Gedicht und Rede des Landtagspräsidenten Guido Wolf

Thema Landesfest 2013 Artikel 5 von 7

Landtagspräsident Guido Wolf hielt nicht nur eine Rede beim Landesfest
 am 9. Juni 2013 in der Stadthalle Plochingen, die wir hier veröffentlichen, er schenkte dem Schwäbischen Albverein auch ein Gedicht:

Bist Du im Herzen, wie mir schien, politisch nicht, nein seelisch grün,

bist heimat- und naturverbunden, du, weil dieselbe oft geschunden,

willst nicht allein, sondern mit andern,du gerne die Natur durchwandern,

willst du in allen Lebensjahren, die Schöpfung achten und bewahren,

nichts andr ́es kann dann besser sein: Werd ́ Mitglied im Schwäbischen Albverein!

Die Gründer des „Schwäbischen Albvereins“ anno 1888 waren wahrscheinlich vieles – aber eines waren sie sicher nicht: Pessimisten! Sie sind Optimisten gewesen, Kulturoptimisten sogar – um sie intellektueller, aber auch treffender zu charakterisieren. Dieser Kulturoptimismus hat 125 Jahre im Original überdauert. Das spüren wir alle. Und „gradheraus“, wie ich halt so bin, bekenne ich unumwunden: Das imponiert mir am „Schwäbische Albverein“ besonders! Schon deshalb fühle ich mich ihm sehr verbunden. Entsprechend gern habe ich es übernommen, auf diesem „Jubiläums-Landesfest“ das Land Baden-Württemberg zu vertreten.

Der Herr Ministerpräsident hat Ihnen ja bereits beim großen Festakt am 4. Mai zum stolzen Jubiläum offiziell gratuliert. Sehen Sie es daher der Landesregierung bitte nach, dass sie heute niemand aus ihren Reihen entsenden konnte. Oder besser: Betrachten Sie es als zusätzliches Zeichen der Wertschätzung, dass Ihnen nunmehr auch der Landtag – die „Erste Staatsgewalt“– verdientermaßen die Reverenz erweist.

Selbst langjährige Mitglieder unter Ihnen werden es freilich noch nicht oft gehört haben, dass ein Politiker den „Schwäbischen Albverein“ würdigt als Manifestation einer optimistischen – genauer: einer kulturoptimistischen – Haltung. Schwarzseherisch und verdrossen zu sein, macht eben mehr her. Es gilt geradezu als Ausweis eines geschärften Verantwortungsbewusstseins. Manche scheinen sich folglich nur dann wohlzufühlen, wenn sie sich unwohl fühlen.

Oder ernsthafter: Die sogenannte Entfremdung des Menschen von Gott, von der Natur, ja von sich selbst – das zählte spätestens seit der Romantik zu den Lieblingsthemen unserer Dichter, Denker und sonstigen Geistesgrößen. Die wenigsten von ihnen fanden jedoch eine vorwärtsgerichtete, lebensbejahende und trotzdem bodenständige Lösung.

Doch die gibt es! Der „Schwäbische Albverein“ steht seit 1888 mustergültig dafür! Er beweist: Technischer Fortschritt und zunehmende zivilisatorische Errungenschaften bedeuten nicht zwangsläufig, dass sich die oder der Einzelne von der Natur verabschieden muss. Es existiert ein hoch wirksames und gleichwohl risikofreies Gegenmittel: eben, sich dem „Schwäbischen Albverein“ anzuschließen! Man muss da nicht seinen Arzt oder Apotheker konsultieren, denn früher zumindest war es für die und alle anderen Honoratioren „Ehrensache“, selber Albvereinsmitglied zu sein.

Auch wenn es ein bißchen brachial klingt: Wer in den „Schwäbischen Albverein“ eintritt, der tritt zugleich eine virtuelle Mauer ein: Er schafft sich faktisch und mental einen Zugang zur Natur; zur Kulturlandschaft; zum Kern dessen, was wir mit dem Begriff „Heimat“ meinen; oder kurz: zu vielem, was wir Menschen außerhalb unserer Familie und außerhalb unserer „vier Wände“ für unser Seelenheil benötigen.

