Gesetz erlassen, um das verhindern. Doch was bedeutet denn Artenvielfalt überhaupt? Wie ist sie entstanden und was bedroht sie? Der Vortrag gibt Antworten und einen grundlegenden Einblick zu diesem Thema.
Dozent: Manfred Hagen, Naturbeauftragter der Schwäbischen Albvereins

16. März –  Naturräume in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg ist recht vielfältiges Land. Es ist eingeteilt ist etliche Naturräume, die eine besondere Ausstattung besitzen. Sie sind das Ergebnis eine Entwicklung, die sich über Jahrhunderte vollzogen hat. Peter Lutz stellt im Vortrag die dabei entstandenen Kulturlandschaften vor und versucht, das Charakteristische herauszuarbeiten.
Dozent: Peter Lutz, früher Referent für Naturschutz im Schwarzwaldverein

Wir freuen uns auf viele Teilnehmende!

Unser neues Tourenportal – auch als App

Mit www.albverein-erleben.de und der neuen Albvereins-App macht das Planen von Wanderungen und das Wandern selber noch mehr Spaß. Albvereins-Mitglieder erhalten einen Rabatt für die Pro-Versionen. Die Website basiert auf einer Zusammenarbeit mit dem Wanderportal Outdooractive. 

Sie finden die Apps zum Download für iOS im Apple-Store sowie für Android im Google Play Store.

Im Wanderportal des Schwäbischen Albvereins auf Outdooractive gibt es unsere Wandertipps, aber auch Touren aus der gesamten Outdooractive Community zum Nachwandern. Dazu kommen wichtige Informationen zur Gastronomie am Weg, ÖPNV, touristisch interessante Punkten, sogenannte Points of Interest (POIs) und vieles mehr. Diese Informationen sind mit guten Tourenvorschlägen verknüpft.

Eigene Touren können am PC geplant und aufs Handy übertragen werden. Auch lassen sich Wanderungen bequem unterwegs aufzeichnen und im Anschluss bearbeiten.

Unterwegs ist jederzeit der aktuelle Standort auf dem Handy zu ermitteln – kein Verlaufen mehr! Man sieht sofort, ob man noch auf dem richtigen Weg ist. So wird die Navigation unterwegs zum Kinderspiel.


Mitgliederrabatt für Pro-Versionen

Die Basic-Mitgliedschaft von Outdooractive bzw. www.albverein-erleben.de ist kostenlos. Diese ist nötig, um von den Wandertipps und Veranstaltungen auf Outdooractive zu profitieren, also etwa GPX-Tracks laden zu können. Einfach mit E-Mail und einem eigenen Passwort registrieren und schon ist man dabei. Kartengrundlage ist bei der Basic-Version übrigens OpenStreetMaps.

Die kostenpflichtige Pro-Version basiert auf der Outdooractive-Karte, die OpenStreetMaps mit amtlichen Geodaten und POIs verknüpft. Außerdem ist hier das Wegenetz des Schwäbischen Albvereins enthalten. Das ist bei der Basis-Version nicht der Fall. Das Kartenmaterial lässt sich sowohl online als auch offline nutzen.
Die Pro-Version kostet für Albvereins-Mitglieder 24,99 Euro pro Jahr (statt 29,99 Euro).

In der Pro+-Version sind zusätzlich die Karten des Deutschen Alpenvereins (DAV) und des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) sowie ADFC-Radtourenkarten und die Karten des Kompass-Verlags enthalten. Albvereinsmitglieder zahlen für die pro+-Variante 49,99 Euro pro Jahr (statt 59,99 Euro).

Albvereinsmitlgieder erhalten den Rabatt nur, wenn sie ihr Abo über www.albverein-erleben.de abschließen!


So erhalten Sie Ihren Mitgliederrabatt:

www.albverein-erleben.de öffnen und unter „Jetzt anmelden“ klicken. Sie finden den Link oben rechts in der Kopfzeile. Dann erscheint folgende Aufforderung:

Bitte jetzt Ihre E-Mail eingeben, auf „weiter“ klicken und dann ein Passwort vergeben. Jetzt sind Sie Basis-Mitglied und können diese Mitgliedschaft zu einer Pro- oder Pro+-Mitgliedschaft erweitern.

Dafür in der Kopfzeile von www.albverein-erleben.de ganz rechts „Pro kostenlos testen“ anklicken.

