WanderTipp Zum Schlossburren

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Der Schlossburren im Gewann Kronenberg bei Pfronstetten-Geisingen (Landkreis Reutlingen, Donau-Bussen-Gau) ist älteste Grundbesitz des Schwäbischen Albvereins. Der Name Schlossburren rührt von der örtlichen Sage her, dort habe einstmals ein Schloss gestanden (Blätter des Schwäbischen Albvereins, 1911, S. 169). Es handelt sich hierbei jedoch um eine archäologische Fundstätte – ein bewaldeter Grabhügel, umgeben von Wiesen und Wald. Das Flurstück wurde im Jahre 1911 vom Schwäbischen Albverein erworben, um diese Fundstätte zu schützen, da der Vorbesitzer angedroht hatte, den Grabhügel abzutragen. Bereits im Jahr 1906 war der Hügel auf der Suche nach archäologischen Funden angegraben worden. Dabei stieß man auf Brandreste mit bunten hallstattzeitlichen Scherben sowie einen Lignitring (Zürn, 1987). Diese Funde weisen auf eine frühkeltische Begräbnisstätte hin. Im »Fundbericht Schwaben« heißt es, dass die weitere Ausgrabung 1906 wegen »Arbeitermangel in der Erntezeit« abgebrochen werden musste. Schon 1904 wurde in den »Blättern des Schwäbischen Albvereins« auf Löcher hingewiesen. Der Grabhügel wirkt bis heute ziemlich durchwühlt und ist heute ein archäologisches Kulturdenkmal (gem. § 2 Denkmalschutzgesetz).

Wie kommt man hin?

Wer sich den Grabhügel einmal selbst anschauen möchte: Dieser befindet sich südlich der Bundesstraße 312 Pfronstetten – Zwiefalten nahe der Abzweigung nach Geisingen. Das Grundstück liegt nur wenige Meter neben dem dortigen Wanderparkplatz. 1911 umgaben die Wiesenlichtung offenbar Wacholderheiden und Gebüsch, die heutigen düsteren Fichtenwaldungen wirken demgegenüber weniger idyllisch.

Martina Steinmetz, Wegereferentin

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