Apropos: Seelenheil. Da dieses „Landesfest“ – wie bei den großen Veranstaltungen des „Schwäbischen Albvereins“ üblich – mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen hat und da mit offenen Augen kundig und achtsam durch unsere Natur zu wandern ein sehr gottgefälliges Tun ist, darf man betonen, dass der „Schwäbische Albverein“ überdies der Entfremdung des Menschen in vertikaler Richtung vorbeugt. Was beinhaltet: Sonntagmorgens mit dem Schwäbischen Albverein auf Tour zu gehen und deshalb den Kirchgang zu „schwänzen“, erhöht nicht die Punktzahl im „da oben“ geführten Sündenregister. Ja, Wandern ist „Beten mit den Füßen“ – weil es den Respekt vor der Schöpfung und vor der eigenen Kultur fördert. Oder profaner, aber dafür mit unserem Landsmann Friedrich Schiller gesagt: „Der gebildete Mensch macht sich die Natur zu seinem Freund.“

Mit der Natur dauerhaft Freundschaft zu schließen, das ist aber – wie jede Art von Bildung – nicht zuletzt eine Frage des Willens. Präziser formuliert: der Willenskraft! Im Grunde müssen wir die erste und zweite Generation der Albvereinsmitglieder bereits deshalb sehr bewundern.

Der „Brockhaus“ von 1913 hat das Stichwort „Freizeit“ nicht gekannt. Trotzdem brachten es Menschen auf die „Reihe“, regelmäßig sonntags Wandern zu gehen, Ortsgruppen des Albvereins aufzubauen, sich dort gesellig zu treffen. Das war zum einen: „Idealismus pur“! Und das war zum anderen: gelebte und praktizierte Freiheit! Wer „zum Albverein“ ging, wer gar dort ein Amt übernahm, der schloss sich einer souveränen Gemeinschaft an – der nutzte seine bürgerliche Freiheit. Im „Albverein“ zu sein – das hatte „was“. In der Selbstwahrnehmung des Einzelnen. Und in den Augen der Mitmenschen.

Übrigens, Stichwort „Bildung“: Damals war es noch selbstverständlich, so elementare Dinge wie den Unterschied zwischen einer Buche und einer Eiche zu kennen. Würde man jetzt in einer PISA-Studie das Wissen über unsere heimischen Wildtiere und Wildpflanzen, über unsere Natur und unsere Landschaften untersuchen, dann kämen wohl eher unerfreuliche Ergebnisse heraus. Trotz der riesigen Informationsmöglichkeiten trocknet die Allgemeinbildung aus! Auch ich freue mich deshalb, dass der „Schwäbische Albverein“ an einer Renaissance des Schulwanderns arbeitet und beim Kultusministerium mit sympathischer Penetranz „bohrt“. Schulwandern nicht als Auszeit vom Lernen, sondern als Eintauchen in die „Welt des Wissens“.

Hinzu kommt: Die Durchblutung unseres Gehirns korrespondiert bekanntlich mit der Durchblutung unserer Waden – und die wird beim Wandern bestens gefördert. In jedem Lebensalter! Das Gesundheitswandern ist eine Chance für den „Schwäbischen Albverein“ – und er hat sie erkannt. Oder frei nach Schiller: Der kluge Wanderverein macht sich den gesellschaftlichen Bedarf zu seinem Freund.

Albvereinsmitglied zu sein, das büßte so vor 40, 45 Jahren – ich sage nicht „1968“ – seinen hohen Rang im kollektiven Empfinden ein. Individualität wurde zur Maßeinheit der Freiheit. Je individueller, je freier – Soziologen nennen das „Entstandardisierung“. Inzwischen wissen wir allerdings: „Entstandardisierung“ ist – anders als die Mitgliedschaft im Albverein – eine „Therapie“ mit erheblichen Risiken und Nebenwirkungen.

Wesentliches erodiert, wenn jeder sein Glück in der Bindungslosigkeit zu schmieden versucht und seine Freiheit möglichst unabhängig von anderen nutzen will.