Dann erscheint folgende Darstellung:

Achtung: Nicht das erste rote Feld „Pro kostenlos testen“ anklicken, sondern weiter nach unten scrollen bis zum Feld „Mitgliedervorteil anfordern“. Das sieht dann so aus:

Jetzt das rote Feld „Mitgliedervorteil anfordern“ anklicken. Dann werden Sie aufgefordert, Ihre 7-stellige Mitgliedsnummer des Schwäbischen Albvereins einzugeben. Wenn Ihre Nummer kürzer ist mit 0 oder 00 beginnen.

Und auf weiter klicken.

Nun können Sie den Rabatt-Gutschein anfordern. Bitte Pro oder Pro+ auswählen. Der Gutschein wird per Mail zugeschickt. Diese Mail enthält einen Link, über den das Abo bestätigt werden muss.

Und schon kann es losgehen!


Falls es Fragen gibt, erreichen Sie uns per Mail an .

 

 

 

 

Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß tritt als Albvereinspräsident zurück

Nach 25 Jahren hat der langjährige Präsident des Schwäbischen Albvereins, Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, sein Amt zur Verfügung gestellt. Rauchfuß stand dem Verein mit seinen knapp 80.000 Mitgliedern seit 2001 vor. Es sei an der Zeit, die Verantwortung weiterzugeben, erklärte der 75-Jährige bei der Hauptausschusssitzung in Wernau. Nach seinem Rücktritt vertreten die beiden Vizepräsidenten Regine Erb und Thomas Keck den Schwäbischen Albverein. Die Neuwahl für das Präsidentenamt findet im Juni 2026 statt; der Vorstand empfiehlt für die Nachfolge im Präsidentenamt den bisherigen Vizepräsidenten Thomas Keck.

Rauchfuß‘ Engagement verdient Dank, Respekt und Anerkennung

„Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß hat den Schwäbischen Albverein über ein Vierteljahrhundert hinweg geführt und geprägt. In Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen und Umbrüche stellt dies allein schon ein hohes Verdienst dar“, würdigt Vizepräsident Thomas Keck den scheidenden Albvereinspräsidenten. Er habe ein enormes Maß an Lebenszeit, Kraft und Energie in den Albverein investiert. Dies verdiene Dank, großen Respekt und hohe Anerkennung, so Keck weiter. „Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß hat entscheidende Impulse gesetzt“, erklärt Vizepräsidentin Regine Erb. „Diese greifen wir gemeinsam auf und entwickeln den Albverein mit einem starken Team offen und zukunftsfähig weiter.”

Bei der Hauptausschusssitzung am 31. Januar bedankt sich der Vorstand bei Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß für sein langjähriges Engagement. Foto: Schwäbischer Albverein

Rauchfuß seit über 50 Jahren beim Schwäbischen Albverein engagiert

Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß, geboren am 1. März 1950 in Stuttgart, ist seit über 50 Jahren im Schwäbischen Albverein engagiert. Zuerst als Pressewart und Jugendbeauftragter in der Ortsgruppe Plochingen, dann als Gauvorsitzender des Esslinger Gaus und schließlich ab 2001 als Präsident des Schwäbischen Albvereins. Die Weiterentwicklung des Wanderangebots und die Naturschutzarbeit lagen ihm sehr am Herzen. Außerdem setzte er sich sehr für den Fachbereich Familie und den Aufbau von Familiengruppen in den Ortsgruppen ein. Gerade die Arbeit mit Familien, Kindern und Jugendlichen erachtete er als eine wichtige Investition in die Zukunft des Vereins.

Bis 2024 auch Präsident des Deutschen Wanderverbands (DWV)

Als Präsident des Deutschen Wanderverbands (DWV), dem er von 2007 bis 2024 vorstand, lag sein Engagement beim Erhalt und Ausbau der Wege- und Wanderinfrastruktur in Deutschland. Zuletzt setzte er sich in dieser Funktion für das freie Betretungsrecht der Wälder im Zusammenhang mit der Novellierung des Bundeswaldgesetzes ein.

Nach seinem Medizin- und Pharmaziestudium war Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß zuerst als niedergelassener Arzt, später als selbständiger Apotheker in Plochingen und später in Stuttgart tätig. An seinem Wohnort Plochingen engagierte er sich von 1991 bis 2019 als Stadtrat, für einige Zeit auch als Fraktionsvorsitzender sowie als ehrenamtlicher stellvertretender Bürgermeister. Für sein vielseitiges Engagement wurde er 2009 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Rauchfuß ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und vier Enkel.

