Wandertipp – Ins untere Remstal

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Remseck ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestens erreichbar – die Stadtbahn U 14 fährt vom Stuttgarter Stadtzentrum direkt an die Remsmündung, Endhaltestelle Neckargröningen. Dort kann man gleich in dem beliebten Restaurant am Hechtkopf zwischen Neckar und Rems einkehren; wir wollen aber zunächst wandern!steinbruch-neckarrems

Unser Vorschlag führt über zwei überdachte Fußgängerbrücken und durch den Ortskern Neckarrems remsaufwärts – allerdings mit einem kleinen Umweg: Die Mühlstraße ist eine Sackgasse, vor der Mühle links ein paar Schritte bergaufwärts erreicht man die Mühläckerstraße, und diese geht’s dann wieder bergabwärts zur Rems. Schnell ist der Ortsrand und der bis in die 1980er Jahre in Betrieb befindliche alte Steinbruch erreicht (Foto); die hohen Muschelkalkwände bieten für Menschen unerreichbare Brutplätze für seltene Vogelarten wie Wanderfalke und Kolkrabe. Also Fernglas parat halten! Erläuterungstafeln am Wegesrand weisen auf die Besonderheiten des unteren Remstales hin. Dem Remsufer entlang erreicht man auf dem Fahrrad- und Wanderweg nach etwa 500 Metern das  Heckenprojekt (siehe Blätter des Schwäbischen Albvereins, Heft 2, 2017, S. 16 ff); wir aber gehen den mit einem roten Kreuz gekennzeichneten nahezu ebenen Weg weiter geradeaus – und zwar so lange, wie wir Lust haben! Keine Straße führt durch’s Tal, es gibt lediglich das Tal querende Nebenstraßen. Dieser ganze Talabschnitt ist übrigens Naturschutzgebiet.
Hecken und Wald aller Ausprägung gibt es im unteren Remstal in Hülle und Fülle. Von der typischen, etwa fünf Meter hohen Schlehenhecke bis zu Baumhecken findet man alle Typen von Feldgehölzen. Entsprechend vielfältig ist die Tier- und Pflanzenwelt, auch wenn nicht gerade Raritäten ins Auge stechen. Bemerkenswert ist die Vogelwelt, und so wird eine Remstalwanderung vor allem an einem Frühlingsmorgen von einem vielstimmigen Vogelkonzert begleitet.
Unser Augenmerk sollten wir auch auf die bewaldeten Steilhänge richten; vor allem im Winterhalbjahr kann man Reste unzähliger Trockenmauern sehen – alte Weinbergmauern, die davon künden, dass außer den Nordhängen das gesamte Tal vor 100 Jahren ein großes Weinanbaugebiet war.
So eine Remstalwanderung kann man auf einen ganzen Tag ausdehnen – es gibt vieles zu entdecken. Einschränkend muss man sagen, dass an schönen Sommerwochenenden der Fahrradverkehr für Wanderer lästig sein kann. Da gibt es zwei Möglichkeiten: werktags wandern oder auch auf’s Fahrrad sitzen!
Ob wir nun bis Waiblingen und dort durch die Stadt zum S-Bahnhof marschieren (insgesamt 13 km) oder aber irgendwo kehrt machen und zum Ausgangspunkt zurückkehren, ist eigentlich egal; das Tal ist so abwechslungsreich, dass der Rückweg genauso interessant ist wie der Hinweg.

Reinhard Wolf

Karte: Wanderkarte 1:35.000 des Schwäbischen Albvereins,
Hrsg. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung
Baden-Württemberg, Blatt 12, Stuttgart, 2013

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