Diese gesellschaftliche Entwicklung stürzte den „Schwäbischen Albverein“ jedoch – gottlob – nicht in Selbstzweifel. „Wanderwetter ist immer“ – das gilt bei ihm nicht nur meteorologisch, sondern auch in Bezug auf das soziale Klima. Der „Albverein“ blieb sich treu – selbst wenn der „wetterwendische“ Zeitgeist zu einem veritablen Gegenwind wurde. Das heißt: Seit 125 Jahren – und zwar durchgängig – begreift man im „Schwäbischen Albverein“ Freiheit nicht als individualistisches oder gar egoistisches Phänomen. Nein, man vergrößert die eigene Freiheit durch die aktive und bewusste Gemeinschaft! „Chapeau!“

Ursächlich für die irgendwann abnehmende Attraktivität des Wanderns im Verein waren selbstverständlich auch das Wirtschaftswunder und die allgemeine Motorisierung. Das Wandern bekam schlicht mannigfaltige Konkurrenz – und die hatte nicht nur den Reiz des Neuen auf ihrer Seite, sondern auch die Chance, den erarbeiteten persönlichen Wohlstand besser demonstrieren zu können.

Wir alle – zumindest wenn wir vor 1968 geboren worden sind – haben das Volkslied auf den Lippen: „Froh zu sein bedarf es wenig / Und wer froh ist, ist ein König.“ Und tatsächlich: Wer mit einer Ortsgruppe des „Schwäbischen Albvereins“ loswandert, fühlt sich schon nach wenigen Metern wie ein König. Oder wie eine Königin. Allein: Niemand sieht’s.

Keine knapp bekleideten Animateure männlichen oder weiblichen Geschlechts, „nur“ wege- und wirtshauskundige Wanderführer; kein Kitzel von Mode- oder gar Extremsportarten, „nur“ das wache, genießende Durchmessen von Wald und Flur in einem wohltemperierten Tempo – diese vermeintliche Biederkeit war das Problem des Wanderns.

Wohlgemerkt: war! Inzwischen verschafft das Wandern wieder dezidiert Sozialprestige. Aber wenn zwei das Gleiche tun, ist es eben nicht automatisch dasselbe. Auch beim Wandern nicht. In aller Vorsicht gesprochen: Wenn er nicht aufpasst, klebt der „Solo-Trendwanderer“ in jener Rolle fest, die uns permanent, aber mit problematischen Folgen als die höchste Form menschlicher Erfüllung suggeriert wird: die Rolle des Konsumenten. Beim Albverein hingegen wandert immer etwas Spezifisches mit: die Freundschaft – im Sinne Schillers – zur Natur und zur Kultur!

Weniger lyrisch ausgedrückt: Seit 1888 schafft und erhält der „Schwäbische Albverein“ die Voraussetzungen seines Tuns selbst. Er verbraucht nicht, was er nutzt – im Gegenteil: Er sorgt engagiert dafür; ja, er mehrt es! Das moderne Wort „Bürgerbeteiligung“ ist ein viel zu schwacher Begriff für den Impetus des „Schwäbischen Albvereins“. Wo er aktiv ist, geht es all dem, was wir „Heimat“ nennen, besser! Und damit geht es unserem Land besser!
Wirklich: Unserer Landschaft, unseren Natur- oder Baudenkmalen, unseren ökologisch hochwertigen Flächen, aber auch unserem Brauchtum oder unserer Mundart kann nichts Segensreicheres passieren, als dass sich der Albverein darum kümmert.

Und: dass er unsere Kinder und Jugendlichen dafür begeistert. Ich finde es großartig, wie er das macht. Zum Beispiel, dass er die Technikaffinität der jungen Generation ohne Berührungsängste aufgreift, also das Analoge und das Digitale in ein wechselseitig fruchtbares Verhältnis bringt. Mit satellitengestütztem GPS „zurück zur Natur“ – das ist cool! „Megacool!“ Und: pädagogisch wertvoll. Da wäre selbst Jean Jacques Rousseau in Wanderschuhen wortwörtlich aus dem Häuschen. Und wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, bis der „Albverein“ als Jahresgabe – statt der traditionellen Wanderkarten – „Wander-Apps“ fürs Smartphone spendiert.

Wie eingangs angedeutet: Könnten die Gründer des „Schwäbischen Albvereins“ zurückkommen, würden sie unseren Alltag und unsere technischen Möglichkeiten ungläubig bestaunen – einschließlich der Hightech-Outdoorkleidung, die es heute gibt. IHREN „Albverein“ jedoch – den würden sie sofort wieder erkennen: am Geist, der dort herrscht! Also an Ihrem Geist, meine Damen und Herren!