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HW1 und Gustav-Ströhmfeld-Weg bleiben ausgezeichnet

Das Siegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ dürfen nur besonders abwechslungsreiche und schöne Wanderwege tragen. Der Schwäbische Alb-Nordrand-Weg (HW1/Albsteig) und der Gustav-Ströhmfeld-Weg gehören zu diesen Wegen. Bei der Urlaubsmesse CMT sind sie zum wiederholten Mal ausgezeichnet worden.

Der Schwäbische Alb-Nordrand-Weg (HW1/Albsteig) führt in 360 Kilometern von Donauwörth nach Tuttlingen – in weiten Strecken am Albtrauf entlang. Er erhielt das Qualitätssiegel mittlerweile zum sechsten Mal, die Kosten für die Zertifizierung beim HW1 trägt der Schwäbische Alb Tourismus. Alle drei Jahre werden die Wege vom Deutschen Wanderverband auf den Prüfstand gestellt.

Der Gustav-Ströhmfeld-Weg wurde zum fünften Mal ausgezeichnet. Er führt in 22 Kilometern von Metzingen nach Neuffen, vorrangig auf luftiger Höhe den Albtrauf entlang. Namensgeber ist der Schöpfer des Albvereins-Wegenetzes, Gustav Ströhmfeld. Am Wegesrand finden sich verschiedene Informationstafeln, die kulturelle und landschaftlich Besonderheiten der Region erläutern. Die Streckentour wird ergänzt mit insgesamt sieben Rundwanderwegen.

Anspruchsvolle Qualitätskriterien zu erfüllen

Für eine erfolgreiche Zertifizierung als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ gelten hohe Anforderungen. Dazu gehören eine besonders nutzerfreundliche Beschilderung, viele landschaftliche und kulturelle Höhepunkte am Weg sowie mindestens 35 Prozent naturnahe Wege.

Um das Wander-Gütesiegel zu behalten, waren die ehrenamtlichen Wegewarte und Wegewartinnen des Schwäbischen Albvereins im Vorjahr sehr aktiv. Jeder Meter der Wege wurde überprüft. Wo nötig, hat man Markierungen ergänzt, Wege freigeschnitten oder Wegzeiger und Wegmarken aktualisiert. Die Leitung dieser Arbeiten hatte für den HW1 Gerhard Stolz, Hauptfachwart für Wege beim Schwäbischen Albverein. Den Gustav-Ströhmfeld-Weg pflegen die Wegebeauftragten der Ortsgruppe Metzingen, Eckart Ruopp und Konrad Berger, sowie die Wegewarte weiterer Albvereins-Ortsgruppen, durch die der Gustav-Ströhmfeld-Weg führt.

   

In beiden Wegen stecken sehr viel Herzblut und Arbeit. Vielen Dank an alle Wegewarte und Wegewartinnen, die beide Strecken so vorbildlich in Schuss halten sowie an Gerhard Stolz, Eckart Ruopp und Konrad Berger, die immer den Überblick behalten.

Schöne Aussicht – Sieben Türme renoviert

Der Blick in die Ferne gehört für viele zum Wandern dazu. Deshalb sind die 28 Aussichtstürmen des Schwäbischen Albvereins zu beliebten Ausflugszielen. Der Verein müht sich nach Kräften, die Türme für alle Besucherinnen und Besucher offen zu halten. 2024 und 2025 mussten an insgesamt sieben Aussichtstürmen teils aufwendige Reparaturen durchgeführt werden. Ohne die Unterstützung durch unsere Mitglieder, Ortsgruppen, Einzelpersonen, Firmen und Kommunen wäre dies nicht möglich gewesen.

Die langwierigste Baustelle befand sich sicherlich am Katharinenlindenturm in Esslingen. Dort musste das Treppenhaus saniert und das Dach statisch saniert werden. Die Bauarbeiten dauerten insgesamt zwei Jahre. Ortsgruppen aus der Region waren dabei eine große Hilfe – allen voran die OG Sulzgries, die sich zum Jahresende leider aufgelöst hat. Und auch die städtischen Betriebe unterstützten bei der Umsetzung der Baumaßnahmen.

