Naturschutz-Großprojekt „Schlossberg Langenburg“

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Ein umfangreiches Vermächtnis versetzt den Schwäbischen Albverein in die Lage, ein größeres und langjähriges Naturschutz-Projekt anzupacken. Eine naturschutzbedeutsame größere Kulturlandschaft über einen längeren Zeitraum zu pflegen und in seiner Naturschutz-Wertigkeit sicherzustellen, das war das Anliegen der Erblasser. Allerdings war es gar nicht einfach, ein geeignetes Gelände zu finden, bei dem man mit den Eigentümern handelseinig werden konnte. Nach mehrjährigen intensiven Bemühungen, Suchläufen und auch vergeblichen Verhandlungen mit Grundeigentümern konnte nun vor kurzem die Suche erfolgreich abgeschlossen werden: Die »Schokoladenseite« der Stadt Langenburg, der Schlossberghang unterhalb der Schlossgärten, des Cafés und der Stadtmauer, stellte sich als geeignet heraus: Bis vor rund 150 Jahren Weinbergland, dann Obstbaumwiese und Garten, hat die Nutzung in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr abgenommen, bis schließlich Brombeeren und Gebüsch aufkamen und den steilen Südhang nahezu flächig einnahmen. Obstbäume, Trockenmauern und Treppen wurden überwuchert, der einmalige Blick hinunter nach Bächlingen und ins Jagsttal war nur noch durch einige Lücken im Gehölz möglich.

Das wird nun anders werden: Vor kurzem konnte mit S.D. Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg ein langjähriger Pachtvertrag geschlossen werden; der Schwäbische Albverein ist nunmehr zuständig für rund drei Hektar »beste Südhanglage« in Langenburg. Erste dringende Renovierungen kurz vor dem Verfall stehender Trockenmauern stehen bereits im kommenden Winterhalbjahr an, und in den nächsten Jahren soll das Gelände so hergerichtet werden, dass es auf Dauer mit vertretbarem Aufwand gepflegt werden kann. Das Vermächtnis setzt unseren Verein dabei in die Lage, Pflegefirmen zu beauftragen; von ehrenamtlicher Arbeitsverpflichtung soll das Vorhaben weitgehend unabhängig sein.
Naturschutzbelange werden mit diesem langjährigen Projekt in erster Linie verfolgt, aber auch ein Ausschnitt einer großartigen Kulturlandschaft wird wiederhergestellt und auf Dauer gesichert. Dies wird auch dem Tourismus von Langenburg zugute kommen. Und dem Ruf des Schwäbischen Albvereins als Bewahrer der Kulturlandschaft wird das Vorhaben auch gut tun.

Langenburg, Schlossberghang

Blick vom so genannten »Rumänenhäusle« in Richtung Schloss Langenburg: Ein Mosaik aus Gärten, Baumwiesen und Dickicht nimmt den Schlossberghang ein.

In einer der nächsten Ausgaben der Blätter des Schwäbischen Albvereins wird das Projekt ausführlich beschrieben werden.
Reinhard Wolf

Wochenend-Seminar: Geh mal hin, alles drin

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»Es gibt tatsächlich Leute, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, aber nicht wissen, wo!« – »Junges Wandern macht total Spaß, und die Ideen sind in meiner Ortsgruppe vielleicht auch mit Erwachsenen zu realisieren.« – »Ich bin der Entdeckertyp ‹Streuner› und hatte mein ganz besonderes Naturerlebnis.« – »Jetzt weiß ich endlich, dass es sich lohnt, die Wanderführerausbildung zu machen!«

So oder so ähnlich liefen die Gespräche ab in den Pausen beim Workshop-Wochenende »Geh mal hin – alles drin«. Bis zu 75 Teilnehmer kamen am Wochenende vom 20. bis 22. September in der Schwäbischen Bauernschule in Bad Waldsee zusammen, um in verschiedenen Workshops und bei gemeinsamen Angeboten die vielen Facetten der Vereinsarbeit im Schwäbischen Albverein kennen zu lernen. Dabei konnten sich die Teilnehmer aus zehn verschiedenen Angeboten maximal drei Workshops mit den Themen, die sie besonders interessierten, aussuchen. Dazwischen gab es dann auch immer wieder Angebote für alle, z.B. den Mundartabend am Freitagabend, bei dem Bernhard Bitterwolf, der Leiter der Schwäbischen Bauernschule, auf seine unnachahmliche Art oberschwäbische Mundartautoren vorstellte.

Von der Gesundheitswanderung für die Frühaufsteher über eine Vorstellung guter Beispiele (best practice) für die Ortsgruppenarbeit bis zur Nachtaktion auf einem Lichterpfad war das Wochenende voll mit Informationen und Aktionen. Das herrliche Wetter, das schöne Ambiente und das leckere Essen trugen ebenfalls sehr dazu bei, dass sich alle wohl fühlten.

Die Teilnehmer waren begeistert, und die beiden Organisatorinnen Heidi Müller und Karin Kunz freuten sich, dass alle mit ihrer Kursauswahl zufrieden waren, viele Anregungen und Tipps mit nach Hause nehmen konnten und sich nun mit neuer Motivation an die vielfältigen Aufgaben in ihren Ortsgruppen machen.

Nächstes Jahr findet das Workshop-Wochenende vom 26. bis 28. September in der Heimvolkshochschule Hohebuch bei Waldenburg statt. Ein erstes Vorbereitungstreffen der Gaue im Nordosten des Vereinsgebiets hat bereits stattgefunden, so dass wir nun wieder ein interessantes und vielfältiges Kursangebot anhand der Wünsche der Verantwortlichen vor Ort zusammenstellen können. Nähere Informationen stellen wir so bald wie möglich ins Internet.

Karin Kunz