Der „Schwäbische Albverein“ erklärte sich zum „Strukturpolitiker“, als es die Wortschöpfung noch gar nicht gab! Und er verschrieb sich der „Symbiose von Ökonomie und Ökologie“ , ohne dass ihm die Begriffe bewusst waren.

Das wiederum bedeutet, und zwar ohne jene Übertreibungen, zu denen man an Jubiläen bisweilen neigt: Es ist in besonderer Weise ein Verdienst des „Schwäbischen Albvereins“, dass wir die „Schwäbische Alb“ heute als ein wirkliches Muster gilt für einen vernünftig austarierten Dreiklang „Schutz durch Nutzung – Schutz mit Nutzung – Schutz vor Nutzung“!

Ja, die Schwäbische Alb hat Karriere gemacht – nicht als ein modernistisches „Freizeitressort“, sondern als „Schwäbische Alb“. Sie war das „Aschenputtel“ unter unseren Landschaften – und der „Schwäbische Albverein“ ist der Königssohn, der sie entdeckt hat. Und das – in Zeiten von RTL und SAT 1 glaubt man es – ganz ohne „Castingshow“ mit Heidi Klum.

UNSER „Biosphärengebiet“ – ich nenne es gerne so: UNSER „Biosphärengebiet“ ist ein Modell, wie sich Natur- und Umweltschutz erfolgreich mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der dort lebenden Menschen verknüpften lässt. Ein strukturpolitisches Meisterstück! Und zu dessen Protagonisten zählte der „Schwäbische Albverein“dankenswerterweise vorbehaltlos und nachdrücklich! Vor allem: Das Projekt wurde in einem breiten Konsens realisiert! Das geschah, indem man vor Ort in unzähligen Gesprächen Konzepte entwickelte. Und die überzeugten – nicht zuletzt wegen des Verfahrens. Ursprünglich sollte das „Biosphärengebiet“ aus dem alten Münsinger Truppenübungsplatz und drei Gemeinden bestehen und 20.000 Hektar groß werden; am Ende beteiligten sich 18 Kommunen mit 85.000 Hektar Fläche. Wir sehen: Auch solche Leuchtturmprojekte lassen sich – von Stuttgart aus angestoßen – verwirklichen.

Aber ich möchte mich nicht in der Tagespolitik verlieren – sondern lieber würdigen, dass der Name „Schwäbischer Albverein“ zu den sympathischsten Untertreibungen gehört, die man sich denken kann.

  • „Schwäbischer Albverein“ – das ist erstens mehr als Wandern! Viele seiner Ortsgruppen sind längst mit dem Rad oder auf Ski unterwegs – wohlgemerkt auch da in Freundschaft mit der Natur. Und vor allem: Der Schwäbische Albverein gehört zu unseren Kulturträgern. Man kann es durchaus ohne Krampfhusten in einem Atemzug sagen: In Marbach gibt es das „Deutsche Literaturarchiv und in Balingen- Dürrwangen das Schwäbische Kulturarchiv des Albvereins!
  • Der „Schwäbischer Albverein“ – das ist zweitens mehr als „Schwäbische Alb“! Bei aller Wanderlust: Seine Ortsgruppen empfinden die Gemarkung vor der Haustüre als ihr Revier – als ihr „Heimatrevier“, wo sie Erhaltungsaufgaben übernehmen, zum gesellschaftlichen Leben beitragen oder sich an der jährlichen Flurputzete beteiligen.
  •  Und: „Schwäbischer Albverein“ – das ist drittens mehr als ein Verein – nämlich: seit fast zwanzig Jahren ein anerkannter Naturschutzverband! Genauer ein „Naturschutzverband plus“ – er nimmt diese Funktion nicht lediglich mit Worten wahr; er „schafft“ mit der Hand am Arm.

Die Landespolitik und die Behörden auf allen Ebenen sind dankbar, dass sie im „Schwäbischen Albverein“ einen so exzellenten, tatkräftigen und soliden Partner haben im Naturschutz, beim Landschaftserhalt, im Tourismus und in der kulturellen Heimatpflege.