Am Roßbergturm bei Reutlingen-Gönningen mussten die Fassade und die Fenster erneuert werden. Der Turm erstrahlt jetzt im neuen Glanz. Im August 2025 feierte man am Burgbergturm Frankenhardt-Oberspeltach (Kreis Schwäbisch Hall) mit einem Fest die Fertigstellung der neuen barrierearmen WC-Anlagen nach einem halben Jahr Bauzeit. Beim Zwei Eichen Turm Pliezhausen (Kreis Reutlingen) mussten Betonstufen saniert werden. Die OG Pliezhausen hat uns hier großzügig unterstützt.

Am Schönbergturm in Pfullingen (Kreis Reutlingen) musste der Innenputz in den Treppenhäusern erneuert werden. Die Ortsgruppe Pfullingen war mit vielen Ehrenamtlichen vor Ort, um die Arbeiten tatkräftig zu unterstützen. Aufwendig war auch die Renovierung des Steinknickleturms bei Wüstenrot-Neuhütten (Kreis Heilbronn), der eine neue Holzfassade brauchte. Auch hier arbeiteten viele ehrenamtliche Helfer tatkräftig mit, so dass dadurch erhebliche Kosten gespart werden konnten. Ohne die Unterstützung aus der jeweiligen Region wäre die Renovierung der beiden Türme so nicht möglich gewesen.

Am Schwarzen Grat Turm im Allgäu waren Arbeiten an der Aussichtsplattform, den Türen und Fenstern und am Blitzschutz nötig. Zudem konnte auf Initiative der OG Isny ein Fernrohr mit Beschreibung der Berge installiert werden, die vom Turm aus zu sehen sind.

Herzlichen Dank an alle Firmen und Kommunen, Einzelpersonen und Ortsgruppen für Ihren Beitrag zum Erhalt unserer Aussichtstürme!

Die Aussichtstürme des Schwäbischen Albvereins sind beliebte Ausflugsziele für Einheimische und Touristen. Wir bitten deshalb alle Besucherinnen und Besucher, doch einen kleinen Beitrag in den Turmkassen zu hinterlassen, um die Türme weiterhin für alle offen halten zu können.

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Ehrenamtliche sind der Motor des Vereinslebens

Anlässlich des Tags des Ehrenamts am 5. Dezember dankt Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß in einer Pressemitteilung allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement. „Sie sorgen nicht nur für ein lebendiges Vereinsleben, sondern wirken weit in die Gesellschaft hinein“, betont er. Mehr als 260.000 Ehrenamtsstunden im Jahr 2024 zeigen die starke Verbundenheit mit dem Schwäbischen Albverein.

Die Zahlen sind beeindruckend: Gut 260.000 Stunden freiwilliger Arbeit haben mehr als 11.000 Ehrenamtliche beim Schwäbischen Albverein 2024 geleistet. Dazu kommt das Engagement der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die im Hintergrund in den Ortsgruppen tätig sind. Ihr Einsatz wird meist nicht in Zahlen erfasst, ist aber für das Vereinsleben nicht minder wertvoll.

Anlässlich des Tags des Ehrenamts am 5. Dezember dankt Albvereinspräsident Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement. „Sie sorgen nicht nur für ein lebendiges Vereinsleben, sondern wirken weit in die Gesellschaft hinein“, betont er. „Unsere Aktiven arbeiten in der Wegepflege und engagieren sich im Naturschutz. Sie bieten Aktionen und Freizeiten für Familien, Kinder und Jugendliche an und sie pflegen die Gemeinschaft beim gemeinsamen Wandern und Radfahren. Unsere Kommunen bleiben nur durch das Engagement von vielen lebendig, und unsere Heimat lebens- und liebenswert.“

Ein Schwerpunkt des ehrenamtlichen Engagements ist der Unterhalt, die Markierung und Beschilderung von knapp 19.000 Kilometer Wanderwege zwischen Taubertal und Bodensee. Rund 870 Menschen engagieren sich in diesem Bereich als Wegewarte und Wegepate. Mehr als 3.800 Wanderführerinnen und Wanderführer bieten in den Ortsgruppen und im überregionalen Wanderprogramm Halbtages-, Tages- und Mehrtageswanderungen sowie Radtouren an. Im Bereich Naturschutz pflegen über 360 Naturschutzwarte wertvolle Wiesen, Hecken, Feuchtgebiete und die für die Schwäbische Alb typischen Wacholderheiden. Dazu kommen rund 730 Ehrenamtliche in der Familien- und Jugendarbeit.

