Rettet die Blumenwiesen!

Thema Landesfest 2015 Artikel 1 von 4

Resolution des Schwäbischen Albvereins anlässlich des Landesfestes (Hauptversammlung) in Sigmaringen, 9. Mai 2015

Um den Gerbera- oder Fresienstrauß aus dem Gewächshaus als Muttertagsstrauß ist uns nicht bange, um so mehr aber um den Strauß von der heimischen Blumenwiese. Gibt es was Schöneres, als der Mutter einen selbst gepflückten Strauß zu schenken? Aber: 10. Mai – die allermeisten Wiesen sind heutzutage gemäht und stehen streichholzkurz da. Oder aber sind bis an den Horizont gelb und reine Löwenzahnwiesen.

Seit 1992 – also seit 23 Jahren! – stehen artenreiche Blumenwiesen unter gesetzlichem Schutz. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (FFH) fordert unmissverständlich ihre Erhaltung. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Nach wie vor muss man von Jahr zu Jahr mit ansehen, wie Blumenwiesen verschwinden: durch Überdüngung , durch zu frühes Mähen, durch Umstellung von Heumahd zu Silageschnitt, durch veränderte Wiesenbewirtschaftung infolge mehr und mehr Biogasanlagen, oder aber durch Aufgabe der Bewirtschaftung.
Um über drei Viertel hat der Bestand an Blumenwiesen bei uns seit 1992 abgenommen. Wo man damals den Muttertagsstrauß gepflückt hat, dehnen sich heute Maisäcker, Löwenzahnwiesen, »Grasäcker« oder aber Gestrüpp.

Sind Blumenwiesen zukünftig nur noch im Freilichtmuseum zu sehen? Gibt es eine andere gesetzliche Regelung, die derart missachtet wird? Wohl sehen wir einzelne Bemühungen, dem Negativtrend entgegenzuwirken, aber die Verluste gehen nahezu ungebremst weiter.

Der Schwäbische Albverein fordert daher die Landesregierung auf:

1.  dem weiteren Rückgang der Blumenwiesen endlich Einhalt zu gebieten.

2. für eine angemessene Bewirtschaftung aller verbliebenen
Blumenwiesen zu sorgen.

Bericht des Albvereins-Präsidenten