Heilpflanzen, die über die kalte Jahreszeit hinweg helfen können

Eine Zusammenfassung des Vortrags von Dr. Hans-Ulrich Rauchfuß

Die Pflanzenheilkunde erfreut sich dank eines vermehrten Gesundheitsbewusstseins immer größerer Beliebtheit. Das zeigte sich auch am 4. November 2016 beim abendlichen Vortrag des Albvereinspräsidenten Dr.  med. Hans-Ulrich Rauchfuß im Lädle des Schwäbischen Albvereins in Stuttgart. Der Arzt und Apotheker lieferte rund 40 Zuhörern einen Überblick wichtiger Heilpflanzen und deren Wirksamkeit.

Passend zum Beginn der nassen und kalten Jahreszeit stellte der Mediziner eine Auswahl an Heilpflanzen vor, die vor allem bei Atemwegserkrankungen oder Erkrankungen der ableitenden Harnwege hilfreich sind. Zudem alltagstaugliche Kräuter gegen Übelkeit, Einschlafstörungen und zur Linderung von Entzündungen.

Den Auftakt machte die Kamille. Der auf sandigen Böden wachsende Korbblütler ist ein Klassiker und allseits bekannt. Die Blüten mit ihren Inhaltsstoffen, u.a. ätherisches Öl und Flavonoide, sind hilfreich bei Entzündungen der Schleimhäute, auch der des Magen-Darm-Trakts. Sie wirken entzündungshemmend, antimikrobiell und krampflösend. Sie können bei Erkältungskrankheiten und Verdauungsbeschwerden eingesetzt werden. Dazu 2 TL/Tasse heiß (nicht kochend) aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen.

Anschließend präsentierte der Albvereinspräsident die Pfefferminze. Der Lippenblütler ist bekannt für sein ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil Menthol ist. Dieses regt die Tätigkeit der Leber und die Bildung von Gallenflüssigkeit an. Die Blätter der Pfefferminze sind ideal gegen Übelkeit und Erbrechen. Sie helfen aber auch bei Muskel- und Nervenschmerzen. So kann man Menthol bei Migräne in die Schläfen einmassieren und erhält eine leicht anästhetische Wirkung. Dosierung: 1-2 TL/Tasse heiß (nicht kochend) aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen.

Die dritte vorgestellte Heilpflanze war der Baldrian, der beruhigend und entspannend wirkt. Man kann Baldrian aufbrühen (2 TL/Tasse) oder auch in Pillenform einnehmen, da der eigenwillige Geschmack nicht jedem angenehm ist.

Ganz im Gegensatz zum Lavendel. Der Duft der mediterranen Lippenblütler ist für die meisten Menschen sehr betörend. Sein ätherisches Öl hat neuesten Erkenntnissen zufolge eine entspannende und angstlösende Wirkung. Der Wirkstoff kann in Form von Tee (1-2 TL/zehn Minuten heiß aufgießen) oder als Kapseln eingenommen werden.

Bei Erkältungskrankheiten, Katarrhen, Husten, Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhat ist man, so der Apotheker Rauchfuß, mit dem Spitzwegerich gut bedient. In der Pflanze sind Schleimstoffe enthalten, die Halsschmerzen und Husten lindern. Die krautigen Pflanzenteile werden zur Behandlung verwendet, nicht aber der Wurzelstock. Eingenommen wird die Heilpflanze als Saft, Sirup oder als Tee (1,5 TL/Tasse aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen).

Der Thymian ist ebenfalls ein gutes Hustenmittel und befreit die Atemwege. Die ätherischen Öle haben eine schleim- und krampflösende sowie antibakterielle und immunstärkende Wirkung. Der Wirkstoff Thymol schmeckt allerdings nicht jedem. Die Präparate gibt es deshalb auch in Form von Pastillen, Sirup oder Kapseln.  Als Tee verwendet man 1-2 TL/Tasse (aufgießen und 5 Minuten ziehen lassen).

Ein den Mitglieder des Schwäbischen Albvereins wohl bekannter Strauch ist der Wacholder. Er ziert aber nicht nur die Wacholderheiden und erfreut die Wanderer. In der Naturheilkunde schätzt man die Wirkungsweise seiner Beeren (Scheinfrüchte). Die Extrakte daraus wirken leicht entwässernd. So werden die ableitenden Harnwege, also Harnleiter, Blase und Harnröhre, durchgespült und unter Umständen von Keimen befreit. Die Anwendung als Tee am besten mit ½ EL/Tasse heiß aufbrühen und 20 Minuten ziehen lassen. Diese Anwendung sollte nicht länger als 6 Wochen erfolgen.

Auch die Brennnessel (die Blätter) können bei Blasenentzündung helfen. Die Inhaltsstoffe sind u.a. Ameisensäure, Histamin, Kieselsäure, Serotonin und Flavonoide. Ein ideales Gemisch gegen Entzündungen. Die Anwendung als Tee erfolgt folgendermaßen: 1 TL/Tasse mit kochendem Wasser aufbrühen und 5 Minuten ziehen lassen.

Weiterhin hilfreich bei Harnwegsinfekten sind die Blätter der Birke. Sie haben einen wassertreibenden Effekt und enthalten auch sekundäre Pflanzenstoffe, wie Flavonoide und Saponine. Die Blätter werden heiß aufgebrüht (1 TL/Tasse).

Eine große Auswahl an Fachbüchern zum Thema Heilpflanzen gibt es auch im Shop sowie im Lädle des Albvereins.

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Neuigkeiten und verschlagwortet mit von swaechter. Permanenter Link zum Eintrag.

Über swaechter

Ich bin freie Journalistin und also solche für die Pressearbeit des Albvereins/Gesamtverein zuständig. Zur Pressearbeit beim Schwäbischen Albverein gehört beispielsweise die Erstellung von Pressemitteilungen und Texten, die Fotobeschaffung, die redaktionelle Arbeit für die Homepage, die Berichterstattung über vereinsinterne Veranstaltungen und Informationsforen, die Zusammenstellung von Presseunterlagen, die Realisierung von Presseterminen und Pressekonferenzen und die Entwicklung von Presseplänen über das Jahr. Außerdem arbeite ich punktuell für verschiedene Verlage als Redakteurin. Weiterhin mache ich projektbezogene Pressearbeit für Unternehmen, Messen sowie Vereine und Verbände. Meine Schwerpunkte sind Umwelt, Naturschutz, Gesundheit, Tourismus, aber auch Facility Management und Kommunaltechnik.