Wandertipp – Burgberg und Otterbachtal bei Steinheim a. d. Murr

Thema Wandertipps Artikel 43 von 45

Steinheim an der Murr ist 1933 durch den Fund des rund 300.000 Jahre alten menschlichen Schädels weit bekannt geworden. Bei der Kirche lädt das ansprechende »Urmensch-Museum« ein. In den vergangenen Jahren ist der Steinheimer Burgberg immer wieder im Zusammenhang mit der Umsiedlung von Eidechsen von den Bahnbaustellen aus Stuttgart durch die Presse gegangen. Schauen wir doch mal nach!

• Gesamtstrecke 10 km, ohne Erweiterung Rohrbachtal 7 km

• Start: WP Otterbachmündung bei Steinheim an der Murr

steinbergAn der Straße in Richtung Erdmannhausen / Kirchberg / Murr gleich außerhalb des Stadtgebietes fällt linkerhand ein terrassierter Steilhang auf, der Stein- oder Burgberg. Zahlreiche Terrassen sind von Gestrüpp befreit und viele Trockenmauern renoviert worden. Kurz danach mündet von links ein Seitental, der Otterbach, ein; hier befindet sich ein großer Wanderparkplatz. Unsere Wanderung beginnt hier.

Direkt an der Straßenabzweigung, mit einem Geländer abgesichert, führt der mit dem Trauben-Symbol (Württembergischer Wein-Wanderweg) gekennzeichnete Pfad in den Steilhang, gleich geht es auf einer Treppe 300 Stufen steil bergauf. In den 1970er Jahren war der Steilhang als Terrassenhaus-Wohnanlage vorgesehen, heute ist er Eidechsen-Siedlung. Mit viel Geduld kann man an sonnenwarmen Tagen hier auch Eidechsen sehen; aber bitte auf dem Weg bleiben! Nach einigen Verschnauf- und Beobachtungspausen hat man die kleine Anlage der ehemaligen Burg Steinheim, 1260 zerstört, erreicht und wird mit einer reizvollen Aussicht ins Murrtal belohnt.
Durch Weinberge und Felder erreicht man den Forsthof (Hotel / Restaurant) und dortigen Wanderparkplatz, von dem aus mehrere Wanderwege ins Bottwartal abgehen. Unser Vorschlag ist ein anderer: Wir überqueren die Straße am Forsthof nicht, sondern marschieren rechts abwärts dem Waldrand entlang zunächst auf asphaltiertem Weg bis zum Bach. Ein Bach mit zwei Namen: aufwärts von hier heißt er Rohrbach, abwärts Otterbach – dies im übrigen nicht ohne Grund: Bis etwa 1900 soll hier der Fischotter vorgekommen sein.
Hier müssen wir uns entscheiden: Talabwärts geht es zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurück durch ein reizvolles Wiesental mit einem stillen Weiher, an dem sich oft der Eisvogel sehen lässt, vorbei an der modernen großen Tagungsstätte der Baden-Württembergischen Wirtschaft und kurz darauf entlang eines interessanten Halbtrockenrasens mit charakteristischer Flora.
Wer seine Wanderung noch ein wenig ausdehnen möchte, kann an die andere Variante wählen: Man folgt dem markierten Wanderweg nach links, also Rohrbach aufwärts, und unterquert durch einen kleinen Tunnel die vielbefahrene Straße Backnang – Großbottwar – Kirchheim/Neckar. Wiesentalaufwärts (ohne Wegmarkierung) empfiehlt sich eine Pause an den beschaulichen Fischweihern; dann sollte man umkehren, wenn man nicht in den weiten Waldungen weiterwandern möchte.
Den letzten Kilometer muss man auf Asphalt zurücklegen; wenn aber nicht gerade Gästewechsel in der Tagungsstätte ist, dann ist wenig Verkehr.Auffallend ist der unterschiedliche Talcharakter oberhalb und unterhalb der Tagungsstätte: Oberhalb ein typisches Tal in der Keuperformation mit weich gerundeten Oberflächenformen, unterhalb ein tief eingekerbtes V-Tal mit steilen Talwänden. So schön kann man kaum einmal den Unterschied zwischen Keuper- und Muschelkalklandschaft zeigen wie hier! Über solche Betrachtungen hat man schnell den Wanderparkplatz an der Mündung des Otterbachs erreicht, wo sich eine Einkehr im Schützenhaus anbietet.

Reinhard Wolf

Karten: Wanderkarte 1:35.000 des Schwäbischen Albvereins, Hrsg. Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg, Blatt 12,
Stuttgart, 2013

Wandertipp Pfrunger-Burgweiler RiedWandertipp – Rohrer Weg, Stuttgart-Möhringen