In den derzeit rund 450 Ortsgruppen im Vereinsgebiet gibt es mehr als 5.500 Ehrenamtliche in offizieller Funktion als Vorsitzende, Beisitzer, Schriftführer oder Kassenwarte. Dazu kommen viele unermüdliche Mitarbeitende, die bei Veranstaltungen oder sonstigen Aktionen mithelfen, sich um Webseiten kümmern, Hüttendienste leisten oder Kultur- und Sportgruppen betreuen.

Der Schwäbische Albverein e.V. ist mit aktuell rund 80.000 Mitgliedern der größte Wanderverein Deutschlands. Er betreibt 19 Wanderheime und 28 Aussichtstürme im Vereinsgebiet. Als anerkannter Naturschutzverband koordiniert der Verein Landschaftspflegeeinsätze und setzt sich auf politischer Ebene für mehr Naturschutz ein.

Wandern und Kultur vereint im Hirschguldenweg

Dass Kultur und Wandern gut zusammenpassen, zeigt der Hirschguldenweg. Er führt auf landschaftlich reizvoller Strecke durch geschichtsträchtiges Gebiet. Start und Ziel ist das Haus der Volkskunst in Balingen-Dürrwangen. Mundartkünstler Pius Jauch hat einen Film über den Rundwanderweg gedreht – und selbst in Mundart eingesprochen.

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Konzipiert und ausgeschildert hat den Weg die Volkstanzgruppe Frommern Schwäbischer Albverein in Zusammenarbeit mit der Stadt Balingen konzipiert. Er führt von Balingen-Dürrwangen aus steil hinauf bis zur Ruine Schalksburg nach Burgfelden sowie durch das idyllisch gelegene Hofgut Wannental. Der Weg ist bei Start am Haus der Volkskunst gut 9 Kilometer lang bei etwa 500 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Unsere Wegbeschreibung und GPX-Track starten allerdings am Bahnhof in Dürrwangen. Dann ist der Weg etwa 11 Kilometer lang.

Und so sieht das Wegzeichen aus:

Doch woher kommt eigentlich der Name? Gustav Schwab veröffentlichte die Sage 1823 nach der Erzählung eines Dürrwanger Wirts. Demnach waren die Herren von Hohenzollern und der Schalksburg so erpicht aufs Erbe, dass sie auf den Tod ihres Bruders von der Balinger Burg Hirschberg hofften. Als der von der Habgier seiner Geschwister erfährt, verkauft er seinen Besitz um einen Hirschgulden an Württemberg. Mit weitreichenden Folgen nicht nur für die enterbten Brüder.

Wer sich die Geschichte von der Schalksburg und über den Hirschguldenweg genauer und in schönstem Schwäbisch anhören möchte, der sollte Pius Jauch im Film zuhören.

 

 

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Jetzt Förderung für Naturschutzprojekte sichern

Bis 31. Januar sind wieder Bewerbungen für den Wettbewerb „Unsere Heimat & Natur“ möglich. Eingereicht werden können Naturschutzprojekte, die dazu beitragen artenreiche Kulturlandschaften zu pflegen und zu erhalten. Es gibt Preisgelder zwischen 1.000 und 5.000 Euro zu gewinnen. Der Wettbewerb wird ausgeschrieben von der Stiftung NatureLife-International und EDEKA Südwest.

Einige Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins haben bereits daran teilgenommen und Gelder erhalten. 2025 etwa ist die OG Lautern mit 3.000 Euro für ihr Engagement zum Erhalt von Wacholderheiden und Streuobstwiesen ausgezeichnet worden. In den Jahren davor ehörten u.a.die OG Gundelfingen für ihren Einsatz für Kalkmagerwiesen und die OG Kohlberg/Kappishäusern mit ihrem Ziegenprojekt zu den Preisträgern.

Wenn auch Ihr Euch für den Naturschutz und eine artenreiche Fläche in Eurer Kommune einsetzt, dann lohnt sich eine Bewerbung. Hier geht es zu den Teilnahmebedingungen des aktuellen Wettbewerbs und zum Online-Bewerbungsbogen.

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