Wir schätzen am Albverein seine Leidenschaft, seine Zuverlässigkeit, sein Augenmaß und seinen Pragmatismus. Wir betrachten es deshalb überhaupt nicht als Drohung, das er sich stärker politisch einmischen möchte. Im Gegenteil! Denn schon heute ist anerkannt: Wenn der „Schwäbische Albverein“ argumentativ am sperrigsten erscheint, ist er praktisch am wohlmeinendsten.

So lehrt er uns im Prinzip bereits seit 125 Jahren, dass wir nicht trennen dürfen zwischen der Naturlandschaft, die wir hegen und pflegen, und einer Wirtschaftslandschaft, bei der – fälschlicherweise – nur effiziente Nutzbarkeit und bestmögliche Erschließung zählen und an die sonst keine Anforderungen gestellt werden. Und dieses integrierende Verständnis des „Albvereins“ wird immer zielführender.

Keine Frage: Wir brauchen ein effektiveres Flächenmanagement. Diese Einsicht erhält ja durch die verheerenden Flutkatastrophen in Ostdeutschland, in Norddeutschland und in Bayern momentan – hoffentlich auf Dauer – politische Schubkraft. Dazu habe ich einen Zeitungskommentar gelesen, der meines Erachtens den Kern herausschält. Der Autor fragte, warum München eigentlich vom Hochwasser kaum betroffen wurde? Und er zeigte auf, dass zweierlei zusammenwirkte: einerseits ein großer Eingriff in die natürliche Flusswelt: der Sylvensteinspeicher, mit dessen Hilfe sich die Isar regulieren lässt; und andererseits, dass die Isar mit hohem Aufwand renaturiert worden ist und etliches von ihrem angestammten Platz zurückbekommen hat.

Ich bin nur körperlich blauäugig, aber nicht mental – deshalb behaupte ich nicht, dass der Kommentor ein Patentrezept skizziert hat, das man lediglich x-fach kopieren muss. Aber er hat meines Erachtens etwas Zentrales benannt– und das ist: Wir dürfen weder in der einen noch in der anderen Richtung unser Heil fundamentalistisch suchen. Uns muss vielmehr gelingen, den ökologischen Ansatz und die Möglichkeiten des technisch Machbaren optimal zu kombinieren – in praktische Konkordanz zu bringen, wie wir Juristen in solchen Konstellationen sagen. Öko-Purismus ist ebenso falsch wie schiere, einfältige Technikgläubigkeit. Oder um einen anderen klugen Beobachter zu zitieren: „Der moderne Mensch wird es nicht schaffen, Wasser nur noch als sanft plätschernde, computergesteuerte Springbrunnen zu erleben. Das Gegenidyll, in dem wir Flüssen und Seen die alte Freiheit wiedergeben, um fortan in Eintracht mit ihnen zu leben, wird es auch nicht geben – denn dieses Idyll hat es nie gegeben: In Aufzeichnungen aus früheren Jahrhunderten können wir nachlesen, wie grausam die Fluten damals schon zuschlugen.“

Für mich heißt das – in zwei Sätzen gesagt: Wir brauchen dringend eine unideologische Entschlossenheit! Und ich bin sicher: Da haben wir den „Schwäbischen Albverein“ an unserer Seite!

Es gilt also mehr denn je – und ich sag ́s noch einmal angelehnt an Schiller: Der verantwortungsvolle Politiker macht sich den „Schwäbischen Albverein“ zu seinem Freund. In diesem Sinn begleiten Sie meine besten Wünsche bei all Ihren Aktivitäten, insbesondere natürlich auf Ihren Wanderungen.

Meine guten Wünsche sind sozusagen ein mentaler Proviant, der Ihre Rucksäcke nicht beschwert, von dem Sie allerdings auch nicht herunterbeißen können. Ich hoffe aber, dass Sie meine optimistische – ja, kulturoptimistische – Verbundenheit trotzdem stärkt – und vor allem: bestärkt in Ihrem Bekenntnis für den „Schwäbischen Albverein“! Sie sind nicht nur Mitglieder des zahlenmäßig größten Wandervereins in Europa – Sie sind Mitglieder eines wirklich großen Vereins!

 

Ansprachen Jahreshauptversammlung 2013Präsidium und Gesamtvorstand gewählt